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Fitter Bursche: SCR-Neuzugang Jannik Woidtke (l.) unterschreibt seinen Vertrag – Geschäftsführer Pana Christakakis freut’s.

Erfahrung von knapp 280 DEL2-Spielen

Der Hummer-Nachfolger ist da: Jannik Woidtke verstärkt den SC Riessersee

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Das Vakuum, das Christian Hummer mit seinem Abgang beim SC Riessersee hinterlassen hat, ist gefüllt: Mit Jannik Woidtke, 28, präsentiert der Oberligist einen Neuzugang, der auf knapp 280 DEL2-Spiele zurückblickt – und die Jungen Wilden beim SCR anführen soll.

Garmisch-Partenkirchen – Jannik Woidtke hat viel gesehen in seiner Karriere. Gestartet als Talent bei Heimatverein Düsseldorf in der DEL, zog es ihn über die Stationen Duisburg, Kaufbeuren, Dresden, Freiburg, Bad Nauheim und Kassel durch den deutschen Eishockey-Kosmos. Auf knapp 280 Einsätze in der DEL2 hat es der 28-Jährige in den vergangenen Jahren gebracht. „Und dabei enorm viele Erfahrungen gesammelt.“ Nicht jede davon war positiv. Vor allem zuletzt in Bad Nauheim und Kassel durchlebte Woidtke eine harte Zeit. „Das Geschäft hat sich verändert“, betont er. Die finanziellen Interessen der Klubs stünden über allem. „Ich habe mich nur noch wie eine Abrechnungsnummer gefühlt.“ Woidtke gefiel das nicht. Sogar ans Aufhören dachte er.

Dass es nun gänzlich anders kommt, liegt auch an Pana Christakakis und George Kink. Der Geschäftsführer und der Trainer des SC Riessersee suchten im Sommer mehrfach das Gespräch mit Woidtke, zeigten ihm den Weg der Garmisch-Partenkirchner auf. Mit Erfolg. „Ich hatte sofort das Gefühl, dass hier der Mensch noch etwas zählt.“ Gestern Nachmittag hat der 28-Jährige einen Vertrag für die kommende Saison beim Oberligisten unterschrieben.

Woidtke soll die Mannschaft anführen

„Ein echter Glücksgriff“, sagt Geschäftsführer Christakakis über die jüngste Neuverpflichtung des SCR. Der Verteidiger soll bei den Werdenfelsern eine tragende Rolle einnehmen. „Wir wünschen uns, dass Jannik die Mannschaft gemeinsam mit Uli Maurer, Flori Vollmer und Philipp Wachter führt.“ Nach dem endgültigen Abgang von Christian Hummer haben die Weiß-Blauen somit einen direkten Ersatz für die Position des Abwehr-Chefs hinzugewonnen. Die Stärken der beiden ähneln sich nicht zufällig. „Das war uns wichtig“, sagt Christakakis. Wie Hummer profitiert Woidtke von einer enormen körperlichen Fitness. Auch im Spiel mit der Scheibe hält er es wie sein Vorgänger. „Ich lasse mich selbst in Drucksituationen nicht so schnell aus der Ruhe bringen.“ Woidtke – ein Hummer 2.0.

Der Gang nach vielen Jahren DEL2 in die Oberliga wirkt auf den ersten Blick wie ein Rückschritt. Doch sieht Woidtke das anders. Er sagt: „Mir gefällt, dass ich hier viel Verantwortung übernehmen soll.“ Eine Sache, die manchmal wichtiger sei, als die Liga, in der man spielt. Woidtke freut sich darauf, die Jungen Wilden beim SCR unter seine Fittiche zu nehmen, eine Art Mentor für sie zu sein. „Ich möchte ihnen helfen, sich weiterzuentwickeln.“ Mit 28 Jahren sieht er sich aber auch selbst noch in einem Lernprozess. Ein weiterer Grund, der ihn von einem Wechsel nach Garmisch-Partenkirchen überzeugt hat. Im offensiven Spielsystem von Trainer George Kink, das einst Toni Söderholm beim SCR eingeführt hat, sind die Verteidiger jederzeit im Spielaufbau gefragt. Die Scheibe blind an der Band nach vorne zu dreschen – nur im Notfall eine Option. Woidtke sagt: „Das wird meinem Spiel guttun.“

Woidtke lebt mit seiner Freundin in Garmisch-Partenkirchen

Privat hat sich der Düsseldorfer bereits in der Marktgemeinde eingelebt. Mit seiner Freundin – eine Krünerin – wohnt er in Garmisch-Partenkirchen. Die Gegend ist für Woidtke kein Neuland. Schon während seiner Zeit beim ESV Kaufbeuren zog es ihn hin und wieder in den Landkreis. „Mir hat’s hier schon immer gefallen.“ Auch die stimmungsvollen Duelle im Olympia-Eissportzentrum hat er noch in guter Erinnerung. „Da ging’s jedes Mal heiß her“, sagt er. Dass er nun seinen Platz in der Heimkabine belegen wird – „umso besser“.

Dass ein Spieler mit einer Vita wie Woidtke nicht für Lau beim SCR spielt, ist klar. Um den Deal zu finanzieren, haben mehrere Sponsoren den Etat des SCR noch einmal bezuschusst. Christakakis stellt jedoch klar: „Wir geben nicht mehr Geld aus, als wir haben.“ Woidtke habe sogar deutliche Abstriche gemacht im Vergleich zu seinem jüngsten Vertrag bei den Kassel Huskies. Für den Neuzugang aber keine große Sache. Er betont: „Wenn beide Seiten sich strecken und zusammenkommen wollen, dann klappt es auch.“ Die Zeiten, in denen es nur noch ums Geld ging – die hat Woidtke satt.

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