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SCR-Mini-Team macht Spitzenreiter Regensburg platt

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Das war eine astreine Vorstellung: Mit nur 14 Mann hat der SC Riessersee am Freitagabend den EV Regensburg, Spitzenreiter der Oberliga Süd, in der Verlängerung in die Knie gezwungen und zwei Punkte geholt. 

Garmisch-Partenkirchen – Die Lücken in der Ostkurve waren ebenso groß wie ungewöhnlich. Nur 1260 Zuschauer interessierten sich für das Heimspiel des SC Riessersee gegen den EV Regensburg; darunter locker 200 Schlachtenbummler aus der Oberpfalz. Das war insofern schade, als der SCR trotz des 14-Mann-Minikaders dem Spitzenreiter über die gesamte Spielzeit durchgängig die Stirn bot. Mehr noch: Anders als Toni Söderholm zuvor in den Heimpartien gegen die Teams aus den Top-Vier brauchte George Kink nach der Lobrede auf sein Team nicht dem gegnerischen Trainer zum Sieg gratulieren. Erstmals gelang der SC Riessersee ein Heimerfolg über einen Mitfavoriten. Uli Maurer schoss in der ersten Minute der Verlängerung zum 5:4 Siegtreffer ein.

Einmal mehr war der Kader auf Kante genäht. Umso höher anzuerkennen ist der läuferische Aufwand, den die Werdenfelser am Freitagabend betrieben. Am Ende stand die Kontroverse der Fans. „Ihr seid Erster, keiner weiß warum“, schrie der Riesserseer Anhang. „Ohne Schiri habt ihr keine Chance“, wüteten die Eisbären-Fans. Die finalen SCR-Treffer fielen bei nummerischem Vorteil. Über die Strafzeiten hatten die Regensburger naturgemäß eine andere Meinung als Spielleiter Bastian Haupt.

Entsprechend verloren blickte EVR-Coach Igor Pavlov drein, als er im Presseraum auf Kameramann und Moderator wartete. Kink indes erschien gelöst im kleinen Kämmerlein unter der Haupttribüne, das Neuland für ihn war. „So schaut das also hier aus“, scherzte der 36-Jährige. Nicht vergleichbar mit der Anspannung vor und während der Partie. Zweimal gaben die Garmisch-Partenkirchner einen Vorsprung aus der Hand, dann aber galt die Klassiker-Prämisse: „Blaue geben niemals auf“. Regensburg holte sich sofort nach Beginn, sowie Mitte des Schlussdrittels zweimal den wichtigen Führungstreffer. Doch das reichte nicht, um den SCR vorzeitig auszuhebeln. Erst konterte Victor Östling umgehend das 2:3 mit seinem zehnten Saisontreffer. Der Schwede ist damit der erste SCR-Crack, der eine zweistellige Trefferquote vorweisen kann. Danach musste der Kapitän herhalten. Riessersee hatte Nikola Gajovsky an der blauen Linie entwischen lassen. Der Tscheche tänzelte Daniel Fießinger aus, stellte auf 4:3. Aber dann kam Flori Vollmer angeschossen, drosch im Powerplay eine Vorlage von Uli Maurer über die Linie.

Mehr als verdient. Allein schon, weil die Eisbären eine komplette Reihe mehr aufs Eis schicken konnten. Regensburg hatte körperliche Vorteile, fing so oftmals Scheiben und Laufwege relativ mühelos ab. Davon ließ sich der SCR aber nicht einschüchtern, kämpfte sich mutig in die Overtime. Da profitierten die Hausherren von dem nicht unerheblichen Vorteil des vierten Feldspielers. Leopold Tausch bekam vier Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit zwei Minuten wegen Stockchecks am gegnerischen Torraum aufgebrummt. Der Pfiff war sicher kleinlich, die Folgen weitreichend. Just eine halbe Minute benötigte Uli Maurer, um ein Zuspiel von Östling hinter Peter Holmgren zu versenken. Da war der Goalie machtlos.

Die SCR-Fans im alten Foyer hatten nach 40 Minuten noch eher auf Regensburg getippt. Mit dem Kraftfaktor als Argument. Naheliegend. Aber: So täuscht man sich gerne.

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