Abflug nach München: Maximilian Kastner wechselt in die DEL. foto: sehr

Großer Umbruch: Neun Abgänge beim SCR

Garmisch-Partenkirchen - Maximilian Kastner wechselt zu Red Bull München in die DEL - Ausländer-Trio Tomek, Kracik, Kolarz erhält kein Angebot mehr

Sie war schnell zu Ende, diese Eishockey-Saison. Die große Freude über den starken siebten Rang wich nur allzu schnell einer gewissen Ernüchterung. Zu gerne wären Fans und Verantwortliche des SC Riessersee noch einen Schritt weitergegangen, hätten sich mit Bremerhaven gemessen. Die Vorstellung ins Playoff-Viertelfinale einzuziehen, die hatte schon was. Aber die DEL 2 ist wie die restliche Sportwelt kein Wunschkonzert. Anstatt Hotels für die Aufenthalte an der Nordsee zu buchen, die Bus-Trips zu planen, saß Manager Ralph Bader die vergangenen Tage vermehrt hinterm Schreibtisch und führte viele Gespräche mit Spielern. Zeit zum Verschnaufen gibt es nicht.

Es wird einen Umbruch geben beim SCR. Und sicher keinen kleinen. „Mir war das schon eine ganze Weile bewusst“, sagt Bader. Klar: Seine Vorstellungen, wen er behalten will und wen nicht, haben sich nicht erst im letzten Pre-Playoff herauskristallisiert. Das ist ein Prozess. An dessen Ende steht nun die erste große Verkündigung. Und die hat es in sich: Neun Spieler verlassen den SC Riessersee. Vier, weil sie aus eigenen Stücken zu einem anderen Verein wechseln, fünf, weil sie kein neues Vertragsangebot mehr erhalten. In letztere Kategorie fällt fast das gesamte Ausländerkontingent: Tomas Tomek, Jaroslav Kracik und Michael Kolarz müssen sich neue Arbeitgeber suchen. Dazu kommt Mark Kosick - eine der größten Enttäuschungen dieser Saison. Ein wenig überraschender ist vielleicht die Trennung von Torhüter Korbinian Sertl. „Er soll endlich mal Spielpraxis erhalten“, nennt Bader den Hintergrund. „Vielleicht bleibt er uns ja über eine Förderlizenz erhalten.“ Sertl wird wohl in die Oberliga wechseln. Gerüchtehalber soll er sich mit dem ERC Sonthofen einig sein, für er in dieser Saison schon aushilfsweise das Tor gehütet hatte.

Der Abschied von Tomek, Kracik und Kolarz steht auch für einen „Philosophie-Wechsel“, so nennt es Bader. „Wir werden nach zwei Jahren diesen Weg wieder verlassen. Wenn wir schon einen großen Umbruch haben, dann will ich auch da frisches Blut reinbringen.“ Die Karte Nordamerika dürfte künftig wieder Trumpf sein. Auf Tomek verzichten zu müssen, schmerzt den GmbH-Chef schon ein wenig. Aber: „Wir haben Joey Vollmer, und er ist unsere Nummer eins, wenn er fit ist“, stellt Bader klar. „Ich kann es mir nicht leisten, Tomek zu halten und Vollmer auf die Bank zu setzen.“ Die Position des nominell zweiten Goalies soll ein „sehr gutes Talent besetzen, das große Perspektiven hat“. Namen gibt es noch keine.

Nicht in der Hand hatte Bader die anderen vier Abgänge. Der logischste aller: Maximilian Kastner geht nun tatsächlich in die DEL zum EHC Red Bull München. „Das ist schon seit Monaten fix.“ Genau deshalb zollt Bader dem zweitbesten Torjäger auch ein Extra-Lob: „Was er geleistet hat, wie er sich reingehängt hat, das ist Extraklasse. Und das, obwohl er wusste, dass er nicht mehr für uns spielen wird.“ Das große Plus im Fall Kastner für den SCR: Der 22-Jährige kann künftig weiterhin mit einer Förderlizenz beim SCR aushelfen. Bader: „Ich wünsche uns natürlich, dass er oft hier spielt, aber ich wünsche ihm genauso, dass er den Sprung schafft.“

Nicht viel zu diskutieren gab es für den Manager bei Felix Thomas und Andreas Pauli. „Sie haben mir einfach mitgeteilt, dass sie wechseln.“ Beide dürften in der kommenden Saison Konkurrenten des SCR in der DEL 2 werden. „Es gibt halt da doch einige Klubs, die finanziell besser gestellt sind als wir, die andere Gehälter zahlen können.“ Gekämpft hat Bader um Markus Eberhardt. Ohne Erfolg. „Er will weg.“ Da half auch das finanziell „gut aufgestockte“ Angebot des SCR nichts.

Gut ein Drittel der Mannschaft hat der SCR also schon drei Tage nach dem Saisonende verloren. Und doch gibt es viele weitere offene Fragen: Vor allem die nach dem Trainer. Ob Maurizio Mansi bleibt - dazu äußert sich Bader noch nicht. „Das Thema Trainer steht auf der Prioritätenliste sicher weit oben.“ Aber es muss auch die alte Saison abgearbeitet werden. Personell ist er da schon ein gutes Stück weit gekommen. (Christian Fellner)

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