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DEL2-Chef René Rudorisch bei einem Fantalk im OEZ.

Eishockey: DEL 2

Rudorisch zum SCR: Wirtschafts-Problem muss gelöst sein

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Nachdem der SC Riessersee sich für die DEL2 beworben hat, spricht Liga-Boss René Rudorisch über das Verfahren und den Standort Garmisch-Partenkirchen.

Garmisch-Partenkirchen– Bis zum Schluss haben sie nicht gewartet. Etwa fünf Stunden vor Ablauf der Frist – gegen 19 Uhr am Donnerstagabend – reichten die Verantwortlichen des SC Riessersee ihre Bewerbungsunterlagen zur DEL2 ein. Sie dokumentierten das wie viele andere Klubs auf Facebook. Die Dresdner Eislöwen zeigten sogar ein witziges Foto mit Geschäftsführer und Dokumenten am Postschalter. Der SCR zitierte im sozialen Netzwerk Geschäftsführer Udo Weisenburger: „Wir arbeiten weiterhin daran, dass wir über den Berg kommen.“ In der Kommentarleiste äußerten viele Fans aus ganz Deutschland ihre Erleichterung. Tenor: Daumen drücken.

Freitagmorgen bestätigte auch die Liga, dass 15 Vereine inklusive SCR sich für eine Lizenz bewerben. Nach den Entwicklungen am Tag davor war Geschäftsführer René Rudorisch nicht mehr überrascht. Es sei klar gewesen, dass der Unterstützerkreis alles versucht, um Richtung Zweite Liga zu steuern. Gerne würde der DEL2-Boss die Werdenfelser als „Traditionsclub und Vize-Meister“ halten. Vor allem nach der – im Endeffekt teuer erkauften – sportlichen Entwicklung in der abgelaufenen Spielzeit. Er stellt aber klar: „Die Hausaufgaben müssen gemacht werden. Das wirtschaftliche Grundproblem muss gelöst sein.“ Rudorisch weiß: Nun erhöht sich automatisch der Druck auf die Lizenzprüfer. Im schlimmsten Fall erteilt die DEL2 einem Club die Spielberechtigung, der später finanziell kollabiert. Die Außendarstellung wäre verheerend, sagt der Ligenchef. „Wir können nicht alles vermeiden“, betont er. Ein Rest-Risiko gebe es immer. Allerdings hält er das bestehende System für straff genug, um solche Härtefälle im Vornherein aufzudecken. „Wir schauen ohnehin sehr genau hin.“ In den vergangenen Jahren habe die Liga ihr Prüfungsverfahren deutlich verbessert.

Gestern kam Rudorisch noch nicht dazu, sich die Unterlagen des SCR genau anzuschauen. Wasserstandsmeldungen wird das Büro auch nicht herausgeben. Erst zum 1. Juli – so sieht es die Planung vor – will es seine 14 Starter für die Saison 2018/19 verkünden. Was bis dahin passiert, erklärte Rudorisch im Tagblatt-Gespräch: Zunächst verschafft sich der DEL2-Boss einen groben Überblick über alle Standorte. Nur weil sich die Garmisch-Partenkirchner in einer Notlage befinden, zieht er sie nicht vor. Denn Probleme könne es auch an anderen Standorten geben. Der SCR hat sie bloß als einziger Club öffentlich gemacht. Zum jetzigen Zeitpunkt kann Rudorisch nicht sagen, ob irgendeine weitere Mannschaft betroffen ist. Die Unterlagen der 15 Standorte – auch Absteiger Bayreuth hat die Lizenz als 15. Mannschaft beantragt – begutachten danach Rudorisch sowie ein Wirtschaftsprüfer. Der Liga-Boss beurteilt die Dokumente auf Vollständigkeit. Parallel sieht sich der Finanzexperte Haushaltsplan und sämtliche andere wirtschaftlichen Kalkulationen in seiner „tiefen Prüfung“ an. Mitte Juni möchte die Liga, die sich ständig mit den Vereinen austauscht, fertig sein. Danach bespricht sie Härtefälle, lädt Vereine, die nicht alle Auflagen erfüllen, zur Anhörung. Erst dann gibt es Klarheit für den SCR.

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