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Östling gegen Morgan – das gibt’s künftig höchstens im Training.

Sean Morgan: Einer, der gekitzelt werden will

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Er ist einer Einheimischer, und er passt bestens in Konzept beim SC Riessersee: Sean Morgan (24) verteidigt ab sofort für seinen Heimatverein, bei dem er alle Nachwuchs-Mannschaften durchlaufen hat, allerdings noch nie als Profi aktiv war. Im Mittenwalder sieht Trainer George Kink großes Potenzial schlummern. 

Garmisch-Partenkirchen – Sean Morgan kehrt zurück zum SC Riessersee. Das mag sich für den einen oder anderen fremd anhören. Morgan? SCR? Bruder Corey coacht im Verein die Schüler, spielt beim EV Mittenwald. Aber Sean Morgan? Den werden einige Fans in der abgelaufenen Saison vielleicht als Gegner wahrgenommen haben. Der Verteidiger gastierte mit Sonthofen und Lindau im Olympia-Eisstadion. Doch der Mittenwalder, der heute seinen 24. Geburtstag feiert, ist im Grunde ein waschechter Riesserseer. „Er hat den kompletten Nachwuchs durchlaufen“, betont Trainer George Kink. Nun hat er erstmals bei den Profis angeheuert.

Morgan passt genau ins Konzept beim SCR. Das unterstreicht Kink. „Er ist ein Einheimischer und einer, der bisher noch nicht das gespielt hat, was er kann. Genau diese Jungs suchen wir, aus denen wir noch etwas herauskitzeln können.“ Der Coach sieht den neuen Mann als „Spieler, der uns richtig helfen kann“. Er charakterisiert ihn als „intelligenten Verteidiger, der einen guten ersten Pass spielen kann“. Allerdings sei Morgan bei seinen bisherigen Stationen in Peiting, Sonthofen und Lindau offenbar nie richtig eingesetzt worden. „Sag Florian Vollmer, er soll einfach die Scheibe in die Rundung hauen, dann kann er sein Potenzial auch nicht ausschöpfen. So etwas ist für einen jungen Burschen tödlich“, urteilt Kink. Der findet einen interessanten Vergleich für Morgans bisherige Engagements: „Von den Punkten hat er gespielt wie ein Torhüter.“ Im Grunde gleicht Morgans Situation ein wenig der von Silvan Heiß bei dessen vorangegangenen Stationen. Heiß war als reiner Defensivverteidiger in einer hinteren Reihe verschenkt. „Ich denke, er könnte eine ähnliche Rolle spielen. Es kommt nur darauf an, wie schnell er sich von seinem bisherigen Eishockey verabschieden kann.“

Morgan selbst pflichtet seinem neuen Trainer bei. „Ich freue mich auf diese Herausforderung, beim SCR anderes Eishockey zu spielen“, betont er. Sein Offensivpotenzial konnte er bis dato nie richtig ausschöpfen, „weil ich diese Rolle einfach auch nie einnehmen sollte“. Bei Vereinen wie Sonthofen oder Lindau sei es als Team eben maximal ums Mithalten gegangen. „Ich würde schon sagen, dass ich dadurch nicht das rausholen konnte, was ich wirklich drauf hab’.“

Dass beim SCR alles ein wenig profihafter abläuft, schreckt Morgan nicht im Geringsten. „Ich wollte immer so spielen“, sagt er selbstbewusst. Sich nun voll auf Eishockey konzentrieren zu können und definitiv größere Umfänge zu trainieren, gefällt ihm gut. „Es ist eine Veränderung, aber die nehme ich gerne an.“ Probleme erwartet er dadurch nicht.

Wohl auch, weil er mit Philipp Wachter einen an seiner Seite weiß, mit dem er durch dick und dünn geht. Die beiden sind nicht nur gleich alt, sie liegen sogar bloß drei Tage auseinander, haben gemeinsam mit dem Eishockey in Mittenwald begonnen, beim SCR und in Tölz in der DNL gespielt. „Beste Kumpel“ einfach. Seit einigen Wochen trainiert das Duo bereits auf die neue Saison hin. „Es war schon immer unser Ziel, dass wir irgendwann mal wieder gemeinsam spielen“, sagt Morgan offen. Dass es beim SC Riessersee ist – umso besser. „Rein privat ist das eine Supersituation, aber ich hoffe auch, dass beim Eishockey alles klappt.“

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