SCR-Spieler Benjamin Kronawitter (l.) liegt mit dem Rücken auf dem Eis.
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Szene mit Symbolcharakter: Benjamin Kronawitter (l.) und der SCR legten gegen Peiting eine Bruchlandung hin.

Der SC Riessersee verliert verdient mit 1:3 daheim gegen den EC Peiting

Mangelhaftes Powerplay

  • vonPatrick Hilmes
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Das Überzahlspiel des SC Riessersee ließ in der Partie der Eishockey-Oberliga Süd gegen den EC Peiting milde gesagt zu wünschen übrig. Ein Grund, warum die 1:3-Niederlage des SCR verdient war.

Garmisch-Partenkirchen – Der SC Riessersee war in den vergangenen Jahren nie dafür bekannt, sonderlich stark im Powerplay zu performen. In der laufenden Saison sah das hingegen teils sehr ansprechend aus, was da die weiß-blauen Special-Teams aufs Eis zauberten. Immerhin steht der SCR in der ligaweiten Statistik auf Rang fünf. Im Heimspiel der Eishockey-Oberliga Süd gegen den EC Peiting steuerten die Riesserseer aber nichts dazu bei, diese Statistik weiter zu verbessern. Im Gegenteil: Das mangelhafte Powerplay-Spiel war einer der vielen Gründe, weshalb der SCR mit 1:3 verlor.

Das Pendant am Sonntagabend war dazu der ECP, seines Zeichens Zweiter der Unterzahl-Statistik. Und im Olympia-Eissportzentrum präsentierten sie von Beginn an, warum sie in dieser Tabelle Platz zwei belegen. Kaum war das Spiel angepfiffen, da nahm bereits ein Peitinger Platz auf der Strafbank. Die folgenden zwei Minuten verstrichen ereignislos. Nun gut, kann ja mal passieren aus SCR-Sicht. Die nächste Chance wird schon kommen. Und sie kam direkt im Anschluss. 23 Sekunden nachdem der ECP wieder komplett war, musste der nächste Spieler für zwei Minuten zuschauen. Es folgte eine Kopie der ersten Überzahl. Der SCR gab keinen Torschuss ab. Peiting wusste jeden Angriff im Keim zu ersticken.

Auch im Fünf-gegen-fünf stellte sich keine Besserung ein. Die Garmisch-Partenkirchner präsentierten sich gänzlich ideenlos. Insbesondere das Fehlen von Kapitän und Kreativkopf Florian Vollmer (Oberkörperverletzung) war deutlich sichtbar. Die Gäste stellten sich zunächst aber auch nicht viel besser an. Entsprechend herrschte Langeweile auf dem Eis. Perfekt untermalt wurde dies durch ein Gähnen von ECP-Coach Sebastian Buchwieser. Erst gegen Ende des ersten Drittels nahm die Partie etwas Fahrt auf. Der erste strukturierte Angriff des SCR über Uli Maurer führte zur Chance durch Robin Soudek (15.). Zwei Minuten später zeigte dann der ECP, wie man eine Überzahl konsequent nutzt. Kaum saß Bastian Eckl auf der Strafbank, da drehte schon Simon Maier jubelnd ab – 1:0 für Peiting.

Weiter ging es im zweiten Drittel mit einem Konter nach Lehrbuch. Der ECP eroberte die Scheibe, spielte einen schnellen Pass auf Nardo Nagtzaam, der wiederum stellte auf 2:0 für die Gäste – zum deutlich hörbaren Missfallen von SCR-Coach George Kink. Bei seinem Team lief in dieser Phase rein gar nichts zusammen. Das bemerkte auch Eckl, der wenig später erneut eine zweiminütige Auszeit aufgebrummt bekam. „Kein Bock mehr auf den Scheiß hier“, brüllte der Förderlizenzspieler, bevor er Platz nahm. Eckl sollte weiterhin eine Hauptrolle in dieser Partie einnehmen, weiterhin keine glückliche. Das nächste Powerplay der Riesserseer sollte ein noch schwächeres werden. Die Scheibe prallte an die seitliche Bande in der neutralen Zone und von da aus durch die Beine des verdutzten Eckls. Dennis Neal sagte danke, machte sich auf den Weg gen Tor und brachte den Puck in diesem unter. Die nachvollziehende Reaktion Eckls auf diesen Fauxpas: Er donnerte seinen Schläger inklusive lautstarkem Gebrüll aufs Eis. Anschließend liefen die Sekunden der Überzahl ab und der SCR verbuchte erneut keine Torchance.

Im Schlussdrittel hatte sich mächtig Frust aufgestaut. Kurzzeitig entlud er sich bei Soudek. Sein Gewaltschuss schlug zum Anschlusstreffer ein. Kann der SCR die Partie noch drehen? Dass er Rückstände aufholen kann, hat er diese Saison mehrfach bewiesen. Nicht aber an diesem Tag.

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