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Zurück im blauen Dress: Christoph Frankenberg verteidigt wieder für den SCR.

Der 13. Einheimische beim SC Riessersee

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Ein hartes Jahr liegt hinter Christoph Frankenberg: Nach einer Gehirnerschütterung konnte der 21-jährige Verteidiger eine komplette Saison kein Eishockeyspiel bestreiten. Nun ist er wieder fit - und zurück beim SC Riessersee, der weiterhin konsequent auf die Einheimischen-Karte setzt. 13 von 16 Spieler aus dem aktuellen Kader kommen aus dem eigenen Nachwuchs. 

Garmisch-Partenkirchen – Christoph Frankenberg ist die Nummer 13. Fast ein wenig bezeichnend für den Farchanter, gilt die 13 doch als Unglückszahl. Der 21-Jährige hat ein hartes Jahr hinter sich. Eine Gehirnerschütterung setzte ihn für eine komplette Eishockey-Saison außer Gefecht. Nichts ging mehr. Nun greift er wieder an. Zurück in der Heimat, zurück beim SC Riessersee. Als Nummer 13 eben. Frankenberg ist der 13. Einheimische im Kader. „13 von 16“, kommentiert Geschäftsführer Pana Christakakis. Nur Moritz Miguez, Aziz Ehliz und Victor Östling stammen aktuell nicht aus dem SCR-Nachwuchs. „Wir gehen diesen Weg weiter, auf einheimische Spieler zu setzen.“ So müsse die Zukunft des SC Riessersee aussehen, nur so sei Eishockey unter der Alpspitze praktikabel und finanzierbar.

Frankenberg selbst findet’s „geil. So eine junge Mannschaft hat es doch lange nicht mehr gegeben, eine Super-Truppe“, betont der Verteidiger. „Ich freue mich riesig, wieder daheim spielen zu können.“ Versucht hat er es vor zwei Jahren schon einmal. Unter schwierigen Bedingungen. Der SCR schwang sich damals auf, Vizemeister der DEL2 zu werden. Für den Youngster war kaum Platz. „Ich habe wenig gespielt, das war auch ein Hauptgrund, warum ich nach Freiburg gegangen bin. Das war ein Team, das weiter hinten spielte und auf junge Leute bauen wollte.“ Doch das Glück war dem 1,86-Meter-Mann nicht hold. Schon in der Vorbereitung kam das Aus: „Erst hat es mich im Vorbereitungsspiel gegen Schwenningen erwischt“, berichtet Frankenberg. Er knallte unglücklich in die Bande. Den K.o.-Schlag versetzte es ihm bei einem Spiel in Schottland. Ein 110- Kilo-Brocken kam angeflogen und traf ihn am Kopf. „Ich wollte es noch einmal probieren, aber mir war schwummrig, die Zahlen auf der Anzeigentafel waren verschwommen, ich hab’ gleich gemerkt, dass etwas nicht stimmt.“

Damit lag er richtig. Die Mediziner diagnostizierten eine schwere Gehirnerschütterung. Frankenberg musste kapitulieren. Für ihn begann eine Ärztetour. Freiburg, Murnau, München – „vier oder fünf verschiedene.“ Bessere Nachrichten hatte keiner der Doktoren. Eishockey war gestrichen, anderes Training ebenso. „Ich konnte ein Jahr nichts machen außer ein paar Übungen für die Augen.“ Hart für einen jungen Sportler.

Bald aber kam der Kontakt zum SCR zustande. Frankenberg zeigte Interesse, die Verantwortlichen ebenfalls. „Wenn Christoph bei 100 Prozent ist, wird er uns helfen“, sagt Coach George Kink. Er mahnt aber zur Geduld: beim Spieler wie beim Umfeld. „Er braucht erst wieder das Selbstvertrauen auf dem Eis, die Sicherheit, das könnte schon etwas dauern.“

Das ist auch Frankenberg bewusst. Der aber gibt sich zuversichtlich: „Ich denke, das geht dann relativ schnell.“ Allein schon, dass er seit zwei Monaten wieder beschwerdefrei trainieren kann, treibt ihn an. Er spielt Inlinehockey – ohne Probleme. „Mein Arzt hat gesagt, dass ich mich wieder in den hohen Pulsbereich begeben soll, damit sich mein Kopf daran gewöhnt.“ Dass sich eine Rückkehr problematisch gestalten könnte, dass sie ihn Überwindung kosten könnte, daran verschwendet der Verteidiger nicht einen Gedanken. „Im Gegenteil, die Situation in Garmisch pusht mich richtig. Ich will endlich zurück aufs Eis.“

Eine Einstellung, die auch die Funktionäre beim SC Riessersee beeindruckt hat. „Wir glauben an ihn“, betont Christakakis. „Christoph hat uns überzeugt. Er ist einer, der beim SCR spielen will und nicht nur aus der Not kommt. Solche Spieler können wir nicht brauchen.“

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