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Außergewöhnliches Duell: Maximilian Daubner (l.) und Philipp Wachter freuen sich auf den einmaligen Vergleich zwischen dem SC Riessersee und dem EHC Red Bull München

Eishockey: Mega-Duell in Garmisch-Partenkirchen

Der große Bruder kommt: SC Riessersee empfängt Red Bull München

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Auf geht‘s in die neue Eishockey-Saison - und das gleich mit einem Kracher: Der SC Riessersee tritt am Sonntagnachmittag um 16 Uhr gegen seinen Kooperationspartner EHC Red Bull München an. Ein wohl einmaliges Aufeinandertreffen des Oberligisten mit dem dreifachen DEL-Meister

Garmisch-Partenkirchen – Die Aktion hat Charme. Ohne Frage. Und sie zeigt, wie ernst die Münchner die Kooperation nehmen. Nicht nur, dass der dreifache deutsche Eishockey-Meister es am Sonntag mit dem SC Riessersee aufnimmt, er tritt sogar seine Top-Goalies an den Oberliga-Partner ab. Danny aus den Birken, der Silberheld von Olympia in Pyeongchang, fängt für den SCR, wird sich mit Kevin Reich, den die Fans ja bestens kennen, abwechseln. „Unglaublich, oder?“, sagt selbst SCR-Coach George Kink. Und Christian Winkler klärt auf, wie’s dazu kam. Aus den Birken habe geschmunzelt, als der Manager dem Nummer-eins-Torhüter der Münchner den Plan offenlegte: „Da hat er mich ein bisserl schief angeschaut“, räumt Winkler ein. Der ließ aber nicht locker, holte alle Argumente aus der Kiste raus: „Ich hab’ ihm gesagt, dass er zumindest einmal in seiner Karriere zwischen meinen Pfosten stehen muss.“ Da konnte der Ausnahme-Goalie natürlich nicht mehr aus: „Er hat nur gelacht.“

Ja, so kommt es, dass der SCR namhafte Verstärkung im Kasten erhält. Der Ausrüster reagierte schnell, fertigte Original-Trikots mit der Nummer 33 für aus den Birken an. Für die Fans gibt es das Vorbereitungs-Dress des SCR mit aus den Birkens Namen und Nummer. Ein netter Gag.

Kink denkt nicht nur in diese Richtung. „Don Jackson will, dass seine Goalies gleich richtig beschäftigt werden.“ Im Gegenzug hüten die Daniels – Fießinger und Allavena – das Tor des EHC. Beide haben zuletzt schon mit den Münchnern trainiert. Ein Riesserseer Quintett durfte plus Coach Kink die ersten 14 Tage auf dem Eis mitmachen, bevor die Wege sich nun trennen. Philipp Wachter, Silvan Heiß, Aziz Ehliz und Moritz Miguez waren die Auserkorenen. „Sie haben voll mittrainiert, das war super für die Jungs“, urteilt Kink.

Überhaupt gab es diesen Sommer immer wieder Berührungspunkte: SCR-Spieler waren bei den Skate-Camps in Salzburg dabei. Der Coach sowieso. Der bekam nur wenige Stunden nach der letzten Partie einen Anruf. „Ich wurde gefragt, was ich mache, ob ich Zeit hätte.“ Schon stand er am nächsten Tag mit den EHC-Profis auf dem Eis. „Eine Super-Aktion“, betont Kink. Der Trainer-Neuling im Erwachsenenbereich gehörte die gesamten Playoffs zum Stab. „Der Wahnsinn, auch der Austausch mit den Coaches. Don Jackson hat viel mit mir gesprochen, über Taktik, mich gefragt, ob gewisse Dinge in der dritten Liga bei uns umsetzbar wären.“

Kink weiß also, was der EHC vorhat. Was seine Spieler damit anfangen können, darauf ist er gespannt. Eine explizite Vorbereitung auf dieses Mega-Duell gibt es beim SCR nicht. „Wir sind ja am Donnerstag erst aufs Eis gegangen. Da zählen andere Dinge.“ Die meisten Leistungstests sind gemacht, am Freitag erläuterte Kink die ersten taktischen Marschrouten. „Wir wollen Kleinigkeiten ändern.“ Zwei Spieler stehen ihm am Sonntag noch nicht zur Verfügung: Sean Morgan kämpft mit einer kleinen Verletzung im Rückenbereich, Victor Östling meldete sich nach seiner Ankunft in Garmisch-Partenkirchen gleich krank. Dafür helfen Justin Schütz, Dennis Lobach, Luca Zitterbart und Maximilian Daubner aus.

Sonst sind alle SCR-Kräfte an Bord. Der Kader hat im Sommer gut gearbeitet. Das unterstreicht Kink gerne. „Wir hatten fast sechs Monate kein Eishockey, eigentlich ein Wahnsinn, dafür war genügend Zeit, um eine gute Grundlage zu schaffen.“ Mit regelmäßigen Einheiten arbeiteten die Riesserseer erstmals als Mannschaft an ihrer Physis. „Das ist schön, auch für den Teamgedanken.“

Kink fordert von seiner Mannschaft gegen München keine Wunderdinge. „Die Jungs sollen es genießen, aber auch zeigen, dass sie eine schnelle Leitung haben.“ Will heißen, dass sie fähig sind, rasch die richtigen Entscheidungen zu treffen gegen einen übermächtigen Gegner. „Und sie sollen sich was zutrauen. Das wird auch ein Schwerpunkt für die Saison sein, wir wollen nicht unter dem Radar spielen.“ Eine bessere Plattform gebe es nicht, sich den EHC-Verantwortlichen zu zeigen. „Mal schauen, wer sie nutzt.“

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