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Sein Gesichtsausdruck sagt alles: Thomas Radu ist gefrustet – so wie die gesamte Mannschaft.

2:4 gegen Höchstadt

Peinliche Niederlage: SC Riessersee verliert gegen Schlusslicht

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Bitterer Abend für den SC Riessersee. Nach einer schwachen Vorstellung verliert das Team 2:4 gegen Schlusslicht Höchstadter EC.

Garmisch-Partenkirchen – Der Höchstadter EC, genannt die Alligators, hat am Freitag elf Tore kassiert. Überhaupt hat er in der Oberliga erst ein Spiel gewonnen. Bei all den Niederlagen und Klatschen fragen sich viele, ob der Verein nicht in der Bayernliga besser aufgehoben wäre.

Am Sonntagabend hat dieser Höchstadter EC in Garmisch-Partenkirchen gewonnen. Beim SC Riessersee, der wiederum den Anspruch hat, mit den Besten der Oberliga zu konkurrieren. Die Spieler der Gäste feierten ihren Sieg so ausgelassen wie den Aufstieg im Frühjahr 2018. Selbst eine Stunde nach Spielende hörte man noch ihre Partyhymnen aus der Kabine dröhnen, Pizzaduft flutete die verborgenen Räume des Olympia-Eissportzentrums. George Kink, der Trainer des SCR, hingegen verließ die Pressekonferenz mit einem Knall, was man in diesem Fall wörtlich nehmen muss: Er knallte die massive Metalltüre zu. Das klang wie eine Explosion.

Mix aus Frust, Wut und Enttäuschung

Kink ist einer, der sonst nie die Fassung verliert. Aber die Melange aus Frust, Wut, Enttäuschung und Ratlosigkeit entflammte die Zündschnur. Da gab es aber auch viele Brandbeschleuniger bei dieser peinlichen 2:4-Niederlage gegen den Letzten: Ausfälle, fehlende Unterstützung aus München, Patzer, ein Torwart mit dem Spiel seines Lebens und diese elende Chancenverwertung, die man am liebsten gar nicht mehr erwähnen würde, weil sie praktisch fester Bestandteil des SC Riessersee in der Saison 2019/2020 ist.

So schön das Wochenende am Freitag in Peiting begonnen hatte, so schnell wandelte sich die Stimmungslage. Schon am Samstag verkündete Calder Brooks, dass er gegen Höchstadt unmöglich auflaufen könne. Bereits am Vorabend hatte er mit Schmerzen gespielt. Sein Ausfall habe dem Team die Leichtigkeit geraubt, sagt Kink. „Davon bin ich überzeugt.“ Der „Brooksi“ könne mit seinem Instinkt für Tore sorgen, betonte Kink. Der Rest, gemeint sind die Jungen, „befindet sich in der Entwicklungsphase“ – und diese Transformation zu Torjägern geht nicht von Freitag auf Sonntag vonstatten. Das angeborene Torjäger-Gen trägt kein SCR-Crack in seiner DNA – was das größte Problem dieser Mannschaft ist. Für eine Scoring-Maschine wäre das Spiel gegen Höchstadt ein großer Spielplatz gewesen. Die Mittel der Alligatoren beschränkten sich auf drei Dinge: verstecken, kämpfen, kontern. „In unserer Situation musst du hinten anfangen, dicht machen und warten“, erklärt EC-Trainer Martin Sekera. Kleine Ergänzung: Hoffen und bangen gehören auch dazu.

Gier und Leichtigkeit fehlen

Der SCR schoss schließlich 42 Mal auf das Tor der Gäste. Mehr als die beiden Nachschusstreffer von Eetu-Ville Arkiomaa gelangen ihm nicht. „Gier und Leichtigkeit“ vermisste der Trainer – natürlich neben den vielen Verletzten, die derzeit die Tribüne bevölkern.

Höchstadts Masche funktionierte deshalb gut, weil Riessersee mehrere Patzer einstreute. Daraus resultierten zwei erfolgreiche Konter, die Vitali Aab – der alte Mann mit 40 – sowie Michal Mlynek ausnutzen. Einen weiteren Alleingang Mlyneks entschärfte Daniel Allavena in seiner besten Szene. Es war ein undankbares Spiel für den 20-Jährigen. Der Gegner prüfte ihn kaum, die Hintermänner halfen ihm auch nicht, und dann fiel das 2:3 von Michal Petrak noch in einer unübersichtlichen Szene vor seinem Kasten. „Er ist noch kein Fießinger, aber er muss seine Chancen kriegen“, sagt Kink. Auf Allavena brauchte nun wirklich keiner die Niederlage zu schieben. Dafür war der Rest zu schwach, was Kinks Worte nach der Blamage offenbarten. Lob gab es ausschließlich für die Unterstützer in der Kurve. „Die Fans waren heute richtig, richtig stark.“

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