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Schon jetzt ein Herz für den SCR

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Von: Christian Fellner

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Das neue Spitzentrio: (v.l.) Udo Weisenburger, Tim Regan und Trainer Toni Söderholm. © Peter Kornatz

Der bisherige Assistent Toni Söderholm (39) übernimmt beim SC Riessersee den Trainerposten von Tim Regan

Garmisch-Partenkirchen – Ein bisschen was vom Pathos des Tim Regan hat Toni Söderholm schon aufgeschnappt. Das Gefühl, ein Riesserseer zu sein, davon schwärmt der jetzige Sportdirektor Regan des Eishockey-Zweitligisten ja gerne. Und in höchsten Tönen. Seine Spieler müssten sich mit dem Traditionsverein, dem Altmeister identifizieren. Bei Regan nicht nur bloßes Geschwätz. Der quirlige US-Boy tat es immer als Aktiver. Und nun auch als Funktionär. Regan lebt diese Leidenschaft für „Weiß-blau“. Ja, und beim Finnen Söderholm scheint das ein wenig abgefärbt zu haben. Der verblüffte bei seiner Vorstellung als neuer Trainer des SCR gestern im Dorint-Hotel mit ähnlichen Ansätzen. „Der SCR hat schon jetzt einen großen Platz in meinem Herzen“, stellte er klar. „Das ist die erste Mannschaft, mit der ich jeden Tag gearbeitet habe, bei er ich die Chance als Co-Trainer bekommen habe.“ Die erste Station, das Sprungbrett quasi. Das nutzt der 39-Jährige nun tatsächlich, allerdings macht er den Satz direkt in den Chefsessel im Olympia-Eissportzentrum. Regan wird seinem bisherigen Assistenten sein Trainer-Kammerl räumen. Er ist in die Geschäftsstelle umgezogen.

Die Verpflichtung von Söderholm macht Sinn. „Wir stehen für Kontinuität“, beteuert Alleingesellschafter Udo Weisenburger einmal mehr. Das zeige sich an der Gestaltung des Kaders. Und jetzt eben auch bei der Besetzung des Trainerpostens. „Von Anfang an, als wir uns entschieden hatten, einen Trainer zu holen, war Toni unser Top-Kandidat“, sagt Weisenburger. Warum, das führt Regan gerne aus: „Ich war begeistert von seinen Fähigkeiten, wie er die Jungs erreichte, wie geduldig er war, welches unglaubliche Eishockey-Fachwissen er hat. Ich bin sehr froh, dass es geklappt hat.“

Eine Unbekannte gab es in der Rechnung: den EHC Red Bull München. Söderholm stand ja beim Deutschen Meister unter Vertrag, war neben den Förderlizenzspielern eine Zugabe an den SCR. Eine große Hilfe für den damaligen Coach Regan, ein Bindeglied für die Red-Bull-Oberen um deren Chefcoach Don Jackson. Daher war die Frage berechtigt, ob das DEL-Team den Finnen komplett zum Kooperationspartner ziehen lassen würde. „Es ist ein weinendes und ein lachendes Auge dabei“, betont EHC-Geschäftsführer Christian Winkler. „Er ist ein Verlust für uns, da er in einem Jahr sehr viel gelernt hat. Aber ich bin auch froh, ihn hier in Garmisch-Partenkirchen zu wissen.“ Söderholm kenne die Denkweise der Münchner. „So wissen wir, dass unsere Spieler auch weiterhin in besten Händen sein werden.“

Jackson war es schließlich, der grünes Licht für den Transfer gab. Söderholm in München auf der Gehaltsliste zu belassen und ihn an den SCR quasi auszuleihen, sei kurz einmal zur Diskussion gestanden. „Das haben wir aber sehr schnell über Bord geworfen“, versichert Winkler. Offiziell ab 1. August wird der frühere Top-Verteidiger nun sein Amt beim SCR antreten.

Einige Hausaufgaben hat der Neue selbst noch zu erledigen. Um in der DEL2 trainieren zu können, braucht er im Grunde einen A-Schein. Der ist allerdings in einem Sommer nicht zu bekommen. Laut Winkler gibt es dafür bereits eine Lösung. Sondergenehmigung lautet das Stichwort. „Ich muss im Sommer jedenfalls viel lernen“, sagt Söderholm.

Den Job sieht er als große Herausforderung. „Ich habe in vielen Ligen gespielt, viel erlebt und zum Glück auch ein bisschen was gewonnen.“ All diese Erfahrungen möchte er an die Spieler weitergeben. „Das war schon als Co-Trainer ein tolles Gefühl zu sehen, wie Spieler es schaffen, den nächsten Schritt zu gehen.“ Basis allen Erfolgs sei „harte Arbeit. Wer das nicht tut, der wird nichts erreichen“, stellt er klar. „Wenn wir auf einem guten Level arbeiten und vor allem zusammen, dann kommen die Resultate von alleine.“ Mit diesem Credo schließt sich der Kreis zu Tim Regan und damit zur Kontinuität beim SCR.

Ob Söderholm einen Assistenten bekommt – oder möglicherweise sogar Regan zeitweise mit an der Bande stehen wird – „alles Dinge, über die wir noch diskutieren werden“, betont er. Fix ist derzeit: Der Finne hat erst einmal einen Jahresvertrag, er wohnt mit seiner Familie weiterhin in München, denn er fährt gerne Auto, und er kennt die Mannschaft des SCR aus dem Effeff. „Ich weiß, mit wem ich arbeite und was die Spieler können.“ Ein klarer Vorteil. „Ich kann sofort mit der gesamten Denkarbeit beginnen.“ Nun beginnt seine Trainerkarriere eben richtig.

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