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Maximilian Kastner beim Jubeln - er bleibt noch ein Jahr.

SCR schlägt Bad Nauheim

Geburtstagskind bricht den Bann

Garmisch-Partenkirchen - Der SC Riessersee hat Bad Nauheim am Freitag besiegt. Für die Fans gab es nach Spielschluss gleich noch einen weiteren Grund zum Jubeln.

Nach jedem Heimsieg so eine spektakuläre Nachricht – wenn das so weiter geht, dann steht die Mannschaft des SC Riessersee für die kommende Spielzeit schon zum Saisonende: Denn nach dem 3:1-Erfolg gegen den EC Bad Nauheim überreichte Stadionsprecher Seppi Brückner das Mikrofon an Maximilian Kastner, der nicht nur an diesem Abend Geburtstag hatte, sondern auch eine frohe Botschaft verkündete: „Ich bleibe noch ein Jahr“ – und das trotz zahlreicher Anfragen aus der DEL an den derzeit besten deutschen Torjäger der DEL2.

Mission erfüllt: So einfach fällt das erste Fazit vom Spiel aus. Bad Nauheim wollte der SCR am Freitag einen weiteren Dämpfer versetzen, den direkten Gegner im Kampf um Platz acht auf Distanz halten – es ist gelungen. Die Garmisch-Partenkirchner feierten einen 3:1-Erfolg vor knapp mehr als 3000 Zuschauern.

Doch das war lange Zeit eine zähe Nummer für den Siebten gegen den Neunten. Die Gastgeber nämlich präsentierte sich erst mal nicht wie das Team, das zuletzt so eindrucksvoll gegen Landshut oder Rosenheim gespielt hatte. Das lag sicher auch am Gegner. Denn die Roten Teufel aus Hessen erwiesen sich als ein sehr unangenehmer Kontrahent – Trainer Toni Krinner hatte es ja angekündigt. Die Nauheimer spielten sehr körperbetont. Und damit musste der SCR erst einmal zurecht kommen.

Riessersee-Sieg gegen Bad Nauheim: Bilder

Riessersee-Sieg gegen Bad Nauheim: Bilder

Im ersten Drittel klappte das noch nicht ganz. Da fehlte der rechte Dampf in den Aktionen. Morten Lie und Maximilian Kastner prüften Torhüter Jan Guryca gleich in der Anfangsphase, jedoch ohne Erfolg. Die beste Chance hatten die Gäste: Jason Pinizzotto knallte den Puck an den Pfosten – Glück für Riessersee.

Ein Rückstand hätte dem SCR an dem Abend sicher nicht so gut getan. Denn auch das zuletzt stark verbesserte Powerplay funktionierte gegen die aggressiven Hessen nicht nach Wunsch. Die Scheibe lief einfach nicht, so richtige Hochkaräter ergaben sich kaum. Das 0:0 ging schon okay nach 20 Minuten.

Auch das erste Überzahlspiel im Abschnitt zwei machte zunächst keinen Mut. Denn Lubor Dibelka vergab die Riesenchance zum 1:0. Am langen Pfosten kam er an den Puck. Doch anstatt ihn in den verwaisten Kasten zu dreschen, traf er nur das Außennetz. Gut, der Winkel war schon spitz. Der Topscorer aber reagierte genau richtig auf diese ausgelassene Möglichkeit: Gerade als Nauheim komplett war, lief der Konter über Dibelka, der sah Kastner – ein genauer Querpass, ein satter Direktschuss des Geburtstagskindes: Tor.

Die Bremse war gelöst. Nun bekam der SCR die Partie rasch in den Griff. Und packte gleich noch das 2:0 drauf: Peter Baumgartner schoss, den hohen Abpraller schnappte sich Michael Rimbeck, legte ab auf Andreas Pauli, der flach einschob. Nauheim wirkte nun ein wenig angeschlagen. Das wollte der SCR zum Ausbau des Vorsprungs nutzen – doch Jaroslav Kracik scheiterte am Pfosten (37.).

Kontrolle war das Stichwort im Schlussabschnitt. Die Hausherren hatten die Partie jetzt gut im Griff. Nur eben dieses 3:0 fiel nicht. Erneut Kastner hatte eine Riesenchance, Andy Bohmbach versuchte es mit einem Bauerntrick, Kracik bediente Dibelka – doch immer hatte Guryca etwas gegen einen dritten Streich der Riesserseer. Und was in solchen Situationen gerne passiert: Der Gegner trifft. Wirklich gefährlich waren die Nauheimer nicht, ein echtes Aufbäumen – Fehlanzeige. Und doch: Gut acht Minuten vor Schluss hieß es auf einmal 2:1, aus heiterem Himmel. Der frühere Riesserseer Daniel Oppolzer tankte sich ins Drittel und schlenzte an den Beinen eines SCR-Verteidigers vorbei – und die Scheibe flutschte Torhüter Bryan Hogan durch die Beine.

Ärgerlich, weil unnötig. Und der SCR hatte zuvor doch ziemlich viel Aufwand betrieben. Einen echten Turbo zündeten die Gäste allerdings nicht. Heiß wurde es nur, als sie nochmals in Überzahl agierten. Doch was beim SCR zuvor nicht funktioniert hatte, klappte eben dann kurz vor Schluss: Bohmbach auf Lie, der ins Netz – 3:1. Das war’s.

Christian Fellner

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