Benjamin Kronawitter (r.) und Eetu-Ville Arkiomaa stehen direkt vor dem Lindauer Goalie und versuchen die Scheibe im Tor unterzubringen.
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Sie will einfach nicht: Benjamin Kronawitter (r.) und Eetu-Ville Arkiomaa bekommen die Scheibe nicht im Tor unter.

SC Riessersee ist mehr mit sich selbst beschäftigt und verliert gegen Lindau 0:3

Frust vernebelt die Sinne

  • vonPatrick Hilmes
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Erst sah alles bestens aus, doch dann lief nichts mehr: Nach einer starken Anfangsphase gibt der SC Riessersee die Partie der Eishockey-Oberliga Süd gegen den EV Lindau aus der Hand und verliert 0:3.

Garmisch-Partenkirchen - Robin Soudek, Eetu-Ville Arkiomaa, Tobias Möller, Alexander Eckl, Moritz Miguez, Florian Vollmer und Philipp Wachter. Hier wird nicht die Mannschaftsaufstellung des SC Riessersee aufgezählt, auch wenn es bereits die Hälte ist. Es sind die Spieler des SCR, die am Freitagabend im Heimspiel der Eishockey-Oberliga Süd gegen die EV Lindau Islanders zwischen der zweiten und der achten Minute eine dicke Chance hatten. Doch sie alle nutzten sie nicht. Nicht diese, sowie alle weiteren nicht. Riessersee unterlag Lindau mit 0:3.

Sieben Minuten, sieben Spieler, sieben dicke Chancen

Dabei war von Beginn an der SCR auf dem Feld, der am vergangenen Sonntag noch verdient die Starbulls Rosenheim geschlagen hatte. Hellwach, energisch, aggressiv. Kurz gesagt: Die Garmisch-Partenkirchner waren in Spiellaune. Aber irgendwie nicht in Torlaune. Sieben Minuten, sieben Spieler, sieben Chancen. Doch die Scheibe wollte einfach nicht rein. Entweder hatte Lindaus Goalie Lucas di Berado etwas dagegen, oder die Riesserseer zielten zu ungenau. Das Gegenteil unterlief Tom Horschel wenig später. Er zielte zu genau – Pfosten, Pfosten, nicht drin. Anschließend wurde es paradox, denn auf der Anzeigetafel prangte plötzlich eine Eins auf Seiten der Lindauer. Damian Schneider hatte mit seinem Tor den Verlauf der Partie auf den Kopf gestellt. Das änderte aber nichts an den Spielanteilen im ersten Drittel. Der SCR gab weiter den Ton an, brachte die Scheibe aber weiterhin nicht im Tor unter.

Plötzlich ist alles anders

Im zweiten Drittel war der Schwung plötzlich weg. Dominanz dahin, Passqualität mangelhaft, Körpersprache nicht vorhanden, Tempo mau. Der Frust fraß den SCR langsam aber sicher auf und vernebelte die Sinne. Das 2:0 für die Gäste war dann die Quittung. Harter Pass vors Tor, Schläger reingehalten, Scheibe flog vorbei an Daniel Allavena ins Netz. Anschließend dasselbe Bild. Keine der Mannschaften bekam etwas zustande. Stückwerk hier und da, schlampige Pässe auf beiden Seiten. Zwischendrin mal kleinere Chancen, aber nichts von Belang.

Endreß vergibt Penalty

Und auch das Schlussdrittel brachte keine Besserung. Der SCR erspielte sich noch eine dicke Chance, Silvan Heiß war auch schon am Goalie vorbei, doch ein Lindauer spritze noch dazwischen. Danach herrschte wieder Frust. Möller handelte sich eine unnötige Strafe ein und Lindau nutzte die Überzahl direkt mit dem 3:0. Zwei schnelle Pässe, schon war Brayden Low vor dem Tor freigespielt. Zu einfach aus Sicht des SCR. Immerhin wurde den Gastgebern noch die Chance zum Ehrentreffer geschenkt. Nach Fehlpass und Konter über Simon Mayr wurde dieser regelwidrig gestoppt – Penalty. Nick Endreß trat an. Doch es passte perfekt ins Bild, das auch er scheiterte. Das Spiel endete mit Trashtalk zwischen Low und Uli Maurer auf der Strafbank, nachdem beide bereits auf dem Eis aneinander geraten waren.

Der Frust siegt

Auf dem Feld passierte nichts mehr, wütend stapften die SCR-Spieler in die Kabine. Es war das zweite Mal in dieser Saison nach dem 0:5 in Selb am vierten Spieltag, dass die Garmisch-Partenkirchner kein Tor erzielten. Der Frust hat gesiegt.

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