CSU-Parteitag: Starkes Ergebnis - Markus Söder als Parteichef wiedergewählt

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Der Blick geht ins Leere: Stürmer Morten Lie spielt ab sofort nicht mehr für den SC Riessersee. foto: Mayr

Geschiedene Leute

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Garmisch-Partenkirchen - Morten Lie war Publikumsliebling: Durch seine Leistungen, sein untadeliges Auftreten und sein Aussehen ein außergewöhnlicher Eishockeyspieler - aber nur eine Saison lang. Heuer enttäuschte der Däne, blieb weit unter seinen Möglichkleiten. Die Quittung: Der SC Riessersee verzichtet ab sofort auf seine Dienste.

Der Termin war heikel - für alle betroffenen Personen. Für Ralph Bader, für Toni Krinner und ganz besonders für Morten Lie. Wer zu seinen Chefs zitiert wird, kommt mit einem mulmigen Gefühl. Vor allem, wenn er sich denken kann, dass es um seinen Arbeitsplatz geht, weil er den nicht zur vollsten Zufriedenheit ausfüllt. Am Dienstag nach dem Training trafen sich Manager, Trainer und Spieler in Baders Büro, um zu sprechen, zu diskutieren und zu analysieren. Als die drei Männer nach längerer Zeit auseinander gingen, stand eines fest: Sie waren geschiedene Leute. Die Wege des SC Riessersee und die von Morten Lie trennen sich. „Wir haben Morten freigestellt. Er wird für den SCR nicht mehr spielen und auch nicht mehr am Training teilnehmen.“ Lie hat seinen Quasi-Rauswurf akzeptiert. Seine Reaktion? „Natürlich war er enttäuscht, aber nicht wirklich überrascht“, sagt Bader.

Seine Entscheidung teilte er gestern Vormittag der Mannschaft mit, bevor diese bis kommenden Dienstag in einen Kurzurlaub ging.

Die Trennung von Lie, dänischer Nationalspieler und in der letzten Saison Leistungsträger, kommt nicht überraschend, sie hatte sich in den vergangenen zwei Wochen angedeutet. Der 29-jährige Stürmer, dessen Vertrag bereits im Dezember 2013 um ein weiteres Jahr verlängert worden war (Bader: „Damals völlig zu Recht.“), war nur noch ein Schatten früherer Tage. Danish Dynamite zündete nicht mehr. Ein Tor und sechs Assists in 16 Spielen genügen einfach nicht den Ansprüchen, die an einen Import-Profi gestellt werden müssen. Trainer Toni Krinner hatte es in der Vorwoche auf den Punkt gebracht: „Ein ausländischer Stürmer, der keine Tore schießt, dem fehlen die Argumente.“

Jene, die Lie in Feld führte, waren zu schwach, um ihm den Job zu retten. Er hatte in den vier zurückliegenden Spielen bei sich einen Aufwärtstrend gespürt. Aber er wusste auch, dass seine Leistungen nichts ausreichten. Seine Erklärung für seinen Abfall: „Vielleicht habe ich in der Vorbereitung zu wenig gemacht und war nicht so fit wie in der zurückliegenden Saison.“ Ein bisschen ist er allerdings auch ein Opfer der Misere, die die gesamten ersten Angriffsreihe mit Mark Kosick, Maximilian Kastner und Lie plagte. Auch seine beiden Sturmpartner hinken den Erwartungen von Manager und Trainer weit hinterher. „Morten trifft sicherlich nicht die Alleinschuld“, räumt Bader ein. „Aber ein ausländischer Spieler wird einfach anders bewertet.“

Heute fliegt Lie in seine Heimat. Der Trip war geplant, da sein Bruder am Wochenende heiratet. Bader rechnet damit, dass er die Zeit nutzen wird, um Kontakte zu dänischen Clubs zu knüpfen. Ein Anschlussengagement wäre vor allem für den SCR hilfreich, da Lies Gehalt dann für seinen Ersatz frei wäre. Dass er seinen Vertrag aussitzen will, daran glaubt Bader nicht. „Dazu ist er nicht der Typ. Wir sind immer fair und anständig miteinander umgegangen. Aber eines ist klar. Einen Spieler auszutauschen, kostet Geld.“

Seit Dienstagnachmittag haben Bader und Krinner ihr Netzwerk aktiviert, Spieleragenten kontaktiert, um die vierte Ausländerstelle wieder zu besetzten. Gesucht wird ein Außenstürmer, der zudem als Center eingesetzt werden kann, um auch auf die langwierige Verletzung von Kosick reagieren zu können, der nach seinem Handbruch mindestens acht Wochen ausfällt. „Wir haben einen Wunschkandidaten im Auge“, sagt Bader. „Wenn wir ihn bekommen, dann verstärken wir uns.“ Dass die Suche bereits länger läuft und Lie seit Wochen auf der Abschussliste stand, verneint er: „Ganz bestimmt nicht. Das ist nicht unser Stil. Aber wenn wir handeln, dann handeln wir schnell.“ Bader hofft, dass der neue Mann bereits am kommenden Dienstag zum ersten Mal mit der Mannschaft trainiert. Er soll zunächst Kosicks Position einnehmen, Lies Arbeitsfeld wird nach Baders Wunsch intern besetzt werden - womöglich durch Tim Regan oder Thomas Merl.

Peter Reinbold

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