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Liebling der Fans: Torwart Daniel Fießinger war in der Abstiegsrunde der Fels in der Brandung.

Die Muster-Kooperation geht weiter: Münchner Fießinger, Zitterbart und Lobach fix beim SC Riessersee

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Drei Spieler sind fix, dazu kommen weitere Optionen: Der SC Riessersee profitiert auch in der neuen Oberliga-Saison von der Kooperation mit dem EHC Red Bull München. So sehen die Pläne für die Eishockey-Saison 2019/20 aus

Garmisch-Partenkirchen – An einen Telefonanruf im vergangenen Sommer erinnert sich Christian Winkler genau. Marcus Wolsdorf aus der Retter-Crew des SC Riessersee meldete sich am anderen Ende – mit einer wenig erfreulichen Nachricht. „Er hat mir mitgeteilt, dass der SCR in die Abstiegsrunde mit den Bayernligisten muss.“ Winkler, der Sportmanager beim EHC Red Bull München, schluckte erst einmal. „Ganz ehrlich: Ich hab’ mir gedacht, das können wir so nicht mehr machen.“ Der Deutsche Meister schickt seine Talente runter in die Bayernliga – da wurde es dem Garmisch-Partenkirchner flau im Magen.

Doch: Er reagierte besonnen. Alle taten dies im Münchner Umfeld. „Wir haben uns zusammengesetzt und beraten“, verrät Winkler. Das Ende vom Lied: Die Kooperation zwischen dem DEL-Team und dem damals arg gebeutelten SCR lebte fort.

Nun, zwölf Monate später bereut Winkler die Entscheidung nicht eine Millisekunde. Dabei hatte er viele Gespräche mit Zweitligisten geführt. Die zeigten Interesse, klopften während der Saison immer wieder an. „Weil sie gesehen haben, wie gut es läuft.“ Die Verbindung EHC und SCR sieht er als Musterbeispiel einer gelungenen Partnerschaft. „Das letzte DEL2-Jahr war perfekt, besser geht es nicht. Die vergangene Saison war alternativlos, da musste der SCR durch.“ Beim Blick nach vorne aber versprüht er Optimismus. „Wir sind jetzt wieder auf dem besten Weg.“

Leeres Manager-Gerede? Mitnichten. Winkler geht ins Detail, nennt ein konkretes Beispiel: Emil Quaas. „An ihm zeigt es sich am besten. Als er vor zwei Jahren zu uns kam, stand er am Scheideweg, hatte gesundheitliche Probleme.“ Nun, zwei Saisons später, stellt sich die Situation anders dar: „Seine Entwicklung war unglaublich, er ist jetzt eine echte Alternative. Der Plan ist, dass er bei uns spielt.“ Möglich gemacht habe das die Ausbildung beim SCR: „Er hat hier die perfekte Betreuung bekommen – durch die Trainer, aber auch außerhalb des Eises durch Axel Hof. Ich sehe ihn als Paradebeispiel.“ Winkler nennt auch Maximilian Daubner oder Jakob Mayenschein. Sie alle bekamen beim SCR nicht nur Spielpraxis, sondern andere Rollen, mehr Verantwortung. Und zuletzt – in der Bayernligarunde – auch richtig Druck. „Sie haben erst über Garmisch-Partenkirchen in der DEL Fuß gefasst.“

Daher gibt es keinen Grund, an der Zusammenarbeit etwas zu ändern. Der EHC wird auch für die kommende Oberliga-Saison Spieler beim SCR abstellen. An erster Stelle steht Torhüter Daniel Fießinger. „Er wird wieder die Nummer eins sein“, betont Winkler. Auch dem jungen Goalie bescheinigt er einen großen Fortschritt. „Ich muss ihn echt herausheben, wie er in der vergangenen Saison in der Abstiegsrunde das Team angeführt hat, war überragend.“ Gerade in den Bayernliga-Arenen, in denen jedes SCR-Gastspiel einem Volksfest glich. „Er ist ruhig geblieben und hatte großen Anteil am Erfolg.“ Hinter Fießinger sieht Winkler aber auch Luca Allavena, der in der neuen Spielzeit mehr Einsätze bekommen sollte. „Unser Torwart-Trainer schwärmt von ihm, dass er ein Top-Talent sei“, sagt Winkler. Auch in diesem Punkt greift die Kooperation, kommt Youngster Allavena in den Genuss von Spezialeinheiten höchster Güte mit EHC-Coach Patrick Dallaire.

In der Defensive soll der Ex-Landshuter Luca Zitterbart eine gute Rolle spielen. „Beim SCR wird er sich entwickeln, da bin ich mir sicher“, sagt Winkler. Er könnte Emil Quaas ersetzen, den der EHC-Mann aber durchaus noch „10- bis 15-mal“ in der Oberliga sieht. „Allein schon, um wieder diese Verantwortung zu bekommen und im Powerplay zu spielen.“

In der Offensive ist Dennis Lobach vorerst als feste Verstärkung für den SCR vorgesehen. Der U20-Nationalstürmer hat in der vergangenen Oberliga-Runde schon acht Partien für den SCR bestritten, ging dann aber zurück nach Salzburg, um dort den Schulabschluss zu machen. Justin Schütz und Daubner gehören darüber hinaus einem Pool an Spielern an, die sicher mal einzelne Partien beim SCR absolvieren werden.

Geklärt ist auch die Trainerfrage: George Kink bekommt erst einmal keinen festen Mann an die Seite. „Wir sehen ihn wirklich als ein Talent, dem wir die Freiheit geben wollen, sich zu entwickeln“, sagt Winkler. Allerdings wird der EHC jede Woche ein- bis zweimal mit einem Coach in Garmisch-Partenkirchen vertreten sein. Sogar Meistermacher Don Jackson höchstpersönlich könnte als Überraschungsgast im Olympia-Eissportzentrum auftreten. Kink sammelte in der finalen Phase schon Erfahrung beim EHC und arbeitet auch aktuell immer wieder in der Red-Bull-Akademie in Salzburg mit den jungen Spielern.

Eine Saison ohne Scherereien erhofft sich der SC Riessersee ab diesem Herbst. Die Lizenz gab‘s schon mal ohne Auflagen. Der EHC München ist nicht nur Kooperationspartner des SCR, er kommt am 18. August auch zum Spiel des Jahres nach Garmisch-Partenkirchen.

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