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Der Schüler und der Lehrmeister: Der junge Verteidiger Lorenz Mittermaier schießt sein erstes Tor für den SCR, Routinier Florian Vollmer hatte ihn perfekt bedient. 

Eishockey

SCR: Eine Mannschaft zeigt Charakter

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Ohne Martin Naenfeldt, Victor Östling, Emil Quaas und Christian Hummer zeigt der SCR eine Trotzreaktion und schlägt den TEV Miesbach zum zweiten Mal an diesem Wochenende. Das Team setzte sich in der Tabelle auch als Spitzenreiter ab.

Garmisch-Partenkirchen– Ist es nicht traurig, dass man sich als Besucher der Spiele des SC Riessersee in dieser Oberliga-Qualifikationsrunde jedes Mal eine Frage stellen muss: Soll man sich freuen, oder soll man weinen? Erfreuen an dem, was ein personell gebeuteltes Team mit dem letzten Aufgebot, einer U23-Truppe plus zwei Oldies, aufs Eis bringt, allen Widrigkeiten zum Trotz? Oder soll man sich aufregen über die Art und Weise, wie mit dem SCR umgesprungen wird? Von Gegnern, deren Spieler keinen vernünftigen Check fahren können, ohne dem Kontrahenten ins Gesicht zu springen? Von Schiedsrichtern, die dem Geschehen lediglich hinterherlaufen, weder einen Überblick haben, noch Spieler vor gefährlichen Aktionen schützen, geschweige denn durchgreifen, wenn es doch passiert ist? Die Frage muss ein jeder für sich beantworten. Nur traurig, dass sie so allgegenwärtig ist.

Picken wir das Positive heraus. Das ist eine Mannschaft, die Charakter hat, die kämpft, die allen beweisen will, dass sie über diesen Ereignissen steht. Ohne vier Mann musste der SCR gestern Abend ran. Ohne vier absolute Leistungsträger. Denn zu Martin Naenfeldt und Christian Hummer kamen am Freitagabend Victor Östling und Emil Quaas. Zwei Checks gegen den Kopf, die Schiedsrichter Michael Kees natürlich nicht gesehen hat.

Tja. Der SCR füllte mit Luca Allavena und Lukas Artus aus dem DNL2-Team auf, um ein paar Alternativen zu haben. „Wir verlieren jedes Wochenende einen bis zwei Spieler“, unkte George Kink bei der Pressekonferenz. „Das ist eine Katastrophe.“ Anerkennung kam sogar vom Miesbacher Coach Peter Kathan. „Respekt, wie die Garmischer das machen. Das muss man schon sagen, sie spielen jetzt ohne Ausländer.“ Nicht freiwillig. „Das sind unschöne Szenen, die wir in diesem Sport nicht brauchen“, sagte Kink. Doch kann auch Kathan nichts für ungestüme Aktionen seiner Spieler, die dann unglücklich enden.

Gestern Abend hielt sich das bis aufs erste Drittel in Grenzen. Da kassierte Philipp Wachter wieder einen Check gegen den Kopf. Ohne Strafzeit – logisch. Sonst aber blieb es relativ ruhig. Mag auch daran gelegen haben, dass die Miesbach wieder zu einem Traumstart eingeladen wurden. Scheibenverlust im Mitteldrittel, Solo, Tor. Nach nur 18 Sekunden 0:1. Und weil’s noch nicht reichte, folgte sogleich das 0:2. Einfach nicht konsequent verteidigt, Abpraller vom Verteidiger-Schlittschuh, und Maximilian Meineke staubt ab. „Wir wollten kein frühes Tor“, sagte Kink hinterher. Der Plan ging nicht auf.

Der SCR mühte sich, Ruhe reinzubringen, Ordnung in die eigenen Reihen. Das fiel ihm richtig schwer. Doch man sah den Spielern an, sie wollten mehr. Nur fanden sie zunächst kein Mittel gegen die tief stehenden Miesbacher. Kein Wunder, dass Kathan mit dem Spiel seiner Burschen zufrieden war. „Wir haben gut gekämpft, Leidenschaft gezeigt, heute war für uns vielleicht sogar mehr drin als am Freitag.“

Das ließ der SCR aber nicht zu. Angeführt von den beiden Routiniers Florian Vollmer und Uli Maurer nahm der Zug langsam Fahrt auf. „Viele hat der SCR davon ja nicht, aber die beiden machen den Unterschied aus“, lobte Kathan. Vollmer legte Lorenz Mittermaier vier Minuten vor Drittelende die Scheibe quer, der wuchtete den Puck rein. Der erste Treffer überhaupt für den Grainauer.

In Durchgang zwei hielt der SCR das Tempo hoch. Florian Imminger war der Ausgleich vorbehalten. Sein Schuss wurde von einem Schlittschuh ins TEV-Tor gelenkt. Im Powerplay versenkte Wachter einen Kracher im Kasten zum 3:2. Jetzt sah alles nach einer klaren Sache aus. Doch eine Unachtsamkeit kostete sofort die Führung. Plötzlich jubelte der TEV über das 3:3.

Der Schlussabschnitt musste entscheiden. Der war lange eine zähe Nummer. Doch der SCR behielt die Geduld: Irgendwann erwischte Vollmer die Gäste, bei denen die Kräfte schwanden, auf dem falschen Fuß, legte perfekt ab für Maurer, der den Puck in den rechten Torwinkel zimmerte. Vollmer selbst machte ins leere Tor dann noch alles klar.

Der Kampf nötigte auch Kink größten Respekt ab: „Das waren ganz wichtige Punkte für uns, aber wir sind noch nicht durch. Wir müssen weiter Leistung bringen, wenn wir das tun, sind wir auf dem richtigen Weg.“ Trotz aller Diskussionen über Fouls und schwache Schiedsrichter.

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