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Unermüdlicher Antreiber : Jared Gomes belohnte sich mit dem Treffer zum 3:1.
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Eishockey: DEL2

Gute Gefühlsentscheidung

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SCR-Trainer Toni Söderholm beweist ein feines Händchen: In der zweiten Drittelpause reißt er nach einer mäßigen Vorstellung die Topreihe auseinander und gibt somit den entscheiden Impuls zum letztlich klaren 5:1-Erfolg gegen den ETC Crimmitschau

Garmisch-Partenkirchen– Ein bisschen aufrichten hatte Toni Söderholm seinen Stürmer schon müssen. „Wir haben am Mittwoch gesprochen“, verrät der Finne. Mit Jared Gomes. Null Tore – eine Ausbeute, mit der der Kanadier nicht zufrieden war. Sein Coach beruhigte ihn. „Du weißt nie, wann du das nächste Tor schießt, habe ich ihm gesagt.“ Nun, Sonntagabend war ein guter Zeitpunkt für die Premiere: Gomes netzte ein, machte das wichtige 3:1 in einem Spiel, das nach gutem Start des SC Riessersee plötzlich auf der Kippe stand. Gomes gab die Richtung vor fürs letzte Drittel. Der 28-Jährige war der Wegbereiter für den letztlich klaren und absolut verdienten 5:1-Erfolg der Garmisch-Partenkirchner gegen die Eispiraten aus Crimmitschau. Die wurden im Schlussabschnitt gegen die Wand gespielt, das Statistikteam registrierte nicht einen einzigen Torschuss. Bitter. ETC-Coach Kim Collins kam nach diesem Drittel zu einem vernichtenden Urteil für sein Team: „Der SCR hat uns gezeigt, wie Eishockey geht, das war stark.“

Zurück zu Gomes. Der hatte wieder auffällig gespielt. Der Kanadier rackert ohnehin in jeder Partie, was das Zeug hält. Das schätzt sein Trainer am „Vollprofi“, wie er den Mittelstürmer nennt. „Mit solchen Spielern macht es Spaß zu arbeiten. Er kommt in jeder Partie, in jedem Training mit einem unglaublichen Level.“ Für diesen Einsatz fehlte bis dato nur der Lohn, der individuelle. Auch wichtig für einen Leistungsträger. Klar steht der Teamerfolg über allem. Doch ein Kanadier will Tore schießen, etwas bewegen, beitragen zum Erfolg der Mannschaft.

Gomes hat die Geduld bewiesen – und wurde gegen Crimmitschau belohnt. An der Bande erkämpfte er sich den Puck, zog rein in die Mitte und wuchtete den Puck ins rechte Kreuzeck. „Leider habe ich das Tor gar nicht gesehen, weil ich gerade mit etwas anderem beschäftigt war“, bedauert Söderholm. „Aber ich werde es mir auf Video sicher zwei- oder dreimal ansehen.“

Es war der Weckruf für den SCR. Oder vielleicht auch eine Reaktion auf das, was der Coach in der zweiten Pause umgestellt hatte. Er splittete die Top-Reihe mit Andreas Driendl, Richard Mueller und Lubor Dibelka, die sich zuvor mehr selbst im Weg gestanden hatte. Driendl legte obendrein mit einem Scheibenverlust neben dem eigenen Kasten noch das 1:2 auf. Ein schwacher Auftritt des nominell stärksten Trios. Söderholm tat das einzig Richtige. Mueller packte er neben Gomes, Michael Rimbeck als Kämpfer zu den beiden anderen. „Eine Gefühlsentscheidung“, kommentiert er den Schritt. „Aber ich musste was tun, ich dachte, das wird sonst noch schlimmer.“

Funktionierte. Der SCR spielte endlich sein Potenzial aus, brachte Tempo aufs Eis. Ein Auftritt, dem die Gäste nicht mehr gewachsen waren. Die Folge: Zwei weitere Treffer von Mueller bei einem Überzahl-Konter und Driendl mit einem platzierten Schuss unters Dach des Tors. Auf einmal ging’s effektiv.

Den besseren Start hatten zuvor schon die Riesserseer erwischt gehabt. Jakob Mayenschein traf in der ersten Drangphase aus spitzem Winkel flach ins lange Eck. Mit zunehmender Dauer allerdings wurde die Partie zerfahrener. Die Pässe kamen schlichtweg nicht an, in der eigenen Zone arbeitete der SCR nicht konsequent. Dennoch traf Julian Eichinger kurz vor der Pause noch zum 2:0. „Wir Trainer hatten nach dem ersten Drittel aber das Gefühl, dass wir mit Glück 2:0 vorne lagen“, räumt Söderholm ein. Das verstärkte sich nach Abschnitt zwei, in dem dem SCR kaum noch etwas gelang. Nur der starke Nemec verhinderte mehr Ungemach. Der SCR stolperte in die letzte Pause. „Aber dann haben sich die Spieler wirklich gesteigert“, lobt Söderholm. „Wir sind gelaufen, haben uns die Chance gegeben, Zweikämpfe zu gewinnen.“ Fast zwangsläufig fielen die Treffer.

Auch der wichtige von Gomes, der dem Kanadier sicher Selbstvertrauen gibt. Das kann er für die nächste Aufgabe gut gebrauchen. Am Dienstag geht es nach Kassel. Nach dem ersten Sieg an einem Sonntag könnte der SCR dort beweisen, dass er auch auswärts punkten kann.

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