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Ständiger Gefahrenherd: Uli Maurer (r.) sorgt in Deggendorf stets für Betrieb vor David Zabolotny.

Penalty-Quote passt noch nicht beim SC Riessersee

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Diese Bilanz ist negativ beim SCR: Drei Penaltyschießen in dieser Saison, drei Niederlagen für den SC Riessersee. Das gefällt auch Trainer George Kink nicht, der allerdings noch andere Baustellen erkennt. Dennoch ist der Saisonstart kein schlechter - auch, weil‘s bei Routinier Uli Maurer immer besser läuft

Garmisch-Partenkirchen– Der SC Riessersee und das Penaltyschießen – das ist eine schwierige Angelegenheit. Warum, darüber rätselt auch Trainer George Kink. Bereits drei von fünf Partien in dieser noch jungen Oberliga-Saison wurden im Duell Mann gegen Mann entschieden. Dreimal ging der SCR als Verlierer vom Eis. Schon im Frühjahr in der Verzahnungsrunde mit den Bayernligisten in der alten Spielzeit gehörte das Penaltyschießen nicht zu den Lieblingsdisziplinen der Riesserseer: In vier Duellen mit den Bayernligisten gab es nur einen Sieg. Eins von sieben – keine Quote, die den Trainer zufriedenstellt. „Es wäre an der Zeit, dass wir mal wieder gewinnen“, sagt er trocken.

Bei der Ursachenforschung landet Kink beim Thema Routine. „Vielleicht ist die Erfahrung ein Faktor?“ In seiner jungen Mannschaft – auf den Schnitt von nur 22 Jahren verweist der Trainer immer wieder – fehlt es notgedrungen an alten Hasen, über die eine Mannschaft wie Deggendorf dagegen reihenweise verfügt. Reine Spekulation freilich.

Die Statistik der Sonntagspartie aber nährt den Verdacht: Uli Maurer und Calder Brooks waren die einzigen Riesserseer, die den Puck im Kasten hinter David Zabolotny unterbrachten: ein echter Routinier und ein Kontingentspieler. „An Daniel Fießinger liegt’s nicht“, das stellt Kink gleich klar. Der Torhüter entschärfte beispielsweise zwei von drei Versuchen von Ausnahmespieler Thomas Greilinger. „Was soll ich von ihm noch mehr erwarten?“, fragt Kink. „Er kann ja nicht auch noch selbst schießen.“

Kink hofft in dieser Hinsicht auf die Rückkehr von Florian Vollmer und Victor Östling. „Die beiden schießen auch sehr gute Penaltys.“ Wird aber noch dauern. Bei Vollmer ist die Rückkehr noch nicht absehbar. Östling sei bis in die Haarspitzen motiviert, schnellstmöglich wieder einzusteigen, „doch ich muss ihn in seinem Elan eher bremsen, dass er keinen Schmarrn macht. Seine Einstellung ist der Wahnsinn.“ Klar, Vertreter Brooks auf dem Eis zu sehen, macht dem Schweden sicher keinen Spaß – bei allem Teamgedanken.

Ein ausgefeiltes Urteil über den Kanadier traut sich Kink bisher nicht zu. „Ihm fehlt noch die Bindung, er war ja kaum auf dem Eis mit uns.“ Eines aber hat der 25-Jährige wohl schon mitbekommen. „Bei uns muss man immer die Füße in Bewegung haben, damit es funktioniert.“

Mit den bisherigen Ergebnissen kann Kink ganz gut leben. Neun Punkte aus fünf Partien – „ein bisschen besser hätte es vielleicht laufen können“, urteilt der Coach. Gerade in den drei Begegnungen, die der SCR im Penaltyschießen verlor, wäre auch ein höherer Ertrag möglich gewesen. „Am liebsten wäre mir, wenn wir die Spiele noch in regulärer Zeit entscheiden könnten“, sagt er klar. „Comeback-Qualitäten sind schön, aber für die Köpfe der Spieler wären auch Siege wichtig.“ Die Chancen dazu fehlten in keiner der drei Begegnungen. Andererseits dürfe man Teams wie Rosenheim oder Deggendorf nicht herunterreden. „Die haben schon unheimlich viel Qualität für die Oberliga. Da ist es nicht so einfach, vom Druck wegzukommen.“ Und am nächsten Freitag wartet mit dem EV Regensburg schon das dritte große Kaliber.

Als größte Baustelle sieht Kink derzeit das Defensivverhalten in der eigenen Zone an. „Und das wird wohl über die gesamte Saison ein Thema bleiben“, befürchtet er. In der Abwehrarbeit zeigen sich die Veränderungen im Kader am deutlichsten. In dieser Woche wird er dort die Hebel ansetzen. „Wir müssen ein wenig weg vom reinen Mann-gegen-Mann-Spiel.“

Nur gut, dass Routinier Uli Maurer derzeit richtig vorne wegmarschiert. Nach der verletzungsbedingt durchwachsenen Saison 2018/19 scheint der Ex-DEL-Spieler nun richtig Fahrt aufzunehmen. „In Deggendorf unser bester Mann“, adelt ihn Kink, „und das, obwohl er noch nicht bei 100 Prozent ist, sich eher durchkämpft und -beißt.“ Maurer führte die Reihe mit Eetu Arkiomaa und Youngster Dennis Lobach in beeindruckender Weise, war speziell in der Schlussphase bei jedem Angriff gefährlich, musste sich vor Greilinger in keiner Weise verstecken.

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