Die neuen Gesichter: (hinten v.l.) Verteidiger Michael Kolarz, Mittelstürmer Mark Kosick, Verteidiger Felix Thomas, Torhüter Jochen Vollmer, sowie die jungen Verteidiger (vorne v.l.) Silvan Heiß, Florian Kraus und Simon Mayr. foto: Sehr

Eishockey

Zwei Wochen nur Vollgas

SC Riessersee ist heiß auf die Testspiele. Auftakt heute in Kaufbeuren, am Samstag gegen Bad Tölz.  Toni Krinners erstes Urteil über die neue Mannschaft: die ist Abwehr „läuferisch enorm verbessert“.

Garmisch-Partenkirchen – Das Fieber steigt. Aber keine Angst: Medizinisch bedrohlich wird es nicht. Nein, Toni Krinner drückt nur aus, wie es den Eishockey-Profis und dem Trainer selbst gerade geht. Sie sind heiß auf die ersten Testpartien. Nach zwei Wochen schuften suchen sie Feindkontakt. „Wir wollen wissen, wo wir stehen, ob der Formaufbau stimmt“, verdeutlicht Krinner. Zwei Möglichkeiten bietet dieses Wochenende für die Riesserseer: Heute geht es nach Kaufbeuren (18.30 Uhr), am Samstag gastieren zur Saisoneröffnung im Olympia-Eissportzentrum die Tölzer Löwen (18 Uhr).

In jedem Fall zwei interessante Vergleiche für den SC Riessersee. Dafür sorgen schon die neue Icing-Regel und die veränderte Eisfläche. Bekanntlich wurden die blauen Linien um rund 1,50 Meter in Richtung Mitte versetzt, damit sind die Verteidigungsdrittel deutlich größer geworden. „Es wird interessant sein zu sehen, wie wir damit zurecht kommen“, betont Krinner. „Aber auch die Gegner.“ Die größeren Endzonen sieht er als größte Herausforderung an. „Unterzahl wird brutal schwer zu verteidigen, wenn du gegen ein Team spielst, das die Scheibe gut laufen lässt“, prophezeit er.

Die einfachste Lösung: „Wegbleiben von der Strafbank. Das ist die Riesen-Aufgabe für diese Saison“, stellt er klar. „Wenn du dir sieben oder acht Strafzeiten erlaubst, wirst du im Normalfall keine Chancen haben, ein Spiel zu gewinnen.“ Außer das Unterzahlspiel funktioniert überdurchschnittlich gut. Darauf wird Krinner mit seinen Mannen sicher hinarbeiten. Das ist ihm sogar wichtiger als das Powerplay. „In erster Linie kommt es auf die Qualität in Unterzahl an. Die muss passen.“ Torhüter-Leistung inbegriffen.

Mit der Vorbereitung ist er bisher sehr zufrieden. Das begann schon mit dem Eingangstest im Fitnessstudio, der Zeugnis darüber ablegt, was jeder Spieler über den Sommer getan hat. „Die Werte waren bei allen so, wie ich mir das vorstelle“, versichert der Coach. „Auch Benedikt Kastner und Sebastian Eickmann haben es sich zu Herzen genommen, dass sie ein bisschen geschludert haben, und alles aufgeholt. Das war sehr gut.“ Auch der Ausflug nach Biberwier taugte dem Bad Tölzer. „Wir haben zwar nicht viele Neuzugänge, aber so haben sich alle kennengelernt.“

Auf dem Eis gab es dann seit 4. August nur eine Devise: „Vollgas. Und das geht eben nur, wenn alle im Sommer gut gearbeitet haben.“ Sonst bleiben in der ersten Woche die Ersten auf der Strecke. Dem war nicht so.

Über die Neuzugänge will Krinner noch kein endgültiges Urteil fällen. „Das wird sich erst in ein paar Wochen zeigen.“ Die Tendenz aber gefällt ihm. „Alle sind gute Typen, sie haben sich sehr leicht ins Team integriert.“ Ein erstes Urteil über die Verteidiger Michael Kolarz und Felix Thomas traut er sich schon zu: „Da ist ganz offensichtlich, dass wir uns läuferisch im Gegensatz zur Vorsaison enorm verbessert haben.“ Die beiden Neuen werden in den Testbegegnungen vorerst auch ein Abwehr-Pärchen bilden. Julian Eichinger spielt zudem mit Benedikt Kastner, Sepp Staltmayr verteidigt mit Sebastian Eickmann. Simon Mayr und Florian Kraus, die auf Probe beim SCR mittrainieren, werden auch zu Eiszeiten kommen. Wohl aber noch nicht in Kaufbeuren. Sicher aber gegen Bad Tölz am Samstag.

Im Sturm gab es für Krinner nicht viel umzubauen. Mit Mark Kosick ist aktuell nur ein neuer Mann an Bord. Und der übernimmt eins zu eins die Stelle von Andy Bohmbach zwischen Morten Lie und Maxi Kastner. Interessant wird es für den Coach erst, wenn Ende August die Münchner Förderlizenz-Spieler dazustoßen. „Dann müssen wir umstellen, denn die Burschen, die da kommen, gehören nicht in die vierte Reihe.“ Verletzte gibt es bislang keine. Lediglich Korbinian Sertl klagt über eine Reizung im Knie. Ob es bei ihm geht, entscheidet sich kurzfristig. „Wer wann spielt, werde ich erst am Freitag festlegen.“ Bis dahin kann das Fieber noch ein bisschen steigen.

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