Anhänger machen sich auf Facebook-Seite Luft

SC Riessersee kassiert Shitstorm in den sozialen Medien

  • schließen

Ruhe? Die gibt‘s derzeit nicht beim SCR: Der Traditionsverein muss sich heftige Kritik in den Sozialen Medien gefallen lassen. ECP-Chef Peter Gast gehen die Anschuldigungen zu weit.

Garmisch-Partenkirchen– So positiv viele Fans aus den Reihen des SC Riessersee die Pläne zur Rettung der GmbH und einer möglichen Teilnahme an der Eishockey-Oberliga bewerten, so sehr sieht sich der Traditionsklub in den Sozialen Medien einem Shitstorm ausgesetzt. Es ist eine Lawine an Kritik, die auf den SCR und den Eishockey-Verband DEB einprasselt. Auf der Facebook-Seite des SCR machen sich Anhänger unter der Meldung „Neustart in der Oberliga“ massiv Luft. „Was ist das für eine Wettbewerbsverzerrung? Der DEB und RB München machen da auch noch mit, ein Armutszeugnis für das Deutsche Eishockey“, klagt einer. Ein anderer poltert: „So ein Theater, hier werden alle Vereine verarscht, die schon mal ganz unten anfangen mussten. Sorry, aber wie man das durchwinken kann beim DEB – unglaublich.“ Reaktionen dieser Güte gibt es zuhauf.

Mit Unverständnis reagieren die Verantwortlichen beim SCR darauf, die aktuell versuchen, das Thema Planinsolvenz ins Rollen zu bringen. „Damit haben wir nicht gerechnet“, räumt Anwältin Birgitt Breiter ein. Dass die Rettungsabsichten so negativ bewertet werden, überrascht sie. Denn speziell von den Vereinsvertretern bei der Oberliga-Tagung am vergangenen Donnerstag seien die Rückmeldungen sehr positiv gewesen. „Es waren alle froh, dass wir als zwölfter Klub dazu kommen würden“, sagt Breiter. Einzig eine Änderung der Durchführungsbestimmungen zugunsten des SCR lehnte die Mehrheit der Klubs ab. Darin ist geregelt, dass eine Mannschaft in einer Planinsolvenz zwar am Spielbetrieb teilnehmen darf, nicht jedoch an einer Endrunde oder an den Playoffs. „Dafür haben wir keine Zustimmung bekommen“, betont Breiter, die nichts Verwerfliches daran findet, zumindest die Anfrage zu stellen. „Wir hätten schon gerne oben mitgespielt, wenn wir es sportlich schaffen würden.“

„Wir bekommen keine Sonderbehandlung“

Das wäre wohl einer Extrawurst gleichgekommen, die der Verband dem SCR zugestanden hätte. Und genau dieses Prozedere vermuten die Kritiker ja hinter der möglichen Aufnahme des SCR in die Oberliga. „Aber wir bekommen keine Sonderbehandlung“, stellt Breiter klar. Der Fall des SC Riessersee ist in den Statuten des Verbands geregelt. Punkt 1.6.5 der Durchführungsbestimmungen für die Oberliga Süd besagt: „Clubs, die während der laufenden Saison eine geplante Insolvenz (Planinsolvenz) beantragen und im Rahmen dieses Antrages einen Vorschlag für ein Insolvenzplanverfahren vorlegen, können weiterhin am Spielbetrieb teilnehmen. Der Insolvenzplan ist der Ligenleitung vorzulegen.“ Die Saison beginnt beim DEB offiziell bereits am 1. Juni.

Peter Gast stören die Diskussionen rund um den SC Riessersee.

Sportlich hat sich der SCR für Oberliga als ehemaliger Teilnehmer am Spielbetrieb der DEL2 ohnehin qualifiziert. Den wirtschaftlichen Nachweis muss er noch erbringen – unter anderem durch eine Bürgschaft und seinen Insolvenzplan, den das Gericht und die Gläubiger absegnen müssen.

„Kompletter Schmarrn“

Einen namhaften Mitstreiter haben die Riesserseer in Peter Gast gefunden. Dem Geschäftsführer beim EC Peiting gehen die Anschuldigungen zu weit: „Die Diskussionen im Internet und in der Öffentlichkeit rund um den SCR beginnen, mir ein wenig auf die Laune zu schlagen“, betont er. „Was man da zu hören bekommt, von Mauscheleien bis zu Sonderbehandlungen, ist kompletter Schmarrn. Ein Einstieg des SCR in die Oberliga Süd entspricht vollkommen den Bestimmungen.“ Das Thema sei grundsätzlich nicht neu. „Für eine Planinsolvenz ist eine Eingliederung des betreffenden Standorts eine Liga tiefer vorgesehen, ohne Teilnahme an den Aufstiegs-Playoffs.“ So geschehen 2004 beim SCR unter Ralph Bader nach dem Aus unter Ludwig Nominikat und Joachim Kress. Gast stellt klar: „Wir saßen bei der Ligensitzung stundenlang zusammen und haben uns Gedanken gemacht, wie wir erstens eine stabile Liga gewährleisten und zweitens den Fans spannende Wettkämpfe bieten können.“ Nun muss der Kampf der Rettergruppe nur von Erfolg gekrönt werden.

Rubriklistenbild: © Screen shot SCR-Facebookseite

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

SCR: GmbH und Bader einigen sich
Das Thema ist vom Tisch: Das Arbeitsverhältnis zwischen der SCR Eishockey-GmbH und Ex-Geschäftsführer Ralph Bader ist nun ohne einen Rechtsstreit beendet worden. Beide …
SCR: GmbH und Bader einigen sich
Auf dem Weg zur schwarzen Null
Die Bilanz nach dem ersten Drittel der Eishockey-Saison fällt positiv aus beim SC Riessersee: Laut Geschäftsführer Stefan Endraß kann sich der SCR auf eine schwarze Null …
Auf dem Weg zur schwarzen Null

Kommentare