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Im DEL-Trikot hat man ihn schon gesehen, beim SCR noch nicht : Jakob Mayenschein, der erst 19-jährige Stürmer, der am Freitag ein erfolgreiches Debüt feierte.

Eishockey: DEL 2

Mayenscheins märchenhafte Premiere

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Kassel - Was für ein Einstand: 19-jähriger Stürmer schießt SCR mit zwei Treffern beim DEL2-Debüt zum Sieg in Kassel – SC Riessersee durch Oakley- und Wchter-Comeback erstmals wieder mit vier Reihen

Jakob wer? Ja, klar: Der Name Jakob Mayenschein sagt vielen Fans des SC Riessersee wohl erst einmal gar nichts. Und dass der 19-Jährige am Freitagabend in Kassel zum Matchwinner avancierte, klingt vielleicht noch unglaublicher. Doch es ist wahr. Der Stürmer ist eine weitere Leihgabe des EHC Red Bull München, der in dieser Woche auch erstmals mit der SCR-Mannschaft trainierte. Nun feierte er Premiere im weiß-blauen Dress – und was für eine: Mit einem Doppelpack sicherte er seinem neuen Team in einer spannenden und heiß umkämpften Begegnung drei immens wichtige Punkte im Duell mit den Kassel Huskies.

Was muss das für eine Wohltat gewesen sein, mal wieder eine solch prall gefüllte Spielerliste bei den Verantwortlichen abzugeben. 21 Mann auf dem Bericht – das hat es beim SC Riessersee lange nicht gegeben. Sind die Tage des Minikaders nun vorüber? Man kann es dem Team nur wünschen. Am Freitagabend war es so – dank der Comebacks von Louke Oakley und Philipp Wachter sowie der Münchner Hilfe: Der EHC beließ Andreas Eder bei den Weiß-Blauen und gab Mayenschein für einen Einsatz frei. Ganz neue Möglichkeiten also für Trainer Tim Regan, der auch Nick Endreß wieder zur Verfügung hatte. Und weil’s so schön war, brachte er alle Kräfte zum Einsatz. Der SCR bot vier Reihen auf, ließ in der vierten Formation noch durchwechseln.

Viel los also mal wieder auf der Spielerbank. Und das wirkte sich positiv auf das Spiel aus. Die Garmisch-Partenkirchner traten in Kassel mit breiter Brust auf, setzten die Hausherren von Beginn an unter Druck. Optisch war das stark, was der SCR abrief. Nur zu Beginn nicht ganz so effektiv. Bei Roope Ranta herrscht derzeit ein wenig Torflaute, stattdessen rutscht ihm immer mal wieder ein echter Fehlpass durch. War in Kassel aber zu kompensieren, zumal der Finne später auch den wichtigen Ausgleich mustergültig auflegte. Aber: Der SCR machte richtig Druck und ließ hinten wie so oft sehr wenig zu. In den ersten 20 Minuten gab es für die Hessen genau eine Doppelchance, die dann aber Torhüter Matthias Nemec zunichte machte.

Abschnitt zwei begann ebenfalls nach dem Geschmack der Gäste: Felix Thomas fing eine Scheibe ab und bekam einen Alleingang, fand aber in Huskies-Torhüter Markus Keller – bekanntlich ein Ex-Riesserseer – seinen Meister. Valentin Gschmeißner hatte Pech, dass er einen Abpraller nicht unter Kontrolle bekam – das Tor wäre leer gewesen. Bitter, denn im Gegenzug zeigte Kassel, wie es gehen kann: Jack Downing zog aus mittiger Position etwas zu unbedrängt ab, der Puck prallte von Nemec direkt auf die Kelle von Phil Hungerecker – 0:1. In Sachen Deckung lief es beim 0:2 aus Riesserseer Sicht noch schlimmer: Um Fedor Boiarchinov kümmerte sich keiner der fünf Weißen. Das bestrafte der Husky und schlenzte ein. Die Führung der Gastgeber zu diesem Zeitpunkt nicht ganz unverdient, da sie stärker wurden, und der SCR vor Keller schlichtweg zu harmlos agierte.

Die Gäste aber kämpften. Und wurden belohnt. Nur 42 Sekunden nach dem 0:2 zeigte Oakley, dass er seine Torgefahr in der langen Pause nicht verloren hat. Ein wichtiger Treffer, brach er doch den Bann gegen Keller an diesem Abend. Andreas Driendl leitete den Konter ein, Michael Rimbeck bediente Oakley, der per Direktabnahme den Goalie doch einmal überwand.

Nach ein wenig Abtasten ging es dann im Schlussabschnitt richtig zur Sache: Kassel gab zuerst Gas, doch genau in dieser Druckphase befreite sich der SCR mit dem Ausgleich. Ein klassischer Konter. Mayenschein blieb in hoher Position, bekam die Scheibe von Ranta und tunnelte Keller zum 2:2. Der Finne kassierte sofort den Puck beim Schiedsrichter ein – den wollte er wohl Mayenschein für sein Premierentor überreichen. Dass es danach noch ein zweites gab – fast schon ein sportliches Märchen: Nachdem die erste Überzahlformation des SCR mal wieder ohne Erfolg geblieben war, machte es die dritte Reihe besser: Eder bewies Mut, spielte einen Kasseler aus, zog vors Tor, schoss, und für den Abpraller stand Mayenschein goldrichtig. Danach überstand der SCR noch das einziger Powerplay der Hausherren in souveräner Manier und durfte mit dem per Fanbus mitgereisten Anhang feiern.

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