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Zahlen künftig ab sieben Jahren Eintritt: die kleinen Fans des SCR. Damit passt sich der Klub dem Liga-Schnitt an.

Eishockey: DEL2

SCR-Tickets: Was sich zur neuen Saison ändert

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Inmitten der Final-Spiele plant der SC Riessersee für die neue Saison. Nun hat der Verein die Karten-Preise vorgestellt. Ziel ist es, näher an den Liga-Schnitt heranzurücken. Davon profitieren vor allem Rentner.

Garmisch-Partenkirchen– Das Rundum-Sorglos-Paket für den SCR-Fan ist da. Über einen Monat früher als üblich bietet der SC Riessersee seine Dauerkarten an. Aber es läuft ja auch das Finale – und den Hype rundherum möchte der Klub ausnutzen, sagt Stefan Endraß, Geschäftsführer des Zweitligisten. Seit 1. März ist der 36-Jährige im Amt. In dieser Zeit hat er sich vor allem mit dem Ticketsystem des SCR auseinandergesetzt und es überarbeitet. Kundenfreundlicher soll es sein und näher dran am Liga-Schnitt. Das Tagblatt stellt sämtliche Änderungen sowie ihre Vor- und Nachteile vor.

Neues Ticket-System

Der SC Riessersee ist stattliche 95 Jahre alt. Er feiert sich zu Recht als Traditionsklub. Ziemlich antiquiert vertrieb er bislang auch seine Eintrittskarten, findet Geschäftsführer Endraß. Im Sommer steigt der Klub auf ein neues Online-Ticket-System um. Den Markt dominieren zwei Großkonzerne, für einen (Eventim) hat sich der SCR entschieden. Endraß nennt es den nächsten Schritt. „Meiner Meinung nach hätte das längst gemacht werden müssen.“ Das System garantiert „100 Prozent Transparenz“, sagt der GmbH-Chef, da jede verkaufte Karte erfasst wird. Super für die Klubführung, meint Endraß. Auf Knopfdruck spuckt das System sämtliche Daten und Aufstellungen aus. Herzstück ist der Online-Handel. Künftig bietet der Verein sämtliche Karten im Internet an. Zuschauer können sich nun auch Plätze reservieren. Bislang bestand – abhängig von der gekauften Karten-Kategorie – freie Platzwahl. „Aus meiner Sicht ging das gar nicht“, sagt Endraß. Nachteil: Kurzentschlossene müssen nun bei Top-Spielen fürchten, keine Sitze mehr nebeneinander zu erhalten. Neu auch, dass sich Besucher Tickets für sämtliche Partien der Saison im Voraus sichern können. Bisher „haben wir uns von Wochenende zu Wochenende gehangelt“, sagt Endraß, der sich vom neuen Anbieter „mehr Komfort“ verspricht.

Rentner zahlen weniger

Wer schaut eigentlich die Spiele des SC Riessersee? Seinen Besucher-Stamm hat der Zweitligist auswerten lassen – mit durchaus interessanten Ergebnissen. Eine große Gruppe stellen die Rentner. Sie möchte Endraß entlasten. Künftig fallen sie in die Gruppe „ermäßigt“, zahlen weniger. Dazu gehören jetzt auch Wehrdienstleistende, FSJ’ler, Behinderte ab 50 Prozent (statt bislang 80) sowie Inhaber einer Ehrenamtskarte. Endraß findet, dass der SCR dieses Engagement unterstützen sollte.

Kinder zahlen früher

In einem Bereich ist der SCR immer Spitzenreiter gewesen. Kein Verein der Liga ließ Kinder bis einschließlich acht Jahre kostenlos ins Stadion. Doch dieses Alleinstellungsmerkmal hat der Verein aufgegeben. Zur neuen Saison zahlen Kinder ab sieben Jahren Eintritt. Endraß rechtfertigt den Schritt mit Blick auf den Rest der Liga. „An vielen Standorten ist das so üblich.“ Tatsächlich müssen Kinder in 7 der 14 Stadien bereits mit sechs Jahren Karten kaufen. Lobende Ausnahme: Top-Team Bietigheim (ab acht).

Außerdem beschränkt Riessersee sein Alter für Kinder-Karten. Bislang fielen Jugendliche bis 18 in diesen Bereich. Nun begrenzt der Klub diese Stufe auf die 16-Jährigen. 17- und 18-Jährige fallen in die Kategorie „ermäßigt“ – gemeinsam mit Rentnern und Studenten. Das geht ganz schön ins Geld. Eine Stehplatz-Dauerkarte kostet einem 17-Jährigen künftig 300 statt 125 Euro. Auch in diesem Fall argumentiert die Führung mit dem Liga-Vergleich. Die meisten Konkurrenten begrenzen die Kinder-Kategorie auf 14 Jahre, drei sogar auf 12. Bei der Neugestaltung habe der SCR darauf geachtet, alle Karten (egal ob Sitz- oder Stehplatz) mit dem gleichen Prozentsatz zu verbilligen, sagt Endraß. Einige Jahreskarten für Erwachsene werden sogar um ein paar Euro billiger. Einen großen Rückgang im Bereich der älteren Jugendlichen erwartet der Geschäftsführer nicht. Er sagt: „Ich mache mir keine Sorgen.“

Dauerkarten: Extra-Kosten für Halbfinale und Finale

Bislang galt beim SCR: Die Dauerkarte versteht sich als All-Inklusive-Ticket für sämtliche Partien samt Vorbereitung und Playoffs. Künftig gilt das Saisonticket (fürs gleiche Geld wie davor) nur noch bis zum Viertelfinale. Für Halbfinale und Endspiel müssen Fans Tagestickets lösen – allerdings zu ermäßigten Preisen, wie Endraß verspricht. Er nennt es eine Kompromiss-Lösung. Komplett herausnehmen möchte der SCR die Entscheidungsspiele nicht. „Das kann man dem Fan nicht zumuten.“ Auf der anderen Seite könne sich der Verein die bisherige Version nicht mehr leisten. Damit schafft der Zweitligist eine ligaweit einmalige Alternative. Fünf Klubs bieten das Komplett-Paket, fünf die Spar-Version ohne Playoffs, der Rest setzt auf beide Varianten. Diese letzte Idee gefällt auch Endraß. „Das wäre ein interessantes Model.“

Zuschlag an der Abendkasse

Wer seine Karte an der Abendkasse kauft, zahlt ab August mehr. Für Sitzplatztickets berechnet der SCR einen Aufschlag von zwei, für Stehplatz-Karten von einem Euro. Zum einen sei das die Empfehlung des neuen Ticket-Anbieters, zum anderen fallen Personalkosten an, die der Klub decken möchte, sagt Endraß. Sein Tipp für die Jüngeren: Tickets vorher im Internet kaufen. Für die Älteren: Im Voraus in der Geschäftsstelle vorbeischauen. Dort verlangt der SCR keine Zusatz-Gebühren. Außerdem denkt die Führung darüber nach, im ersten Jahr auf den Aufschlag zu verzichten. Endraß betont: „Im Jahr darauf wird er aber sicher kommen.“

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