Hat noch Hoffnung: SCR-Manager Ralpf Bader. foto: Kornatz

Bader glaubt an einen Kompromiss

Garmisch-Partenkirchen - GmbH-Chef des SC Riessersee hofft auf Lösung ohne Gericht - Mannschaft schon seit 31. Mai komplett

Ralph Bader hat noch Hoffnung. Oder wieder? So genau kann er es selbst nicht sagen. Nur eines steht fest: Gerne würde er auf die Gerichtsverhandlung am kommenden Donnerstag verzichten, bei der die Einstweilige Verfügung der neun ESBG-Klubs Thema ist. Die wollen vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) auch weiterhin Dienstleistungen wie das Einteilen von Schiedsrichtern, das Ausstellen von Pässen und Transferkarten erstreiten. So oder so: Es bricht die Woche der Wahrheit für das deutsche Eishockey an.

„Ich hoffe und glaube, dass es noch vor dem Termin eine Einigung geben wird“, sagt der Geschäftsführer der SC Riessersee Vermarktungs-GmbH. „Dafür haben wir bis Mittwochabend Zeit.“ Warum er so optimistisch ist? „Ich denke, dass der Druck auf die Vereine zu groß wird. Die ganzen Äußerungen, in einer wilden Liga zu spielen und von irgendwoher Schiedsrichter zu bekommen, sind alles nur Drohungen. Taktisches Geplänkel.“ Bader vermutet ein System hinter der gesamten Anti-DEB-Bewegung. „Da sagt der eine Klub etwas, dann der nächste und so weiter.“

Ruhe in die gesamte Situation könne nur noch ein Kompromiss bringen. „Das schlimmste fürs deutsche Eishockey sind doch diese Streitereien, die es seit mittlerweile einem Jahr gibt. Es muss eine einvernehmliche Lösung her und dann wieder ein vernünftiges Miteinander.“

Wie der Konsens aussehen könnte, dazu hat er auch seine Vorstellungen: „Ich würde sagen, wir spielen noch eine Saison unter der ESBG und haben dann Zeit, ab Oktober über die Zukunft zu sprechen. Es muss gemeinsam und vernünftig einiges verändert werden.“ Wichtig sei ihm auch, dass der DEB als Dachorganisation seine Stimmanteile behält. Denn eines stellt er auch klar: „Der SCR wird nur in einer Liga spielen, die eine Kooperation mit dem DEB hat.“

Bader hofft auf eine baldige Lösung des Konflikts, damit auch er hinsichtlich der neuen Saison endlich in die Vollen gehen kann. „Wirtschaftlich ist diese Situation schwierig für uns“, gibt er zu. „Seit Ende März haben wir eigentlich keine Einnahmen mehr. Das macht es nicht leichter.“ Normalerweise kommt das erste Geld durch den Dauerkartenverkauf in die Kasse. „Der beginnt eigentlich Mitte bis Ende Juni. Da hinken wir also schon fast einen Monat hinterher.“ In diesem Jahr will Bader loslegen, sobald bekannt ist, mit wie vielen Gegnern es der SCR zu tun bekommt.

In puncto Sponsoren sieht es ganz ordentlich aus. „Es gibt jedes Jahr ein paar Wechsel“, erklärt er. „Das Ziel heißt, diese Löcher wieder zu stopfen. Und wir sind auf einem ganz guten Weg.“

Das gilt auch für das Sportliche. Meint jedenfalls der SCR-Manager. „Wir hatten unser Team so früh wie noch nie beisammen.“ Der Kader sei schon seit 31. Mai komplett. Inklusive aller fünf Kontingentstellen. „Wir planen weiterhin in die Richtung, dass wir in der zweithöchsten Liga spielen“, betont Bader. Daher hat er auch fünf Ausländer verpflichtet, zwei davon aber wohlweislich bisher nicht bekannt gegeben. „Wenn wir Oberliga spielen, was ich nicht glaube, dann müssten wir im schlimmsten Fall ja zwei oder drei Verträge wieder auflösen.“

Nun harrt Bader der Dinge und hofft auf gute Nachrichten aus der DEB-Zentrale. (cf)

Vorbereitungsprogramm

Donnerstag, 15. August, 18 Uhr

Innsbrucker Haie - SC Riessersee

Samstag, 17. August, 18 Uhr

SC Riessersee - Innsbrucker Haie

inklusive Saisoneröffnung/Stadionfest

Freitag, 23. August, 20 Uhr

SC Riessersee - Sterzing Broncos

Sonntag, 25. August, 18.30 Uhr

SC Riessersee - SV Ritten

31. August/1. September

König Ludwig Weißbier Cup

mit Nürnberg, Linz und Kaufbeuren.

Freitag, 6. September, 19.30 Uhr

Sterzing Broncos - SC Riessersee

Samstag, 7. September, 19 Uhr

SV Ritten - SC Riessersee

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