SCR-Spieler Eetu-Ville Arkiomaa liegt umringt von zwei Peitinger Spielern am Boden und will den Puck mit der Hand spielen.
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Hat Schweißperlen auf die Stirn von Pana Christakakis getrieben: Eetu-Ville Arkiomaa (am Boden), Top-Torschütze des SCR, hat aber nur eine leichte Erkältung.

SC Riessersee verpflichtet Tom Horschel – Arkiomaa klagt über leichte Erkältung

Kurzer Schock und große Freude

  • vonPatrick Hilmes
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Der SC Riessersee musste einen kurzen Schock überstehen, da Stürmer Eetu-Ville Arkiomaa über leichte Erkältungssymptome klagte. Zudem konnte ein neuer Verteidiger vorgestellt werden, der zuletzt in der DEL für die Fischtown Pinguins spielte.

Garmisch-Partenkirchen – Was früher eine banale Kleinigkeit war, kann einen heute in Angst und Schrecken versetzen. Leichter Schnupfen – schon schrillen die Alarmglocken. Sofort denkt man an Corona. Auch Pana Christakakis. Der Geschäftsführer des Eishockey-Oberligisten SC Riessersee erhielt die Nachricht, dass Eetu-Ville Arkiomaa über corona-spezifische Symptome klagt. Der Puls des Geschäftsführers raste in die Höhe. Nicht schon wieder ein Positiver, nicht schon wieder Quarantäne, nicht schon wieder Spielstopp. Doch mittlerweile ist der Blutdruck von Christakakis wieder gesunken, zurück im Normalbereich. Der Spieler hat sich nur eine leichte Erkältung eingefangen, ein Test hat dies bestätigt. „So etwas gibt es tatsächlich auch noch“, betont Christakakis erleichtert.

Entwarnung bei Arkiomaa nach Test

Die Symptome sind zudem bereits abgeklungen, somit kann der Finne am heutigen Freitag mit von der Partie sein, wenn der SCR zu Gast bei den Selber Wölfen ist (20 Uhr). Wie wichtig diese Personalie ist, zeigt ein Blick auf die Statistiken. Arkiomaa hat in den ersten drei Saisonpartien bereits sechs Scorerpunkte gesammelt (fünf Tore, ein Assist). Damit steht er in der ligaweiten Liste auf Rang vier. Gute Nachrichten also für die Offensive.

Links der erfreute Coach George Kink, rechts der Grund für die gute Laune: Zugang Tom Horschel.

Tom Horschel unterschreibt Vertrag beim SCR

Die gibt es auch für die Defensive. Zuletzt hatten sich die Riesserseer von den beiden Verteidigern Christoph Frankenberg und Maximilian Reindl getrennt, der schmale Kader schrumpfte weiter zusammen. Marcus Weber, Simon Mayr, Philipp Wachter und Thomas Radu waren die einzig verbliebenen etatmäßigen Defensivakteure. Zuletzt musste gegen Landsberg auch Alexander Eckl in der Defensive ran. Nun sind es immerhin fünf Verteidiger. Der Traditionsklub aus Garmisch-Partenkirchen hat sich die Dienste von Tom Horschel gesichert. Der 23-Jährige betritt in der vergangenen Saison 51 Spiele für die Fischtown Pinguins Bremerhaven in der DEL. Zudem lief Horschel für seinen Heimatklub, den EC Bad Tölz, 80-mal in der DEL2 auf. International sammelte der Linksschütze bei der U18-WM im Jahr 2015 zusätzliche Erfahrungen.

Aus dem Norden Niedersachsens in den Süden Bayerns: Damit hatte selbst Horschel bis vor zwei Tagen nicht gerechnet. „Das ging brutal schnell“, berichtet er. Horschel hörte von dem Interesse des SCR, wenig später lag seinem Berater ein Angebot vor, Horschel überlegte kurz, führte mit Christakakis und Coach George Kink Gespräche, dann setzte er auch schon seine Unterschrift unter den Vertrag. Ein bisschen Wehmut schwingt noch mit – „Es wäre blöd, zu sagen, man würde sich freuen, aus der DEL in die Oberliga zu wechseln“ –, doch Horschel freut sich, nun in Garmisch-Partenkirchen zu sein. Nicht nur, weil er „berg-verliebt“ ist und es in Bremerhaven wenige davon zu bewundern gibt. Auch, weil beim SCR professionelle Strukturen herrschen. „Der erste Eindruck ist top.“ Er spricht aus der Erfahrung von einer Trainingseinheit, die er gestern absolviert hat. Horschel ist angetan vom Stadion und der Mannschaft – mit Wachter und Mayr spielte er bereits in der Tölzer Jugend zusammen. Zudem freut sich auch Mama Horschel, die in Mittenwald geboren ist. „Sie hat früher schon nicht gewusst, wen sie anfeuern soll, wenn Tölz gegen Riessersee gespielt hat.“ Nun dürfte die Entscheidung leichter fallen, sollte es nochmals zum Duell kommen.

Die gute Laune angesichts des Wechsels herrscht beiderseits, bei Horschel wie beim SCR. „Ich freue mich, dass alles so schnell funktioniert hat. Er passt perfekt ins Konzept“, betont Coach Kink. Sein Eindruck vom neuen Mann: „Er ist topfit, hat ein gutes Auge, einen harten Schuss und liebt es, hart zu spielen.“

Am Freitag zu Gast bei den Selber Wölfen

Genau das kann der Trainer für das heutige Spiel in Selb gut brauchen. Kink erwartet von den Gastgebern aggressives Vorchecking. Ein körperbetont spielender Verteidiger kommt da gerade recht. Dennoch wird es ein schwieriges Unterfangen, von den Wölfen Punkte zu entführen. „Sie könnten die Überraschung der Saison werden, denn sie haben sich individuell sehr starke Spieler dazu geholt“, erzählt der Coach. So tragen heuer etwa Marius Möchel (zuletzt Grizzlys Wolfsburg/DEL) und Brad Snetsinger (Topscorer des ECDC Memmingen) das Trikot der Wölfe. „Da sind einige Schlachtschiffe dabei.“ Kinks Gefühl ist dennoch ein gutes. Zum Auftakt drei Siege, Arkiomaa fit, Horschel neu dabei. Es gibt schlechtere Vorzeichen.

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