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Wortführer: Joel Johansson war in Bad Nauheim Assistenz-Kapitän. Hier spricht er mit dem Schiedsrichter.

Eishockey: DEL 2

Letzte Ausländerstelle fix: Schwedischer Ankurbler für SCR

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Mit Joel Johansson verpflichtet der SCR einen Verteidiger, der Stärken im Spielaufbau hat. Der Vorteil: Man kennt ihn.

Garmisch-Partenkirchen – Für seine Akribie ist Tim Regan weithin bekannt. Nicht wenige spotten, ihm würde nur noch ein Bett im Olympia-Eissportzentrum fehlen. So viel Zeit verbrachte er in seinen Trainerjahren in den Katakomben der Arena. Sein Kammerl ist er los. Das übernimmt Toni Söderholm, der neue Coach. Regan wechselt in die Geschäftsstelle des SC Riessersee auf der anderen Seite der Eisfläche. In puncto Hingabe wird sich beim neuen Sportlichen Leiter aber sicher wenig ändern.

Die Suche nach dem Kontingent-Verteidiger ist ein perfektes Beispiel für Regans Arbeit. 21 Namen fanden sich am Ende auf seiner Liste. Zusammengetragen hat er Kandidaten von Vereinen weltweit. „Von Norwegen bis zur East-Coast-Hockey-League“, konkretisiert er. Im Fokus aber standen bekannte Gesichter. „Wir haben zunächst in unseren Ligen geschaut, denn wir wollten das Risiko minimieren“, betont der Sportchef. Ein Bekannter ist es letztlich auch geworden: Joel Johansson. Der Schwede kommt vom Konkurrenten Bad Nauheim.

Der 26-Jährige ist ein Spielertyp, den Regan schätzt. „Er wollte unbedingt zu uns, weil er einen Schritt nach vorne machen möchte.“ In Bad Nauheim hätten sie den Abwehrmann gerne behalten. Doch das Angebot der Hessen schlug er bald aus. Sogar ein DEL-Verein aus dem Westen war auf Johansson aufmerksam geworden. Letztlich scheiterte der Deal, weil der Klub seine Ausländerstelle doch an einen Torhüter vergab. Ein Glück für den SCR. Die Verhandlungen waren relativ einfach. „Wir haben ihm gesagt, dass wir keinen großen Etat haben und was wir ihm zahlen können, und er willigte schnell ein.“ Johansson möchte noch vorwärtskommen in seiner Karriere. „Er ist hungrig“, sagt Regan. „Er hat den DEL-Traum noch nicht aufgegeben.“ Den SCR erachtet der Schwede als gute Adresse, mit der er sich empfehlen kann, quasi als Sprungbrett.

Regan ist froh, dass der Linksschütze zum SCR kommt. „Wir kennen ihn, das ist ein großer Vorteil, er hat schon gegen uns gespielt.“ Regan telefonierte aber auch viel. Mit dem Schweden selbst, mit Managern, Spielern, auch Teamkaderaden Johanssons. Die Rückmeldungen waren alle positiv. „Er war vor allem in Überzahl der Dreh- und Angelpunkt bei Bad Nauheim, als er verletzt war, ging es dort bergab.“ Eine Parallele zum SCR. Als Julian Eichinger ausfiel, brach das Powerplay oftmals zusammen. Johansson soll mithelfen, es wieder anzukurbeln. Er gilt zwar nicht als Scharfschütze, aber als intelligenter Aufbauspieler, als Regisseur. „Er ist ein Allrounder, der uns einfach mehr Möglichkeiten geben wird.“

Genau deshalb fiel auch die Entscheidung, es generell mit einem Kontingent-Verteidiger zu versuchen. Lubor Dibelka und Richard Mueller bescheren der Offensive enorme Qualität. „Sie kompensieren einen Ausländer ganz leicht“, urteilt Regan. Und hinten war der Ausfall Eichingers in der abgelaufenen Saison Warnung genug.

Die Kaderplanung ist damit nahezu abgeschlossen. „Wir haben alle wichtigen Stellen besetzt“, bestätigt der Sportdirektor. „Es kann nur sein, dass bei jungen Spielern noch etwas passiert.“ Stichwort Förderlizenzen: Die Position der zweiten Torhüter-Stelle ist noch vakant. Daniel Fießinger und Kevin Reich sind die beiden Kandidaten von DEL-Kooperationspartner Red Bull München. „Sie trainieren derzeit in Salzburg“, sagt Regan. Dort wird sich wohl herausstellen, wer der heißere Kandidat für den SCR ist. „Einer sollte aber immer da sein.“ In jedem Fall wollen die Verantwortlichen Jugend-Keeper Daniel Allavena noch einbauen, ihn für die Zukunft aufbauen. So viel zum Thema Akribie.

Der Kader 2017/18

Tor: Matthias Nemec, Daniel Fießinger (FL), Kevin Reich (FL), Daniel Allavena.

Abwehr: Joel Johansson, Julian Eichinger, Felix Thomas, Benjamin Hüfner, Stephan Wilhelm, Simon Mayr, Christian Hummer, Emil Quaas (FL), Christoph Frankenberg.

Sturm: Florian Vollmer, Andreas Driendl, Jared Gomes, Jakob Mayenschein (FL), Louke Oakley, Lubor Dibelka, Tim Richter, Richard Mueller, Philipp Wachter, Valentin Gschmeißner, Mattias Beck, Michael Rimbeck, Andreas Eder (FL), Nick Endreß (FL), Fabian Dietz (FL), Manuel Bartsch (FL), Steven Wagner (FL) Thomas Heger (FL).

Trainer: Toni Söderholm.

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