Abgang: David Brine muss den SC Riessersee wieder verlassen. foto: or

Das Ende kommt nach 63 Tagen

Garmisch-Partenkirchen - SC Riessersee schließt das Kapitel David Brine und löst den Vertrag mit dem Kanadier auf

Das Leben des Brine - beim SCR ein zeitlich denkbar überschaubares Kapitel. 63 Tage nachdem der 29-Jährige in Garmisch-Partenkirchen die Nachfolge von Morten Lie angetreten hat, ist der Kanadier schon wieder Geschichte. SCR-Geschäftsführer Ralph Bader zog die im Vertragswerk verankerte Option am letztmöglichen Tag und nannte hierfür „wirtschaftliche Gesichtspunkte“, sowie die aktuelle Thematik mit dem überbesetzten Ausländer-Kontingent.

Eine gemeinschaftliche Entscheidung von Bader und Toni Krinner? Wohl nicht. Zumindest lässt die Reaktion des Trainers Interpretationsspielraum zu. Eines hat Toni Krinner in seiner zweijährigen Schaffenszeit beim SC Riessersee hinlänglich untermauert. Er ist ein Mann der klaren Worte. Kein Herumeiern - und das auch nicht bei diffizilen Themen, sondern ausnahmslos nachvollziehbare und unzweifelhafte Aussagen. Umso mehr verwunderte Krinners gebremste Auskunftslust. Brine aus dem Kader zu entfernen, „ist nicht meine Entscheidung gewesen“. Und genau deswegen wollte der 47-Jährige „nichts dazu sagen“. Nur soviel: Baders Entscheidung gehöre zu jener Sorte, die er „als Geschäftsführer treffen kann“.

Begeisterung und Einverständnis klingen anders. Es ist kein Geheimnis, dass Krinner mit Brines bisherigem Arbeitsnachweis grundsätzlich zufrieden war. Vier Tore in 15 Spielen mögen ausbaufähig sein. Doch Brine verdiente sich die Achtung des Trainers durch eine Reihe von wertvollen Laufwegen. Ein Grund, warum Krinner den Wechsel von Lie zu Brine immer wieder verteidigte.

Baders Entscheidung nimmt dem SCR nunmehr eine nicht alltägliche Option: In bestimmten Begegnungen Jochen Vollmer oder - soweit verfügbar - Niklas Treutle ins Tor zu stellen, dafür aber einen Kontingentspieler mehr auf dem Eis einsetzen zu können. Diese Variante stand für Bader offensichtlich gar nicht erst zur Debatte. Denn der 50-Jährige outete sich zuletzt nach jedem Spiel als großer Fan von Tomas Tomek. Nicht ganz zu Unrecht. Dass der Slowake den SCR durch seine starken Reflexe enorm weiterbringt, ist unbestritten. Anders hätte es sich womöglich verhalten, wenn David Brine nicht nur als solider Fortschritt, sondern als spektakulärer Volltreffer gegolten hätte. Doch sei der Kanadier „kein herausragender Spieler“ gewesen, urteilte Bader. Zumal er den Etat im Auge behalten müsse. Der SC Riessersee könne es sich „finanziell nur ganz schwer erlauben, einen Ausländer drei Monate auf die Tribüne zu setzen“, gibt der Geschäftsführer zu bedenken. Seiner Meinung nach wäre es unweigerlich dazu gekommen. Zumindest teilte Bader dem Spieler mit, er würde vermutlich im wöchentlichen Ausleseverfahren zumeist den Kürzeren ziehen. „Schlechte Karten“, nannte es Bader. Brine sei natürlich enttäuscht gewesen. Er habe aber jetzt genügend Zeit und die „Möglichkeit, irgendwo anders unterzukommen“.

Über Krinners Sichtweise zu diesem Themenkomplex lässt sich allenfalls spekulieren. Auch zu möglichen Nachverpflichtungen wollte sich der Übungsleiter nicht äußern. Bader stellte den generellen Bedarf in Frage. Eine Rückkehr der Förderlizenzspieler Tim Bender und Thomas Merl sei absehbar. Kai Herpich durfte bereits in Landshuts erstmals im neuen Jahr für den SCR auflaufen. Er sei sich sicher, dass die Mannschaft die „Verschiebung im Kontingentspieler-Bereich als Kollektiv“ lösen werde. Kategorisch ausschließen wollte Bader einen Transfer allerdings auch nicht. Solange die Wechselperiode läuft, solle man nie nie sagen. Eines aber stellte der 50-Jährige klar: Das Aufhalten von Augen und Ohren erstrecke sich nicht „auf den Ausländer-Sektor“. Denn der ist nach dem Abgang von David Brine wenigstens zahlenmäßig wieder im Soll.

or

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