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Allrounder am Puck: Jared Gomes soll schon am Freitag in Weißwasser für den SC Riessersee stürmen.

Eishockey: DEL2

SCR: Blitztransfer aus Südtirol

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Garmisch-Partenkirchen - Kanadier Jared Gomes (28) stürmt ab sofort für den SC Riessersee – 190 AHL- und 40 DEL-Spiele sind gute Referenzen für den neuen Mann

Manchmal geht’s schnell beim SC Riessersee. Ralph Bader ist ja immer mal für eine Überraschung gut. Und so klingelte gestern Vormittag das Telefon in der Sportredaktion: Pressekonferenz 16 Uhr, neuer Ausländer, Kanadier aus Ritten – das waren die Infos in Kürze. Okay, alles klar. So rasch ist nun also ein Ersatz für Scott Campbell gefunden, der sich Ende vergangener Woche aus Garmisch-Partenkirchen verabschiedet hat. „Ich wollte einfach auch der Mannschaft ein Zeichen geben, weil sie sich in der harten Phase wirklich Unterstützung verdient hat.“ Daher ließ der Manager die Drähte in seinem Netzwerk glühen. Schnell kam ein interessanter Name als Rückmeldung: Jared Gomes.

Der 28-jährige Kanadier war auf den Listen für mögliche Verpflichtungen vor der Saison schon aufgetaucht. „Nun wussten wir, dass er in Ritten nur einen Vertrag für den Continental-Cup erhalten hatte“, betont Bader. Am Samstag kontaktierte er den Agenten erstmals. „Am Sonntag auf dem Heimweg von Frankfurt haben wir dann mit ihm telefoniert.“ In dem Tempo ging es weiter. Montagabend traf die Zusage ein. Und eine SMS: „Stehe am Dienstag um 12 Uhr an der Halle in Ritten bereit.“ Wenn das kein Blitztransfer ist.

Corey Morgan machte sich also Dienstagfrüh mit dem Auto auf den Weg nach Südtirol. Der ideale Kurier. Schließlich ist der Praktikant in den USA geboren und konnte dem neuen Mann auf dem Zwei-Stunden-Trip gleich in die Welt des SC Riessersee einweihen.

Aufs Eis ist Gomes am Dienstag noch nicht gegangen. Nicht, weil er nicht wollte. „Das Team bekam zwei freie Tage“, klärt Bader auf. Akkus aufladen heißt es für den Minikader. Dennoch hatte der Mittelstürmer, der sich selbst als „guten Skater und Allround-Spieler“ beschreibt, ein bisschen Programm abzuspulen: Da ist ja bekanntlich stets der Unterschriften-Marathon, um die Spielerlaubnis zu erlangen. Gomes soll ja am Freitag in Weißwasser schon mit von der Partie sein. Material, Kabine, Unterkunft – es sind immer ein paar Punkte abzuklappern bei einem neuen Spieler. Heute geht’s dann aufs Eis.

Bader hat die große Hoffnung, einen guten Ersatz für Campbell gefunden zu haben. Gut 190 Spiele in der AHL absolvierte er in den vergangenen vier Jahren. 2014/15 legte er einen Zwischenstopp in Straubing in der DEL ein. Dort klopften Bader und Tim Regan telefonisch bei Sport-Chef Jason Dunham an. „Und von ihm haben wir nur Gutes gehört. Mit seinen Referenzen ist er für uns sicher ein sehr guter Transfer.“

Gomes selbst hat in dieser Saison bisher noch keine Spiele bestritten. „Ich wollte mich eigentlich schon erst in Nordamerika umschauen, aber es gab einfach kein gutes Angebot.“ Also bat er seinen Vermittler, sich mal in Europa schlauzumachen. Nur war es schon ein wenig spät. „Die Ausländerstellen waren alle vergeben. Wir haben nichts gefunden, das mir wirklich zusagte. Da haben wir uns dazu entschieden, zu warten.“

Das erste gute Angebot kam dann aus Ritten. Ein befristeter Vertrag nur für den Continental Cup, der zweiten Kategorie im europäischen Klubpokal unter der Champions-League, sprang heraus. Gomes nahm an. „Es war eine Super-Erfahrung, wir haben alle drei Spiele gewonnen.“ Ritten hätte den Stürmer, der gleich vier Punkte machte, gerne behalten. Doch da kam den Südtirolern der SCR zuvor. „Das Angebot war sehr interessant“, sagt Gomes. „Ich wollte in der bestmöglichen Liga für mich spielen, und da war Garmisch eine sehr gute Chance.“ Denn seine Erinnerungen an Straubing sind gut, „und mir gefällt die europäische Art, Eishockey zu spielen“.

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