Motorrad-Fan: Wenn SCR- Verteidiger Matthias Mayr nicht auf dem Eis steht, sitzt er am liebsten auf seiner Maschine. Mit ihr fährt er bei gutem Wetter auch zum Eishockey-Training. foto: tokarski

Familie und Farchant gehen über alles

Garmisch-Partenkirchen - Wie leben und wohnen die Spieler des SC Riessersee? Was tun sie, wenn sie nicht auf dem Eis stehen? Wir werfen einen Blick durchs Schlüsselloch und stellen die 22 Eishockeyprofis vor - ganz privat. Diesmal waren wir bei Matthias Mayr, einem Farchanter durch und durch.

von Janine Tokarski

Er hat beim TSV Farchant Fußball gespielt und schaut sich die Spiele heute noch gerne an. Bei der Feuerwehr war er auch lange aktiv. Nach einer sportlichen Niederlage wird er schon mal auf der Straße angesprochen - man kennt sich eben im Dorf. Matthias Mayr ist Farchanter durch und durch. Und das will er auch bleiben. Deswegen wohnt er auch noch daheim, ebenso wie seine Schwester Anna (23) und sein Bruder Josef (18). „So spar’ ich Geld für Miete und kauf’ mir in ein paar Jahren eine eigene Wohnung.“ Der 22-Jährige denkt an die Zukunft. Und ihm ist heute schon klar: „Die Wohnung muss im Ort sein.“ Er mag sein Heimatdorf eben. Dort geht es beschaulich zu, man grüßt sich noch auf der Straße. „Mir ist schon in Garmisch fast zu viel los“.

Der Mama ist es ganz recht, dass der älteste Sohn noch daheim wohnt. Der „Hias“ ist für die handwerklichen Aufgaben rund ums Haus verantwortlich. Schließlich ist er als gelernter Elektriker der Fachmann. Trotz nahezu täglichem Eishockey-Training arbeitet er noch in seinem Beruf, allerdings nur halbtags.

Es hat sich viel geändert für ihn, seinen Arbeitgeber und die gesamte Familie Mayr - damals, nach dem Anruf im Sommer 2010. SCR-Manager Ralph Bader war am Telefon und bot dem Eishockey-Nachwuchstalent einen Job in der Ersten Mannschaft an. „Das kam alles ziemlich unerwartet“, erinnert sich Mayr. Gefreut hat er sich aber natürlich riesig. Bis dahin stand er mit der 1b in der Bezirksliga auf dem Eis, jetzt konnte er Profi-Luft schnuppern und erlebte gleich in seiner ersten Saison die Oberliga-Meisterschaft mit.

Aber der Sport hat seinen Preis, die Umstellung war massiv. „Ich muss beispielsweise viel mehr auf meinen Körper achten“, erzählt der besonnene, ruhige Farchanter. Auch die Mutter war gezwungen, ihre Kochgewohnheiten anzupassen. „Vor dem Spiel gibt es immer nur Nudeln, und die müssen dann alle essen.“ Auch das Feiern und Fortgehen mit den Freunden war plötzlich vorbei. „Das hab’ ich ja lang genug gemacht“, gibt sich Mayr vernünftig. Außerdem ist die ein oder andere Party im Eishockey-freien Sommer schon einmal drin. Dann bleibt auch Zeit fürs Mountainbiken am Esterberg und ausgiebige Touren mit dem Motorrad. Das steht auf der Terrasse und kommt bei gutem Wetter ziemlich oft zum Einsatz. Mayr liebt die Geschwindigkeit: „Ich fahr’ damit auch zum Training, wenn es geht.“

Im Winter tauscht er die Husaberg FE 450 mit dem Auto und das Rad mit den Skiern. Mit Touren auf den Hausberg hält er sich zusätzlich fit - häufig ist Vereinskollege Sepp Staltmayr dabei. Und Labrador Odin verlangt auch seinen Auslauf, mit ihm geht Mayr öfter mal joggen. So zeitintensiv ist weder die Pflege von Katze Shiva, noch die Arbeit mit den Fischen, die ebenfalls zur Familie gehören. „Wir haben einen halben Zoo daheim“, beschwert sich der 22-Jährige scherzhaft. Den haben ihm die Frauen im Hause Mayr eingebrockt.

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