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Einen sehr guten Eindruck hinterlässt Neuzugang Aziz Ehliz (r., hier im Duell mit Patrick Wiedl). Gegen Höchstadt gelingt ihm sein erster Treffer im SCR-Trikot. 

4:1-Heimsieg vor trauriger Kulisse

Mini-Kader des SC Riessersee begeistert den Coach: „Der Haufen ist Wahnsinn“

Traurig war‘s. Nicht das Spiel des SC Riessersee. Das war beeindruckend. Anders als die Kulisse. Denn gesehen hat den Heimsieg kaum jemand. Lediglich 800 Zuschauer kamen.

Garmisch-Partenkirchen – Mini-Kulisse paarte sich mit Mini-Kader. Von einer Mini-Leistung konnte aber keine Rede sein. Im Gegenteil: Das kleine verbleibende Häuflein an einsatzbereiten SC-Riessersee-Spielern wehrte sich nach Leibeskräften gegen Höchstadt. Nicht nur das: Es beherrschte – von wenigen Ausnahmen abgesehen – einen doch ziemlich harmlosen Gegner aus Mittelfranken. Gehapert hat es nur im Torabschluss. Lange Zeit zumindest. Riessersee feuerte ein Vielfaches an Schüssen in Richtung Tor ab. Gefruchtet haben die Bemühungen erst im Schlussdrittel. Da machte der SC Riessersee den hochverdienten 4:1-Heimsieg über einen völlig überstrapazierten Höchstadter EC klar. Coach George Kink schwärmte. „Der Haufen ist Wahnsinn, wie er sich heute durchgefightet hat.“

Das aber sahen nur wenige. Lediglich 838 Zuschauer säumten die Ränge des Olympia-Eissportzentrums. Eine Szenerie, wie man sie lange nicht mehr erleben musste. Natürlich fehlte es dem Gegner an Magnetkraft, und die nasskalte Witterung war nicht förderlich. Unterm Strich waren die äußeren Umstände nach spektakulären Wochen und namhaften Gegnern vor allem aber eines: Oberliga in seiner reinsten Form.

SC Riessersee nur mit 14 Spielern

Höchstadt reiste mit 16 Akteuren an, beim SCR war bei 14 Schluss. Torhüter inklusive. Wie befürchtet, hatte das vorzeitige Ausscheiden von Uli Maurer und Lorenz Mittermeier in Lindau Folgen. Philipp Wachters Sperre tat ein Übriges, sodass Kink bestenfalls zwei Blöcke mit Ergänzungen aufs Eis schicken konnte. Ein schier unmöglicher Kraftakt auf diesem Niveau. Allerdings profitierte der SCR von einem läuferisch keinesfalls ebenbürtigen Kontrahenten.

Höchstadts Kader las sich wie eine osteuropäische Auswahl, zeigte eher technische Fertigkeit und Routine statt temporeiches und fortwährendes Angriffsspiel. Zu erkennen beim Führungstreffer von Michal Petrak, als die Scheibe im Powerplay sicher zirkulierte, bis der Schütze im Slot freigespielt war. Auf SCR-Seite hatte Mike Glemser die Ausgleichschance, doch wurde er regelwidrig gestoppt. Glemsers zweiter Versuch beim folgenden Penalty landete auf dem Tornetz. Höchstadts Breakversuch wenig später war nicht ohne. Daniel Fießinger – neuerlich tadellos – griff im letzten Augenblick mit dem Schoner ein.

Neuzugang Ehliz mit „extrem starkem“ Einstand

Was verwunderte: Den Gästen fehlten ab dem zweiten Durchgang sowohl Mut als auch Mittel, um den aufs Äußerste dezimierten SCR auch nur im Ansatz in Verlegenheit zu bringen. Für den Ausgleich brauchte es noch eine doppelte Überzahl. Emil Quaas wurde von Victor Östling und Glemser im Zentrum toll freigespielt, traf aus der Halbdistanz. Ohne Pause fuhr Riessersee nun eine Welle der Attacke. Höchstadt bolzte raus, was es erwischte, beschränkte sich auf Reaktion. Im Schluss folgte, was längst überfällig war: die Entscheidung. „Da konnten wir uns mit Torchancen belohnen“, sagte Kink.

Neuzugang Aziz Ehliz brachte Riessersee erstmals in Front, setzte den Puck neben den langen Torpfosten. So viel Eiszeit wie gestern hatte der 20-Jährige seit Tölzer DNL-Zeiten nicht verbucht. Kink attestierte ihm „interessante Anlagen“ sowie einen „extrem starken“ Einstand. Silvan Heiß legte nach. Am Ende traf noch Leon Müller – zum zweiten Mal in der Saison.

Oliver Rabuser

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