SCR-Goalie Christian Schneider sowie die SCR-Spieler Philipp Wachter und Silvan Heiß versuchen, einen Höchstatder Angriff zu entschärfen.
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Bye, bye Playoffs: Der SCR ist gegen den Höchstadter EC sang- und klanglos mit 0:3 ausgeschieden. Das größte Manko: die Defensive. In Spiel drei fingen sich Christian Schneider (l.) und Co. sechs Gegentreffer.

Der SC Riessersee scheidet im Viertelfinale mit 0:3 gegen den Höchstadter EC aus

Pleiten, Pech und Pannen

  • vonPatrick Hilmes
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Aus und vorbei: Der SC Riessersee ist in der Playoff-Viertelfinal-Serie gegen den Höchstadter EC sang- und klanglos mit 0:3 ausgeschieden. Im dritten Spiel setzte es eine 5:6-Niederlage nach Verlängerung.

Höchstadt – Wir schreiben die 64. Minute im Spiel Höchstadter EC gegen den SC Riessersee. Viertelfinal-Partie Nummer drei, der SCR liegt mit 0:2 in der Serie hinten. Nach der regulären Spielzeit steht es 5:5. Die Verlängerung steht an, reiner Nervenkrieg. Wer bewahrt die Ruhe? Wer behält die Konzentration? Wem gelingt der Lucky Punch? Die Antwort: Höchstadt. Der Grund: weil der SCR schläft. Ein völlig ungefährlicher Schuss aus dem Rückraum prallt hinter dem Tor der Gäste gegen die Bande. Die Scheibe springt von dort aus zu Anton Seewald. Der lässt sich nicht lange bitten, obwohl er genügend Zeit hat, und schickt den Traditionsklub in die Sommerpause.

SCR gelingt das schnelle 1:0

Dabei hatte doch alles wie gemalt für den SCR begonnen. Was wünscht man sich für Spiel drei als Mannschaft, die in einer best-of-five-Serie mit 0:2 zurückliegt? Natürlich ein schnelles Tor. Für den SCR ging dieser Wunsch in Höchstadt nach einer Minute und elf Sekunden in Erfüllung. Die Weiß-Blauen setzten die gegnerischen Verteidiger in deren Drittel unter Druck, eroberten die Scheibe und Bastian Eckl fand seinen Bruder Alex frei vor dem Tor. Der ließ sich die Chance nicht nehmen und stellte auf 1:0 für die Gäste. Doch die Freude wehrte abermals nicht lange. In den beiden Spielen zuvor stellten die Mittelfranken bereits unter Beweis, dass sie schnell zu antworten wissen. So auch in der dritten Spielminute. Einen Schuss von der blauen Linie fälschte Michail Guft-Sokolov entscheidend ab – 1:1. Die Phase nach dem Ausgleich gehörte den Gastgebern, doch der SCR überstand sie unbeschadet und stellte in Überzahl durch Eetu-Ville Arkiomaa im Nachsetzen auf 2:1. Nun hatten die Gäste alles im Griff, verpassten aber das 3:1 im ersten Drittel.

Alles läuft nach Plan für Riessersee

Das sollte in Minute 27 folgen. Doppelpass Tobias Kircher mit Arkiomaa und der wieder genesene Angreifer bleibt eiskalt. Höchstadt war nun überfordert, der SCR erspielte sich mehr und mehr Übergewicht. Erst scheiterte noch Luca Allavena, dann nutzte Riessersee wieder eine Überzahl. Florian Vollmer ging seinem eigenen geblockten Schuss nach, stocherte die Scheibe zu Arkiomaa, der nur noch ins leere Tor einschieben musste. 4:1 – das Spiel schien entschieden. Der Plan war bis dato aufgegangen. SCR-Coach Ron Chyzowski hatte seine Angriffsreihen umgestellt. Kircher startete zusammen mit Arkiomaa und Uli Maurer. In Reihe zwei folgten Vollmer, Robin Soudek und Benjamin Kronawitter. Höchstadt bekam diese sechs Mann nicht in den Griff, vor allem die erste Reihe um den starken Kircher produzierte immer wieder gefährliche Szenen.

Fragwürdiges Höchstadter Tor zum 3:4

Nach dem 4:1 hätte Riessersee nur mal über eine gewisse Phase dieses Ergebnis halten müssen, den Mittelfranken dadurch den Glauben nehmen, es könnte noch etwas möglich sein. Doch die Garmisch-Partenkirchner schafften es über die gesamte Saison hinweg nicht, kontinuierlich über 60 Minuten die Konzentration zu halten. Das misslang ihnen in Spiel eins und zwei dieser Viertelfinal-Serie sowie auch diesmal. Tobias Möller stand zwei Minuten nach dem 4:1 zwar eng an Milan Kostourek, der konnte sich dennoch drehen und die Scheibe durch die Beine von Goalie Christian Schneider befördern. Und der Top-Stürmer der Höchstadter legte gleich nach, wenn auch die Ausführung des 3:4 regeltechnisch fragwürdig war. Denn Kostourek bugsierte den Puck mit dem Schienbein über die Linie. Spätestens jetzt glaubten die Gastgeber wieder an den Sieg. Daran änderte auch das 5:3 für den SCR nichts, das Kircher postwendend erzielte.

Bärendienst von Uli Maurer

Im dritten Durchgang hieß es acht Minuten lang auf beiden Seiten: Bloß keinen Fehler machen. Soudek beendete diese Phase. Pass direkt in die Füße eines Höchstadters. Der folgende Abschluss wurde abgewehrt, doch vor dem Tor behinderten sich die Riesserseer selbst und Jakob Fardoe nutzte das zum 4:5. Fortan überschlugen sich die Ereignisse. Erst ließen Arkiomaa und Maurer das 6:4 für die Gäste liegen, dann verabschiedete sich Thomas Radu auf die Strafbank. Was fehlte in diesem Spiel, was den SCR in dieser Playoff-Serie im negativen Sinn auszeichnete: eine unnötige Strafe. Für die war Maurer zuständig. Harter Bandencheck gegen Kostourek, der einen Cut am Auge davontrug. Die Quittung für den Riesserseer Routinier: fünf Minuten plus Spieldauer Disziplinarstrafe. Ein Bärendienst für den SCR, der zunächst im 3:5 spielen musste.

SCR rettet sich in die Verlängerung

Und die Höchstadter? Die zeigten einmal mehr, dass sie wissen, wie man in Überzahl agieren muss. Rund 30 Sekunden später stand es 5:5. Doch nun verloren die Gastgeber die Nerven, leisteten sich zwei unnötige Fouls, und plötzlich war der SCR in Überzahl. Doch auch die Garmisch-Partenkirchner blieben sich treu und präsentierten einmal mehr ein Powerplay im Schneckentempo. Damit nicht genug. Kronawitter nahm fünf Minuten vor Schluss nochmals auf der Strafbank Platz. Höchstadt dadurch wieder im 5:3. Doch die Mittelfranken waren nun nervös, spielten schlampige Pässe und machten es dem SCR leicht, diese Unterzahl zu überstehen.

Kurzzeitiger Tiefschlaf beendet die Saison für die Garmisch-Partenkirchner

Was fehlte noch zu einem Drama der Extraklasse? Richtig, die Verlängerung. Zunächst hieß es wieder: Ruhe bewahren, Sicherheitspässe, ja keinen Fehler begehen. Das klappte drei Minuten und 16 Sekunden. Dann verfiel der SCR in den kurzzeitigen Tiefschlaf. Als das Team wieder aufgewacht war, fand es sich in der Sommerpause wieder.

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