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Silber als Trostpreis: Die Cracks des SCR stehen nach dem Spiel enttäuscht vor ihrer Fankurve, während im Hinter grund die Meisterparty steigt. 
Silber als Trostpreis: Die Meisterfeier steigt bei den Bietigheim Steelers
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Silber als Trostpreis: Die Meisterfeier steigt bei den Bietigheim Steelers
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Silber als Trostpreis: Die Meisterfeier steigt bei den Bietigheim Steelers

Eishockey: DEL2-Finale

Söderholm und die Vize-Meisterschaft: „Heiliger Scheiß“

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Spiel und Finale hat das SCR -Team verloren – dafür aber den Respekt von Führung, Trainer und Fans gewonnen. Im letzten Duell, das 0:2 verloren geht, zeigt sich, was den Werdenfelsern noch fehlt: die Erfahrung im Kampf um die Krone.

Garmisch-Partenkirchen – Einen mini-mini-kleinen Teil des Meistertitels hat Udo Weisenburger den Bietigheimern abgeluchst. Er staubte eine dieser Kappen ab, die für immer an die DEL2-Saison 2017/18 erinnern sollen. „Champions“ steht darauf. Außerdem ist der Pokal der Zweiten Liga zu sehen. Während er vor der Fankurve stand und die Anhänger die La-Ola-Welle anstimmten, griff er sich die Kappe und zeigte auf den Pott. Alle sollten sehen: Mit dem verlorenen Finale in dieser Saison ist die Jagd auf den Cup im nächsten Spieljahr eröffnet.

Die Halle des Olympia-Eissportzentrums kaperte danach die grüne Schar an Steelers-Fans. An die 800 waren mitgekommen. Ihre Meister-Helden besetzten die Eisfläche, während sich die Gastgeber in das Herz der historischen Spielstätte zurückzogen. Weisenburger, Coach Toni Söderholm, Sportdirektor Tim Regan und ihre Familien setzen sich in einem Stuhlkreis im Trainer-Kammerl zusammen. Es gab Pizza. Söderholm trank dazu eine Flasche Wasser. Keinen Alkohol. „Wasser ist zum Runterkommen“, sagt er. „Schauen wir einmal, was noch passiert.“ Beinahe jeden Moment dieser Saison hat der Finne geplant. Wie allerdings die Profis mit einer Niederlage im Finale umgehen, das überließ er jedem selbst. Eine gemeinsame Feier oder ein Abendessen war nicht geplant. „Ich bereite mich nie auf Verlieren vor“, sagt Söderholm. „Ich bin kein Pausenclown und auch kein Feier-Clown.“

Im letzten Spiel der Saison war der Coach zum ersten Mal in die Ostkurve gegangen, als die Zuschauer nach ihm riefen. Er zeigte auf die Mannschaft und applaudierte ihr. „Sie hat es verdient, in der ersten Reihe zu stehen. Sie hat die meiste Arbeit gemacht. Ich stelle mich lieber hinten an.“ Er könne die Spieler nicht genug loben für ihre Leistung. „Absolute Top-Typen“ habe der SCR im Team. „Heiliger-Scheiß war das ein gutes Jahr“, sagt Söderholm.

Es endete im grün-weißen Bietigheimer Regen. Auf der einen Seite der Eisfläche – vor den SCR-Anhängern – schüttete es Handschuhe, Helme und Schläger, die die Steelers beiseite warfen. Im Bietigheimer Block regnete es Konfetti. Die Hausherren verzogen sich rasch auf die Mannschaftsbank. Nur Torwart Andrew Hare verweilte alleine mitten auf dem Eis.

Er war eine der tragischen Figuren des fünften Duells gewesen. Zu Beginn des zweiten Abschnitts griff er an einem harmlosen Schlenzer vorbei, abgefeuert von Shawn Weller aus der Ecke. Das Tor zum 2:0 nach 21 Minuten sicherte den Titel. Denn den Bietigheimern ist es in den letzten drei Partien gelungen, den Ausschaltknopf für die Riesserseer Offensive zu finden. Nur vier Tore gelangen dem SCR bei den drei Niederlagen. „Wir haben viel besser defensiv gespielt“, sagt Meister-Coach Kevin Gaudet. Sobald die besten Riesserseer ins Steelers-Reich eindrangen, umzingelten sie die Bietigheimer „Krieger“, wie Gaudet seine Profis nennt. Andreas Driendl, Lubor Dibelka, Andreas Eder – die Kreativen beim SCR – fanden wenig Wege an ihnen vorbei. Dazu fehlt den Hausherren das Dusel. Das bestätigten beide Trainer. „Sie haben wirklich Pech gehabt vor unserem Tor“, sagt Gaudet. Offenbar habe die Mannschaft ihr Glück im Halbfinale gegen Kaufbeuren aufgebraucht, merkt Söderholm an. Ein gutes Finale sei es gewesen, „auch wenn es ein bisschen kurz war“.

Auf jeden Fall war’s kein typisches Endspiel. Statt Raufereien, Checks und Fehden boten beiden Teams einfach nur Eishockey mit viel Tempo. Es lag an den guten Schiedsrichtern in dieser Serie und am Stil beider Vereine, sagt Söderholm. Beide lassen die Kämpfe auf der Strafbank bleiben, fechten den Sieg stattdessen auf dem Eis aus. „Man hat die Jahre an Arbeit gesehen, die Bietigheim uns voraus ist“, betont Söderholm. In den drei Reihen, die beim Meister nach vielen Verletzungen übrig geblieben sind, tummeln sich hochklassige und routinierte Profis. Der Vorteil: Ihre Laufwege sind abgestimmt, ihre Pässe erreichen zuverlässig die Mitspieler. Kleine Fehler führen zu verheerenden Folgen. Beim 1:0 der Steelers nach gerade fünf Minuten verlor Riessersee im Vorwärtsgang den Puck. Benjamin Zientek – in der Jugend einmal beim SCR aktiv – überlief Eder und umkurvte Hare. Diese zwei Treffer genügten den Bietigheimer Minimalisten.

Ihnen hängte Udo Weisenburger die Goldmedaillen um den Hals. Die zweiten Sieger erhielten Plaketten aus Silber – als Erinnerung für eine unvergessliche Saison.

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