Eigentlich wollte Pana Christakakis sich nun langsam mehr um Themen wie den Kader kümmern - da kommt die schlechte Nachricht vom Verbot von Großveranstaltungen bis 31. Oktober. Der Geschäftsführer des SC Riessersee kann den Beschluss nicht nachvollziehen
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Jubeln mit den Fans: Eine Hoffnung, die aktuell wieder wenig Nahrung erhält.

Nach Entscheidung des Bundes zu Großveranstaltungen: SCR bleibt eine kleine Hoffnung

  • Christian Fellner
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Eigentlich wollte Pana Christakakis sich nun langsam mehr um Themen wie den Kader kümmern - da kommt die schlechte Nachricht vom Verbot von Großveranstaltungen bis 31. Oktober. Der Geschäftsführer des SC Riessersee kann den Beschluss nicht nachvollziehen

Garmisch-Partenkirchen– Ein wenig ungläubig verfolgte Pana Christakakis am Dienstag die Pressekonferenz von Markus Söder. Per Livestream lief sie auf seinem Smartphone. Klar wollte er wissen, wie es weitergeht. Vielleicht würde es ja Nachrichten hinsichtlich des Sportbetriebs geben.

Was der Geschäftsführer der Eishockey-GmbH des SC Riessersee zu hören bekam, gefiel ihm gar nicht. „Ganz ehrlich, ich hätte am liebsten mein Handy gegen die Wand geklatscht.“ Sprach Bayerns Ministerpräsident doch aus, dass der Bund das Verbot von Großveranstaltungen, das bisher bis 31. August galt, auf 31. Oktober ausweiten wolle. Am Mittwoch saßen die Chef der Länder beisammen – eine endgültige Bestätigung gab es nicht bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe. Doch hatten Medien deutschlandweit bereits im Vorfeld den Stichtag 31. Oktober bestätigt.

Ein echter Nackenschlag wäre dies für Verantwortliche von Sportvereinen in Disziplinen, die Zuschauereinnahmen zur Finanzierung ihres Spielbetriebs brauchen. So wie im deutschen Eishockey. Dort hatte es aus sportlicher Sicht zuletzt ein wenig mehr Klarheit gegeben: Modus und Zusammensetzung der Oberliga wurden festgezurrt. „Wir haben gerade versucht, uns wieder ein wenig mehr auf andere Dinge zu konzentrieren, uns mehr auf dem Spielermarkt umzuschauen“, betont Christakakis, „und dann das“. Er kann das Vorgehen der Politiker nicht nachvollziehen. „Was ist denn bei uns anders als in einem Bus, in der Bahn oder in Schulen?“ Der SCR-Geschäftsführer könne mit Einschränkungen leben. „Wenn wir nur online feste Platzkarten verkaufen dürfen – bitte, das könnten wir umsetzen.“ Hygienekonzepte hat er durchforstet, sich Gedanken gemacht, was in Garmisch-Partenkirchen umsetzbar wäre. Der SCR hätte für den Fall, dass gespielt werden könnte, den Vorteil des größten Stadions. „Nur jeden zweiten oder dritten Sitzplatz zu nehmen, darüber würde ich lachen“, räumt Christakakis ein. Aber: „Was bringt es mir, wenn ich keinen Gegner habe.“ Ein solches Vorgehen wäre wohl ohne Probleme nur in Garmisch-Partenkirchen und Regensburg möglich. „Deggendorf hat exakt 240 Sitzplätze“ – das hat er vom Kollegen aus Niederbayern erfahren. Gar nicht zu spielen in dieser Saison – eine Horrorvision für Christakakis. „Dann würden wir alle dem Arbeitsamt im Nacken sitzen, denn wie sollte es sonst gehen?“

Eine kleine Hoffnung hegt Christakakis aber noch: Aus Insiderkreisen habe ein Manager-Kollege eines anderen Teams erfahren, dass es für den Sport durchaus Sonderregelungen geben solle. „Darin liegt nun die Hoffnung.“ Inoffiziell hatte er zuletzt mit einem Trainingsauftakt Anfang September gerechnet, einem Start in die Liga Mitte Oktober. Könnte knapp werden.

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