Drei Eishockeyspieler kämpfen um den Puck.
+
Hiergeblieben: SCR-Angreifer Robin Soudek (2 v.l.) war für den Gegner aus Weiden kaum zu halten.

Robin Soudek trifft dreifach

Nach zweifachem Comeback: SC Riessersee unterliegt Weiden in der Verlängerung

  • vonMarco Blanco-Ucles
    schließen

Der SC Riessersee wartet weiterhin auf den ersten Erfolg im Jahr 2021. Gegen die Blue Devils aus Weiden unterlag das Team von Coach George Kink in der Verlängerung.

Es war eine Achterbahnfahrt. Nichts für schwache Nerven. Am Ende unterlag der SC Riessersee den Blue Devils aus Weiden in der Eishockey-Oberliga Süd mit 4:5 nach Verlängerung und musste sich mit einem Punkt begnügen. Wobei begnügen an diesem verrückten Sonntagabend nicht ganz der richtige Ausdruck war. Denn: Die Mannen von SCR-Coach George Kink lagen bereits mit 0:2 und 2:4 gegen die Oberpfälzer hinten. Doch wieder einmal bewiesen die Weiß-Blauen, dass sie hintenraus in einem Spiel zu Leistungssteigerungen imstande sind, mit denen wohl die wenigsten Zuschauer vor den TV-Geräten noch gerechnet hatten.

Umstrittener Führungstreffer für die Oberpfälzer

Kaum hatten es sich die Fans zuhause gemütlich gemacht, erlebte die Partie bereits ihren ersten großen Aufreger. Zwei Minuten waren gespielt im Olympia-Eissportzentrum, als sich der Weidener Dominik Müller vor Schmerzen auf dem Eis krümmte. Das Schiedsrichter-Gespann ließ zunächst weiterlaufen. Sowohl die Bank der Oberpfälzer als auch die des SCR forderten lautstark die Spielunterbrechung. Auch einige Akteure auf dem Eis hörten auf zu spielen, gingen nur noch halbherzig hinterher. Es ertönte ein Pfiff. Zeitgleich schlug der Puck im Gehäuse der Weiß-Blauen ein. Eine strittige Szene. Schwierig auszumachen, ob die Scheibe vor oder nach der Unterbrechung die Linie überquerte. Alles Meckern der SCR-Spieler half nichts, das Tor zählte, 0:1. Es folgten wütende Angriffe der Riesserseer, die allerdings in der Regel kein Problem für Gäste-Goalie Luca Endres darstellten.

Im zweiten Abschnitt zunächst das selbe Bild. Der SCR rannte an, ohne dabei viel Gefahr auszustrahlen. Die Oberpfälzer hingegen warteten geduldig auf ihre Chance, schlugen nach einer halben Stunde eiskalt zu und erhöhten auf 0:2. Fünf Zeigerumdrehungen später erhielt der Weidener Alec Zawatsky wegen Stockstichs eine Fünf-Minuten-Strafe plus Spieldauer. Der SCR nutzte die Situation in Person von Robin Soudek postwendend aus. Innerhalb von 120 Sekunden traf der Tscheche doppelt zum vielumjubelten Ausgleich.

SCR beweist erneut Comeback-Qualitäten

Wer mit Beginn des letzten Drittels die Hoffnung auf die endgültige Wende hatte, wurde schnell enttäuscht. Nach etwas mehr als einer Minute liefen die Weiß-Blauen erneut einem Rückstand hinterher, 2:3. Und es kam noch dicker für die Riesserseer. Elias Maschke besorgte mit dem Treffer zum 2:4 die vermeintliche Vorentscheidung. Allerdings hatte besonders ein Mann an diesem Abend etwas dagegen. Robin Soudek holte mit seinem Anschlusstor per Nachschuss den SCR wieder zurück in die Partie. Der Glaube an mindestens einen Punkt war erneut zu spüren im Riesserseer Lager. Und tatsächlich: Benjamin Kronawitter bewies Übersicht, bediente Tom Horschel, und der Verteidiger hämmerte die Scheibe aus der Distanz zum Ausgleich in die Maschen. Anton Radu hätte nach Vorlage von Kapitän Florian Vollmer kurz vor dem Ende den Wahnsinn beinahe komplett gemacht. Er traf den Puck allerdings nicht richtig. Somit stand es nach 60 Minuten 4:4, es ging in die Verlängerung.

In dieser musste der SCR nach einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Ulrich Maurer die meiste Zeit in Unterzahl agieren. Just als der Routinier wieder auf das Eis gefahren war, beendete der Weidener Dennis Thielsch mit seinem Treffer zum 4:5 diesen unterhaltsamen Eishockey-Abend. Im Riesserseer Lager konnte man anhand des lange Zeit unglücklichen Spielverlaufs sicherlich gut mit dem Punktgewinn leben.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare