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Mister 700: Florian Vollmer bekommt von Geschäftsführer Pana Christakakis das Trikot mit der 700 überreicht.

SCR: Vollmer macht die 700 voll und schnürt einen Doppelpack

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Was für ein Abend: Dauerbrenner Florian Vollmer feiert ein besonderes Jubiläum, der SC Riessersee trumpft am Familientag groß auf und schlägt die Selber Wölfe nach dem 4:1 vom Freitag auch im Heimspiel deutlich mit 7:3

Garmisch-Partenkirchen– Sie ließen nicht locker. Nein, an so einem Freudentag wollten sie „die Blauen“ noch einmal sehen. Es gab schließlich einiges zu feiern vor und in der Ostkurve. Einen Top-Auftritt des SCR, ein 7:3 gegen die Selber Wölfe, damit ein Sechs-Punkte-Wochenende, und einen Spieler, „wie es sie heute eigentlich nicht mehr gibt“, sagt Trainer George Kink über ihn – über seinen ehemaligen Weggefährten und Mitspieler: über Florian Vollmer. Der machte am Sonntagabend die 700 Spiele für den SC Riessersee voll. Damit ist der 35-Jährige nach Ignaz Berndaner (741 Partien) nun die Nummer zwei in der ewigen Liste beim Altmeister. Ein echtes Lebenswerk. Eines, das er – und das passte perfekt ins Bild – auch noch mit zwei Treffern an diesem Abend krönte.

Logisch, dass diese runde Sache ein wenig zelebriert wurde. Vor dem Eröffnungsbully erhielt der Mann mit dem Rauschebart von GmbH-Geschäftsführer Pana Christakakis ein Trikot mit der Nummer 700 überreicht. Die Fans sangen, die Mitspieler huldigten, und sogar die Selber Wölfe applaudierten diesem Dauerbrenner. Logisch, dass Kink später noch eine kleine Lobeshymne losließ: „Er ist ein absoluter Führungsspieler, eine wichtige Figur für das Garmisch-Partenkirchner Eishockey, zwölf Jahre in Serie spielt er jetzt für den SCR.“ Stadionsprecher Seppi Brückner gab ihm vor dem Spiel noch ein Ziel mit auf den Weg ans erste Bully: „Mach die 800 noch voll!“

Gespielt wurde dann auch. Logo. Und es war einiges geboten am Familientag: Die Riegseer Blasmusik spielte in der Nordost-Kurve, hatte sogar die „Riesserseer Buam“ einstudiert, die U11-Talente bekamen ihren Auftritt – erst beim Einlauf mit den Spielern, dann in der ersten Pause –, und dann passte auch noch die Vorstellung der Profis voll ins Bild. Ein rundum gelungener Eishockeytag im Olympia-Eissportzentrum.

Die Übermacht der Riesserseer erkannte in der Pressekonferenz auch Herbert Hohenberger, der neue Coach der Selber, der erst in der vergangenen Woche übernahm, neidlos an. „Wir hatten keine Chance. Riessersee hat da ein Super-Wochenende gespielt, uns zweimal absolut souverän geschlagen.“ Offene Worte, die man selten in der Branche hört.

Doch es war in der Tat eine Galavorstellung der Gastgeber. Nimmt man einmal die Minuten im zweiten Drittel aus, in denen der Übermut ein wenig durchschlug. „Da wollte jeder ein Tor schießen, wir wurden schludrig“, merkt Kink an. Doch er nahm seine Auszeit – diesmal sehr früh –und alles war wieder im Lot.

Zuvor hatte der SCR mächtig losgelegt. Emil Quaas, der eine überragende Partie bot, zog nach Pass von Vollmer trocken ab – 1:0. Der Verteidiger war nur einer von den jungen Münchnern, die an diesem Abend vor Spielfreude nur so überquollen. Natürlich spielte sich Justin Schütz in den Vordergrund. Ja fast zwangsläufig. Er hat eine Power, die kaum zu bändigen ist. Ein Treffer in Unterzahl sowie der Schlusspunkt zum 7:3 waren der Lohn für einen Turbo-Auftritt des Münchner Juwels, das sich nicht zu schade war, auch zweimal für den SCR Vollgas zu geben.

Doch eines muss man fairerweise klarstellen: Das war kein reines EHC-Festival. Die Riesserseer standen dem in nichts nach. Funktioniert ja auch nur im Kollektiv. Das 2:0 steuerte Vollmer bei, nach der ersten Pause erhöhten nochmals Quaas und Zitterbart auf 4:0. Das 1:4 schien ein kleiner Schönheitsfleck zu sein, den Schütz in Unterzahl sofort korrigierte. Es folgte die Phase des Überschwangs. Abspielfehler und Ungenauigkeiten nützt eben auch ein scheinbar unterlegender Gegner wie Selb sofort aus.

Nach dem 3:5 zog Kink die Handbremse, hielt seine Ansprache – und Vollmer besorgte nur eine Minute später das 6:3. Damit waren die Punkte endgültig einkassiert. Im letzten Abschnitt kontrollierte der SCR das Geschehen. „Da haben wir sicher noch etwas liegen gelassen“, sagt Kink. Doch darüber konnte er hinwegschauen. Und Schütz machte in der Schlussminute ja noch das 7:3.

„Das waren schöne sechs Punkte für uns an diesem Wochenende, wichtige Siege“, resümiert Kink. Das am Familientag vor vielen potenziellen Fans – besser geht’s kaum.

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