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Bestätigt es: Udo Weisenburger

Neue Rettungsaktion gestartet

Jetzt also doch: SC Riessersee bewirbt sich für die DEL2

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Überraschende Wende beim SC Riessersee: Obwohl Udo Weisenburger vor einer Woche angekündigt hatte, sich nicht für die Zweite Liga zu bewerben, hat er’s nach eigenen Angaben doch getan.

Garmisch-Partenkirchen– In Garmisch-Partenkirchen dreht sich die Eishockey-Welt schneller als an anderen Orten. René Rudorisch, Geschäftsführer der Zweiten Liga, hat in den vergangenen Tagen so viel erlebt, er traute sich nicht einmal die Chancen einzuschätzen, dass eine Bewerbung des SCR in seinem Büro in Neuss auftaucht. Er teilte nur mit: „Der Tag hat 24 Stunden.“ Ob die Werdenfelser ihre Unterlagen zur Lizenzierung fristgerecht bis Donnerstag 24 Uhr eingereicht haben, stand bis Redaktionsschluss nicht fest. Nur Udo Weisenburgers Wort nährte die Hoffnung der Anhänger auf Zweitliga-Eishockey in der nächsten Saison. Zur Mittagszeit ließ der Geschäftsführer verlauten: „Wir werden die Lizenz-Dokumente einreichen.“

Woher die Gelder? Weisenburger schweigt

Zunächst verkündete er die frohe Botschaft auf Antenne Bayern. Beim Radiosender meldeten sich danach verwunderte Anrufer bis aus Düsseldorf. Denn zeitgleich beteuerte Rudorisch im Liga-Büro: „Ich habe keine Unterlagen.“ Weisenburger bekräftigte danach im Tagblatt-Interview, der SCR werde die Anträge schicken. Und zwar rechtzeitig. Den Fans blieb nur Weisenburgers Wort, das in diesen Tagen aber nicht so viel wert ist. Eine Woche zuvor hatte der Geschäftsführer und Gesellschafter eine Zweitliga-Bewerbung noch kategorisch ausgeschlossen. In der Politik hat sich Horst Seehofer den unrühmlichen Spitznamen Drehhofer verdient, weil er seine Ansichten so oft ändert. In Anlehnung daran müsste man den SCR-Boss nun Wechselburger taufen. Woher die Gelder für eine erneute DEL2-Bewerbung kommen, und ob der geplante Schuldenschnitt erfolgreich war, verriet Weisenburger nicht. Er werde dazu nichts mehr sagen, betonte der Geschäftsmann. „Erst, wenn alles passt – oder nicht passt –, werden wir uns melden.“ Alle leidgeplagten Anhänger bat er um Geduld. „Ich hoffe, dass sie unsere Anstrengungen honorieren.“

Weisenburger bestätigte im Antenne-Bayern-Gespräch, dass tatsächlich ein Team existiert und im Hintergrund die Rettung plant. Namen nannte er keine. „Wir arbeiten fast rund um die Uhr an Lösungen.“ Als wahrscheinlich stuft er eine zusätzliche Oberliga-Bewerbung ein. Ziel ist, „zweigleisig zu fahren“.

Zeitgleichläuft die Suche nach Spendern und Gönnern. Mittwochabend startete der SCR im Internet eine Sonder-Aktion, bei der er insgesamt zehn Dauerkarten auf Lebenszeit verkauft. Preis für die beste Sitzplatz-Kategorie: 12.500 Euro. Die Lebenskarte auf einem Stehplatz kostet 7500 Euro. Zudem erhalten die Käufer pro Saison ein VIP-Ticket für zwei Personen sowie ein Abendessen mit einem SCR-Spieler. „Diese Fans werden ein Leben lang ausgezeichnet, dass sie bei der Rettung mitgeholfen haben.“ Sollten die Garmisch-Partenkirchner keine Lizenz für DEL2 oder Oberliga erhalten, erlischt der Anspruch und die Gönner erhalten ihr Geld zurück. Natürlich bleibe bei einer solchen Aktion ein Rest-Risiko, räumt Weisenburger ein. Das bestätigen auch Experten aus dem Sport-Recht. Sollte die GmbH insolvent gehen, erlischt der Anspruch. Vergleichbar sei der Fall mit einer Lebensversicherung. Die Idee lieferte ein SCR-Anhänger, der Weisenburger anrief und gleich ein Exemplar bestellen möchte.

Gespannt auf den SCR blickt in diesen Tagen auch Meister EHC Red Bull München. Ein Zweitliga-Startplatz habe auf den Spitzenclub „elementaren Einfluss“, wie Manager Christian Winkler betont. Gespräche mit anderen Vereinen hat er einige geführt. „Es wäre fahrlässig, wenn wir das nicht gemacht hätten.“ Gerne würden die Münchner weiter mit dem SCR kooperieren. Allerdings verlangt Winkler nach Klarheit. Bis Mitte nächster Woche will er Bescheid wissen. „Länger können wir nicht warten.“

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