Zum Abwinken: Ex-SCR-Trainer Toni Krinner hat viel Ärger am Hals. foto: rabuser

Krinner in Landshut - Mansi beim SCR

Garmisch-Partenkirchen - Weiter große Aufregung beim SC Riessersee: Nachdem Toni Krinner vor acht Tagen sein Amt beim DEL2-Club niederlegt hatte, unterschrieb er am Montagabend beim EV Landshut. SCR-Manager Ralph Bader will sich das nicht gefallen lassen und hat die Liga eingeschaltet. Da verkommt es fast zur Randnotiz, dass auch die Riesserseer mit Maurizio Mansi einen neuen Trainer haben.

Wenn es nach Ralph Bader geht, dann kommt nichts so, wie es Toni Krinner und Christian Donbeck, der Geschäftsführer des EV Landshut, ausbaldowert haben. Krinner, vor einer Woche als Trainer des SC Riessersee zurückgetreten, schickte per Anwalt dem SCR-Manager am Montagabend die fristlose Kündigung ins Haus und unterschrieb fast zeitgleich einen Vertrag - dem gewöhnlich über den EV Landshut gut informierten Fachblatt Eishockey News zufolge bis 2017 - bei den Niederbayern. „Ich kann nur noch den Kopf schütteln - über Toni Krinner und den EV Landshut. Die Vorgehensweise hat einen faden Beigeschmack.“

Am Montagabend will Donbeck nach Bad Tölz gefahren sein, mit Krinner ein langes Gespräch geführt und den Vertrag ausgehandelt haben. Die Verpflichtung sei mit Andreas Brockmann, der aus gesundheitlichen Gründen sein Traineramt in Landshut niedergelegt hatte, abgesprochen. Brockmann und Krinner sind beste Freunde. Beide tauschten sie jeden Montag, der im Eishockey generell frei ist, aus. Bereits gestern morgen leitete Krinner in Landshut das erste Training (für eine Stellungnahme war der 47-Jährige gestern nicht zu erreichen).

Beim SC Riessersee glaubt man, dass er dies widerrechtlich tat. Bader hat seinen Anwalt Wolfram Cech beauftragt, alle Mittel auszuschöpfen, um zu verhindern, dass Krinner so mir nichts dir nichts die Seiten wechseln kann. „Wir werden das so nicht hinnehmen.“ Er wäre bereit gewesen, Krinner freizugeben. „Wenn Landshut oder Toni auf mich zugekommen wären, hätten wir sicherlich eine Lösung gefunden - aber nicht auf diese Art und Weise.“ Auch die Liga hat Bader eingeschaltet und Kontakt zu DEL2-Geschäftsführer Rene Rudorisch aufgenommen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Liga dieses Vorgehen duldet.“ Rudorisch hofft auf eine gütliche Einigung beider Parteien, macht aber auch deutlich, dass ein Trainerlizenzvertrag der Liga von Krinner für den SCR besteht. Erst wenn der aufgelöst sei, könne Krinner beim EVL hinter der Bande stehen. Trainieren darf er, „wenn er das ehrenamtlich macht. Mir ist es wichtig, dass die ganze Sache sauber geklärt wird und nichts negativ auf die Liga abfärbt.“

Die Sportlichen Leiter der DEL2-Teams und Rudorisch tagten in Dresden. Bader nahm an diesem Treffen nicht teil. „Ich habe zu Hause viele Baustellen zu bearbeiten.“

Zumindest eine hat er gestern geschlossen. Maurizio Mansi übernimmt zunächst bis Saisonende die Krinner-Nachfolge. Der 49-Italo-Kanadier ist in Garmisch-Partenkirchen kein Unbekannter. In der Saison 2009/10, als der SCR in den Zweitliga-Pre-Playoffs am ESV Kaufbeuren scheiterte, arbeitete er schon einmal für den zehnfachen Deutschen Meister. Vom damaligen Team stehen noch drei Spieler in der aktuellen Mannschaft: Kapitän Tim Regan, Florian Vollmer und Michael Rimbeck. In München hatte er schon mit Lubor Dibelka und Andreas Pauli zu tun. „Ich freue mich, dass er es macht. Er ist für uns die beste Lösung“, sagt Bader. Er glaubt, das sich Mansi in den zurückliegenden Jahren weiterentwickelt hat. „Er hat in München unter Pat Cortina und in Nürnberg sicher dazugelernt.“

Mansi, im Dezember des vergangen Jahres im Sog der Beurlaubung von Cheftrainer Tray Toumie, für den er als Assistent arbeitete, beim DEL-Club Thomas Sabo Nürnberg Ice Tigers beurlaubt, benötigte die Freigabe seines früheren Arbeitgebers, um die Selle beim SCR antreten zu können. Die traf gestern Nachmittag ein, wenige Stunden später stand er in der Halle 1 des Olympia-Eissportzentrum und leitete seine erste Einheit.

Die Aufgaben, die auf ihn und das Team warteten - schwierig. Am Freitag geht es zu den Ravensburg Towerstars, am Sonntag kommt der EV Landshut - mit Toni Krinner. Die Fans machen mal schon mobil. Gerüchten zufolge wollen sich viele ein Gummi-Huhn besorgen - in Anlehnung an Bremerhaven. Damit war Krinner beim SCR-Gastspiel an der Nordseeküste beworfen worden.

Peter Reinbold

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