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Schon wieder Pechvogel? Verteidiger Gabriel Federolf (l.) bekam im Training einen Schuss ab.

SCR kämpft gegen seine eigenen den Baustellen

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Der SC Riessersee würde gerne die Leichtigkeit der Füssen-Partie mit nach Miesbach zu den beiden Top-Spielen der Oberliga-Qualifikationsrunde nehmen. Fraglich ist der Einsatz von Gabriel Federolf.

Garmisch-Partenkirchen – George Kink weicht nicht ab von seiner Marschroute. Auch jetzt nicht, da für den SC Riessersee nominell zwei echte Topspiele anstehen an diesem Wochenende. Er schaut sich den Gegner nicht an, weiß allenfalls, was so gemeinhin getratscht wird über den TEV Miesbach. Klar ist ihm bekannt, dass dort zwei offenbar für Bayernligaverhältnisse überdurchschnittliche Tschechen ihr Werk verrichten. Viel mehr aber nicht. Videostudium – nicht der Fall. „Wir haben selber so viele Baustellen, da kann ich mich nicht um den Gegner kümmern“, stellt der Trainer klar.

Für Kink und sein Eishockeyteam ist es wahrlich kein einfacher Gang durch die sogenannte Verzahnungsrunde, in der die beiden Oberligisten für die kommende Saison ermittelt werden. „Das wird uns jedes Wochenende aufs Neue gezeigt.“ Zuletzt gegen Füssen sei der SCR mal wieder nach oben ausgebrochen aus dem grauen Alltag in dieser Quali-Runde. „Das Füssen-Spiel war bisher aber leider eine Ausnahme.“ Das räumt Kink offen ein. Da lief vieles ein wenig flüssiger, einfacher. „Diese Leichtigkeit würden wir gerne mit nach Miesbach nehmen.“

Alles steht und fällt beim SCR aktuell mit dem eigenen Spiel. Damit schließt der Coach auch den Kreis zu den Baustellen. „Passspiel und Torabschluss“ nennt er die Themenschwerpunkte, an denen er derzeit mit der Mannschaft arbeitet. „Beides ist so wichtig für uns“, versichert Kink. „Diese Dinge bremsen uns aus. Oft ist das Spiel bis zum Tor nicht gut, dann wieder bringen wir die Dinger nicht rein.“

Es ist nicht so, dass der junge Trainer generell einen Rückschritt bei seiner Mannschaft beobachtet seit dem Start in die Verzahnungsrunde mit den unterklassigen Bayernligisten. Vielmehr gehe es wieder um einen Entwicklungsprozess. „Wir müssen lernen, das Spiel zu machen.“ Gerade die Youngster im Team des SCR. Und die machen nun mal sicher 90 Prozent aus. Denn aktuell sind genau zwei Spieler im Kader älter als 23 – Uli Maurer und Florian Vollmer. „Gegen die Topmannschaften in der Oberliga wie Peiting, Rosenheim oder Regensburg war das nicht immer in dem Umfang nötig.“ Nun aber wird genau diese Qualität vom SCR verlangt. Jetzt läuft es in jeder Partie so wie gegen Lindau, Sonthofen oder Waldkraiburg. „Die Mannschaften machen uns das Leben mit ihrer Defensive schwer.“

Jetzt geht es um Geduld und darum, Lösungen zu finden. „Es kommen neuen Situationen auf die Spieler zu. Da müssen sie wissen, dass sie nicht nur eine Option haben, sondern, dass es mehrere gibt, dass sie die richtige Entscheidung treffen.“ In der Theorie sind die Lösungen bekannt. In der Praxis „gehen junge Spieler oftmals mit dem Kopf durch die Wand“, bedauert Kink. Als Grundsatz nennt er eine Vorgabe: „Scheibe und Spieler müssen laufen, wir müssen die freien Räume finden.“

Wenig förderlich ist in dieser Hinsicht, dass die Sorgen auf dem Personalsektor nicht kleiner werden. Der Abgang von Martin Naenfeldt ist bekannt, bei Christian Hummer spricht der Coach immerhin noch nicht ganz von einem Saisonaus. „Ich habe eine kleine, kleine Hoffnung, dass er Ende nächster Woche wieder trainieren könnte.“ Doch die ist wirklich minimal. Und es vergeht beim SCR bekanntlich keine Woche, in der es nicht eine weitere Hiobsbotschaft gibt: Gabriel Federolf bekam im Training gestern einen Schuss ab. Ob der Verteidiger in Miesbach spielen kann, wird sich erst kurzfristig entscheiden.

Zumindest gab es frohe Kunde aus München: Daniel Fießinger, Emil Quaas und Hagen Kaisler, die mit der DEL-Mannschaft den Trip nach Schweden zum CHL-Finale mitgemacht hatten, sind zurück – und am Wochenende auch dabei. Von einem Einsatz von Jakob Mayenschein geht Kink erst einmal nicht aus. „Sonst wäre er sicher bereits zum Training gekommen.“

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