Es war wieder einmal das zweite, unschöne Gesicht, das der SC Riessersee am Freitagabend gegen Oberliga-Schlusslicht Weiden gezeigt hat: Nach vielen Fehlern und Geschenken an die Oberpfälzer, hielt das Team aber den Schaden in Grenzen und gewann endlich einmal ein Penaltyschießen, in dem Youngster Daniel Allavena alle Versuche des Gegners entschärfte.
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Der Schlusspunkt: Victor Östling versenkt seinen Penalty gegen Daniel Filimonow.

Zumindest ein Happy-End für den SCR gegen Weiden

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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Es war wieder einmal das zweite, unschöne Gesicht, das der SC Riessersee am Freitagabend gegen Oberliga-Schlusslicht Weiden gezeigt hat: Nach vielen Fehlern und Geschenken an die Oberpfälzer, hielt das Team aber den Schaden in Grenzen und gewann endlich einmal ein Penaltyschießen, in dem Youngster Daniel Allavena alle Versuche des Gegners entschärfte.

Garmisch-Partenkirchen – Ein Déjà-vu im Sport ist selten erfreulich. Denn oft sind es eben die negativen Erlebnisse, die hängen bleiben. Der erste Vergleich mit Weiden in dieser Saison war definitiv aus dieser Kategorie. 1:2 hieß es am 20. Oktober. Und, am Freitagabend wähnte man sich schnell im selben Film. Rückstand, verzweifeltes Anrennen, ein Fehlerfestival. Mit einer Energieleistung schaffte es der SC Riessersee zumindest, dieses Mal ein anderes Ende herbeizuführen: Im Penaltyschießen gab es dieses Mal den Zusatzpunkt nach 65 wenig berauschenden Minuten zuvor. 5:4 hieß es am Ende vor gerade mal 1000 Zuschauer am Blaulichttag.

Jeder macht es sich so schwer wie möglich – das passende Motto für den SCR. Nach diesem Leitspruch verkehren die Garmisch-Partenkirchner sehr oft in dieser Oberliga-Saison. Wenn der Gegner schon nicht der Kracher ist, dann hilft man eben selbst ein wenig nach. Die Blue Devils aus Weiden waren ganz bestimmt keine Übermannschaft. Der Letzte dieser Meisterrunde eben. Mit bescheidenen Mitteln. Aber mit effektiven. Denn kämpfen, den Gegner ärgern, das kann eine jede Mannschaft zumindest versuchen. Unter der Regie von Ken Latta gelingt das den Oberpfälzern im Olympia-Eissportzentrum stets sehr gut.

Es ist ja nicht so, dass die Riesserseer nicht wussten, was ihn blüht. Trainer George Kink hatte eindringlich gewarnt. Es würde ein Geduldsspiel werden. Wenn eben der SCR seine Nerven nicht im Griff haben würde. Und das tat er nicht. Keine drei Minuten waren gespielt, als Martin Heinisch im Grunde auf den Wechselfehler des SCR spekulierte. Er wurde natürlich nicht enttäuscht, die Blauen drehten alle zur Bank ab, der Pass kam und Heinisch traf.

Schon war es eben diese verzwickte Geschichte: Wieder war Weiden vorne, zog sich zurück. Der SCR rannte an, hatte viel Scheibenbesitz, machte aber nichts draus. Klar hatte Bastian Eckl Pech, dass ihm der Puck vor dem Gehäuse versprang, beim Schlenzer von Tobias Kircher langte Torhüter Daniel Filimonow daneben, ein Weidener klärte aber.

Der zweite Abschnitt begann mit Chancen für die Gäste, Daniel Allavena im Kasten aber parierte glänzend. Beim 0:2 hatte er aber keine Chance: Philipp Wachter rutschte den Passversuch von Tomas Rubes in den eigenen Kasten. Der SCR war unsicher, leistete sich viele Fehlpässe, es hakte überall. Das energische Nachsetzen von Kircher und Victor Östling brachte aber ein wenig Hoffnung: Denn diesmal hatte Florian Vollmer spekuliert, blieb vor dem Tor, bekam den Pass und vernaschte Filimonow. Es folgten ereignisreiche Minuten: Der Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten. Eetu Arkiomaa sah Maurer, der vollstreckte. Die Wende? Schön wär’s gewesen: Stattdessen pennten die Riesserseer in Unterzahl, vollkommen frei wuchtete Barry Noé die Scheibe in den Torwinkel. Dann legte der seit Wochen weit unter Form spielende Wachter direkt auf – 2:4. Wie gesagt: Jeder macht es sich so schwer es geht.

Doch Wachter war bei Weitem nicht der einzige, der unglücklich agierte: Da sind auch die Münchner zu nennen: Dennis Lobach und Emil Quaas. Stets bemüht – okay, aber sie wirken selbst so verunsichert. Die DEL-Leihgaben sollen helfen, sonst könnten auch die jungen Riesserseer mehr spielen, ein Luca Allavena, ein Jakob Heigl.

Kink reagierte im Schlussabschnitt, modifizierte die Reihen geringfügig, stellte Vollmer zwischen Maurer und Arkiomaa. Half erst einmal nicht viel. Erst als die Weidener die Tür weit aufstießen, zwei Mann gleichzeitig auf die Strafbank marschierten, wuchtete Vollmer den Puck durch die Beine von Filimonow zum 3:4. Das stachelte den SCR an. Jetzt ging es auf einmal mit Vollgas. Keine vier Minuten später stand Lobach völlig frei, bekam die Scheibe von Östling und traf – 4:4. Der SCR drängte weiter. Alles in Richtung Tor. Doch Lobach traf den Pfosten, Maurer und Arkiomaa scheiterten in der Schlussminute.

Mal wieder Verlängerung also. In der passierte nicht viel, sodass die Spezialdisziplin des SCR zur Entscheidung herhalten musste: Penaltyschießen. In dem gab es letztlich zwei Sieger: Östling, der als Einziger überhaupt einnetzte, und hinten Allavena, der alle Versuche partierte.

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