Mann mit großen Emotionen: Christian „Butzi“ Mayr soll in Peißenberg Vorbild für Talente sein. foto: or

Leiser Abschied

Grainau - Christian „Butzi“ Mayr lässt beim Bayernligisten TSV Peißenberg seine Karriere ausklingen

Christian Mayr, den jeden nur „Butzi“ ruft, ist eine Marke beim SC Riessersee. 15 Jahre lang hat der nun 32-jährige Garmisch-Partenkirchner, wenn auch mit diversen Unterbrechungen, für die Erste Mannschaft seines Heimatvereins gespielt. Nach dem Aufstieg des SCR in die 2. Eishockey-Bundesliga ist einmal mehr die Zeit des Abschieds gekommen: Butzi Mayr wechselt zum Bayernligisten TSV Peißenberg.

Sportliche Erwägungen waren beim SCR ausschlaggebend, auf Mayrs Dienste zu verzichten. „Uns war klar, dass Butzi für die zweite Liga keinen Vertrag erhalten wird“, gibt GmbH-Geschäftsführer Ralph Bader offen zu. Der 46-Jährige spricht von einer „Mischkalkulation“, auf der das neue Budget aufgebaut ist. „Das Geld wird eben anders verteilt.“ Bader legt aber Wert darauf, dass es eine „anständige und saubere Trennung“ war, nach der man sich jederzeit in die Augen sehen könne.

Bei Mayr hält sich die Enttäuschung in Grenzen. Bereits am Ostermontag, als die SCR-Mannschaft im Eisstadion gefeiert wurde, hatte er gedanklich die Weichen für die Zukunft gestellt. Beruf und Sport sind in der 2. Bundesliga nicht zu vereinbaren. „Das ist fast eine Vollprofiliga“, gibt Mayr zu bedenken. Es wäre „schwierig, noch einmal so hoch zu spielen“. Die Planungen waren auf Heimatnähe ausgerichtet. Mayr mag „nicht mehr weg von daheim“. So blieb die Anfrage vom Neu-Oberligisten aus Frankfurt ein loses Gespräch, und auch diverse andere Bayernligisten konnten ihr Werben schnell wieder einstellen.

Nicht so der TSV Peißenberg. Dort ist man mit Mayr bereits seit „drei Jahren in Kontakt“, erzählt Eishackler-Vorsitzender Rudi Mach. „Sie waren immer um mich bemüht“, bestätigt Mayr. In Peißenberg trifft der Linksaußen, der beim SCR zuletzt als Mittelstürmer fungierte, auf zwei seiner besten Spezl:. Sebastian Buchwieser, mit dem er im Nachwuchs ein kongeniales Duo gebildet und viele Meisterschaften gefeiert hat, und Sebastian Kastner.

Als Austragsstüberl sieht Mayr die Station Peißenberg keinesfalls. Er habe im Sommer gut trainiert und fühle sich topfit. Zwar kann er die künftige Bayernliga „schwer einschätzen“, doch verspricht er, „noch einmal Gas“ zu geben. Seine Ziele decken sich mit den Erwartungen des Vereins. Mach möchte zunächst die erste Etappe nehmen und „unter die ersten Acht“ kommen, ehe weitere Vorgaben kommuniziert werden. Mayr hingegen findet: „Das „Halbfinale sollte schon drin sein.“

Vorschusslorbeeren sind bereits eingetroffen. „Butzi ist ein Ass in der Bayernliga und Vorbild für unsere jungen Talente“, erhofft sich Mach eine tragende Rolle vom Routinier. Sogar eine Verbindung von Dauer ist möglich. Mayr sieht das Karriereende längst nicht am Horizont aufblinken, verschwendet „keine Gedanken“ ans Aufhören.

Die Entwicklung beim SCR wird er genau verfolgen. Den Schritt, die zweite Liga zu wagen, hält er für „legitim, aber finanziell gefährlich“. Fraglich sei, ob Mannschaften wie „Weißwasser oder Bremerhaven bei uns so ziehen“. Mayr räumt allerdings auch ein, dass der Modus in der Oberliga schwierig sei. Damit muss er sich selbst nicht mehr auseinander setzen. Nach 342 Spielen mit 56 Toren für den SCR sagt er leise Servus. (or)

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