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Den Gipfel der Zugspitze haben sie schon einige Male erklommen, die Eishockeyspieler des EHC München. Nun kommt es endlich zum langersehnten Duell in Garmisch-Partenkirchen mit dem SC Riessersee.

Der Dreifach-Meister schaut vorbei

SCR-Spiel des Jahres: EHC München kommt

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Das ist ein Eishockey-Leckerbissen: Oberligist SC Riessersee empfängt am 18. August Kooperationspartner Red Bull München zu einem speziellen Duell

Garmisch-Partenkirchen – Ein paar Wochen war es stiller geworden um den SC Riessersee. Das Team steht zu großen Teilen, die Entscheidung über einen zweiten Ausländer will wohl überlegt sein, das Vorbereitungsprogramm ist bis auf eine letzte Partie festgezurrt. Mit der Ruhe scheint es nun aber vorüber zu sein, die Nachrichten überschlagen sich gerade. Erst die Freude über die Oberliga-Lizenz ohne Auflagen, nun die Ankündigung des Spiels des Jahres: Am Sonntag, 18. August, (16 Uhr) kommt der EHC Red Bull München nach Garmisch-Partenkirchen. Nicht für ein Elite-Turnier oder ein Trainingslager. Nein, der Eishockey-Meister der Jahre 2016 bis 2018 tritt beim Oberligisten an. Das DEL-Team und der Partner – ein spezielles Duell.

„Das ist es auf jeden Fall.“ Daran lässt Pana Christakakis aus Riesserseer Sicht keine Zweifel: „Es ist alles andere als selbstverständlich, dass München gegen einen Drittligisten spielt“, sagt der Geschäftsführer der GmbH. Da kann ihm Christian Winkler nur beipflichten. „Das ist eine absolute Ausnahme, so etwas machen wir normal nicht“, stellt der Manager des EHC klar. „Unsere Vorbereitung ist eigentlich sehr kurz, wir spielen nur unser Salute-Turnier.“

Doch: Da war noch etwas offen. Ein Versprechen. Gegeben hatte es Winkler in der schwierigen Zeit im vergangenen Sommer. Die Tage kamen ihm die vielen E-Mails, die zwischen den Beteiligten kursierten, mal wieder vor die Augen. „Da kann es einem schlecht werden.“ Der Garmisch-Partenkirchner leistete selbst seinen Beitrag, um den SCR zu retten. Die Kooperation mit der neuen Eishockey-Großmacht München blieb erhalten. Sie ist ein Segen für den Altmeister. Winkler sagte also zu, der EHC werde zu einem „Retterspiel“ kommen, um weitere Einnahmen für seinen Heimatklub generieren zu können. In der Saison 2018/19 aber klappte es nicht mehr. Aus zeitlichen Gründen. Der EHC war schlichtweg in der Champions-Hockey-League zu erfolgreich, kam bis ins Finale. „Aber wir stehen zu unserem Wort“, sagt Winkler mit Nachdruck. Das Versprechen löst der amtierende Vizemeister nun am 18. August ein. „Ich sehe diese Partie auch als Dank an die Zuschauer, die mit dem SCR diese harte Ehrenrunde gedreht haben.“

Für beide Mannschaften wird es der erste Test sein in Hinblick auf die neue Saison sein. Für den EHC vielleicht kein wirklich ernsthafter. Wobei der Manager davon nichts wissen will. „Wenn wir spielen, dann gscheit“, stellt er klar. „Wir kommen mit der gesamten Mannschaft.“ Er sieht die Begegnung durchaus als Vorbereitungsspiel. „Sie kommt uns sogar ganz gelegen, weil wir ja einen größeren Wechsel im Kader haben.“ Da darf sich der Oberligist also nicht unbedingt auf einen Kuschelkurs einstellen. Winkler beruhigt: „Natürlich wird der eine oder andere Förderlizenzspieler beim SCR auflaufen.“

Winkler sieht die Entwicklung in seiner Heimat sehr positiv. „Ich habe stets versucht, den Verantwortlichen die sportlichen Leitplanken für die Arbeit zu geben.“ Die bilden in seinen Augen zwei zentrale Punkte: „Der SCR darf nur das Geld ausgeben, das er hat. Und er muss mit Einheimischen spielen. Das dient der besseren Identifikation mit den Leuten vor Ort, und es gibt dem Nachwuchs eine Perspektive.“ Er wähnt den Klub auf einem guten Weg. „Die Entwicklung ist sehr schön, das Konzept stimmig.“

Christakakis ist derweil schon mit der Planung rund um die Partie beschäftigt. Ursprünglich wollte der SCR keinen freien Eintritt mit Dauerkarten gewähren, ist nun aber davon abgekommen. Stattdessen hofft er auf einen anderen Deal: „Wenn ein Dauerkarten-Inhaber trotzdem eine Karte kauft, geht dieses Geld direkt an den Nachwuchs.“ Die Ticketpreise sind bewusst niedrig gehalten: 5 Euro für Kinder, 10 Euro für Steh-, 15 Euro für Sitzplätze. „Vielleicht öffnen wir sogar den VIP-Raum“, spekuliert er. Winkler will sich auch noch mit ein paar Ideen einbringen, möchte vor allem den Nachwuchs integrieren. „Vielleicht spielen die Kinder beider Klubs davor.“ Er hofft auf ein Eishockeyfest, das vor allem eines bringt: „Den Leuten soll bewusst werden, dass der SCR wieder da ist.“

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