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Jubel über das 2:1: Anton Radu (M.) mit Emil Quaas und Victor Östling. 

SCR besteht Geduldsprobe im Spitzenspiel

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Das war eine knappe, zähe Angelegenheit am Freitagabend im Miesbacher Eisstadion: Vor ausverkauftem Haus mühte sich der SC Riessersee zu einem 3:1-Erfolg und festigte seine Spitzenposition in der Oberliga-Qualifikation. Schlüssel waren eine gute Defensive, ein sicherer Daniel Fießinger sowie endlich auch ein effektives Überzahlspiel.  

Miesbach – Puh, durchschnaufen. Das war eine zähe Nummer am Freitagabend. Das erste Spitzenspiel der Oberliga-Qualifikation in Miesbach gewann der SC Riessersee am Ende allerdings mit 3:1 und festigte damit seine Tabellenführung vor den Gastgebern, die bereits am Sonntag (18 Uhr) zum Rückspiel kommen.

Für den Festtag hatte Peter Kathan sogar seine feine Trachtenjoppe rausgeholt. Logisch, war ja auch ein Eishockey-Feiertag in Miesbach. Der SCR zu Gast – der TEV deklarierte die Begegnung zum Höhepunkt des Jahres. Da wollte Trainer Kathan auch an der Bande fesch sein. Es galt ja, ein paar alte Bekannte zu begrüßen.

Auf dem Eis begrüßten die Miesbacher den SCR aber mit dem Selbstvertrauen des Tabellenzweiten der Verzahnungsrunde, der daheim nicht gewillt war, die Punkte an den Oberligisten so einfach abzugeben. Von der ersten Reihe der Miesbacher um die beiden Tschechen hatten im Vorfeld einige gesprochen. Die brauche sich nicht zu verstecken. Kann man fast so unterschreiben. Für den ersten Abschnitt jedenfalls. Denn nicht einmal eine Minute war gespielt, da lief Bohumil Slavicek allein in Richtung Daniel Fießinger. Da blieb der SCR-Goalie Sieger.

Die Gäste taten sich brutal schwer, in dieses Spiel reinzufinden. Miesbach machte ein bisschen Druck, und die Riesserseer wirkten überrascht von der Gegenwehr. So perplex, dass sie nach gut drei Minuten dem Gegner das 1:0 direkt auf die Kelle legten: Ein Verteidiger spielte als letzter Mann Filip Kokoska die Scheibe direkt in die Beine, der schoss, stocherte nach – und irgendwann lag der Puck hinter der Linie.

Eine kalte Dusche. Und eine, die es dem SCR noch schwieriger machte. Denn fortan zogen sich die Miesbacher ein wenig mehr zurück, riegelten an der roten Linie ab. Das alte Lied. Wieder Barrikade also, wieder musste sich der SCR in Geduld üben, um Lücken zu finden. Er fand sie aber nicht. Den ersten ernsthaften Schuss gab es erst nach acht Minuten. Der TEV machte seinen Job bestens, verteidigte die eigene Zone mit Mann und Maus.

Das Überzahlspiel hatte in dieser Runde auch noch nicht allzu viel Hoffnung gemacht. Doch genau das funktionierte am Freitagabend ganz gut. Gerade als Miesbach komplett war, hämmerte Florian Vollmer die Scheibe noch einmal von außen vor den Kasten, Aziz Ehliz drosch sie mit der Rückhand ins Tor. Ein kleiner Lichtblick, allerdings ein schmeichelhaftes Resultat, da die Miesbacher die größeren Chancen hatten.

Im zweiten Abschnitt bekam der SCR ein wenig mehr Kontrolle über die Begegnung. Der TEV wusste sich oft nur mit Icings zu helfen. Doch aus dem Mehr an Puckbesitz entsprangen nicht allzu viele Möglichkeiten. Recht bald gab es aber wieder ein Powerplay. Und da passte die Quote. Auch diese Situation führte zu einem Treffer: Diesmal staubte Toni Radu in Torjägermanier vor dem Kasten ab. Der SCR drückte weiter. Nur ohne Zählbares.

Für Konfusion sorgte dann vor allem Schiedsrichter Michael Kees mit einer eigenwilligen Strafenverteilung. Auf Puckhöhe war er selten, hatte im ersten Abschnitt einen Check gegen den Kopf von Victor Östling übersehen. Der Schwede kam aber zum zweiten Drittel wieder. Manche Riesserser machten es dem Referee aber leicht. Was Mike Glemser abzog, musste man schon hinterfragen. Dreimal in Folge schwächte er sein Team mit unnötigen Aktionen. Nur gut, dass die Riesseseer sogar eine 3:5-Unterzahl souverän verteidigten.

Blieben noch 20 Minuten. Die verliefen zunächst sehr zerfahren. Der SCR, der wieder ohne Östling spielte, zog wieder Strafen. Spielfluss kam kein rechter auf. Miesbach steckte nicht auf, war letztlich aber zu harmlos, um da noch etwas zu bewegen. Am Ende brachte ein Konter die Entscheidung: Ehliz mit seinem zweiten Treffer machte das 3:1.

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