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Richtung DEL? Andy Bohmbach fährt seit Monaten eine Hinhaltetaktik.

Wechselzeit

Die Zeichen stehen auf Abschied

  • Peter Reinbold
    vonPeter Reinbold
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Garmisch-Partenkirchen - Die Reihen beim SC Riessersee beginnen sich zu lichten. Hochkaräter gehen und Spieler, die nicht das gebracht haben, was von ihnen erwartet wurde. Wer sie ersetzt, steht noch lange nicht fest.

Das ist in jeder Firma, die etwas auf sich hält, gang und gäbe. Einmal im Jahr bittet der Chef seine Angestellten zum Gespräch, um auszuloten, wie die zurückliegenden Monate aus Sicht des Mitarbeiters gelaufen sind und wie er sich seine Zukunft im Unternehmen vorstellt. Ralph Bader und Toni Krinner, der eine Hauptgesellschafter und Geschäftsführer der SC Riessersee Eishockey Vermarktungs GmbH in Personalunion, der andere Trainer, haben sich in der vergangenen Woche einen ganzen Tag Zeit genommen, um sich die Vorstellungen ihrer Profis anzuhören und auch ihre Pläne vorzustellen. Das Ergebnis: Einige Spieler werden den SC Riessersee aus freien Stücken verlassen, weil sie sich – auch finanziell – verbessern wollen, andere müssen sich einen neuen Arbeitgeber suchen, weil Bader und Krinner nicht mehr mit ihnen planen.

Drei Tage nach den Gesprächen unter sechs Augen haben sich Bryan Hogan und Andy Bohmbach vom Flughafen München in die nordamerikanische Heimat aufgemacht. Eine Rückkehr der beiden US-Boys scheint zum jetzigen Zeitpunkt eher unwahrscheinlich. Hogan, von einem Eishockey-Fachblatt zum besten Torhüter der DEL 2 gewählt, hat Bader so gut wie sicher abgeschrieben. „Die Zeichen stehen auf Abschied. Er kann unter vielen Angeboten von Vereinen wählen, bei denen er das Doppelte von dem verdienen kann, was wir ihm gezahlt haben.“ Der 25-Jährige – er heiratet im Juni seine langjährige Freundin – wird mit zahlreichen finanzstarken Clubs in Verbindung gebracht, darunter die Oberligisten Löwen Frankfurt und Kassel Huskys, die mit Macht in die DEL 2 drängen. Beiden Teams wird großes wirtschaftliches Potenzial nachgesagt. Allerdings befinden sich die Kasselaner derzeit in Insolvenz.

Ähnlich wie bei Hogan ist der Fall bei Andy Bohmbach gelagert. Dem Mittelstürmer hatte der SCR Anfang Januar ein Angebot vorgelegt. Bohmbach, zweitbester SCR-Scorer, bat bis nach der Saison um Bedenkzeit und hat sich noch immer nicht geäußert. „Es muss bald eine Entscheidung fallen“, sagt Bader. „Wir wissen nicht, woran wir sind, deshalb planen wir zweigleisig.“ Die Hinhaltetaktik, die Bohmbach verfolgt, gefällt ihm gar nicht. „Wir brauchen Spieler, die sich zu 100 Prozent zu uns bekennen.“ Bohmbach soll es in die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) ziehen.

Mit Sicherheit abgelaufen ist die Zeit von George Kink beim SC Riessersee. Er hat kein Angebot erhalten. Der 31-jährige Stürmer, vor der Saison mit viel Vorschusslorbeeren versehen – auch von Bader und Krinner („Zusammen mit Florian Vollmer und Michael Rimbeck wird er den besten dritten Sturm der Liga bilden“) – entwickelte sich zu Problemfall. Krinner setzte ihn meist nur im vierten Sturm ein, manchmal reichte es selbst nur für die Bank. Keine leichte Zeit für Kink, der ein Jahr beim EHC München in der DEL verbracht hatte, und dessen Ansprüche sicher höher sind. Dass er sich trotzdem immer professionell verhielt, lobt Bader: „Er hat sich als absoluter Teamplayer erwiesen.“ 400 Spiele bestritt der Außenstürmer für den SCR – es werden keine mehr dazukommen. „Mit seinem Abgang geht ein bisschen eine Ära zu Ende“, meint Bader. Kinks Position als Stürmer zehn bis zwölf gedenkt die sportliche SCR-Leitung mit einem jüngeren und billigeren Perspektiv-Spieler zu besetzten.

Perspektivlosigkeit – für Florian Thomas der Grund zu wechseln. Bader bot ihm eine Vertragsverlängerung an, Thomas lehnte ab. Den Mann, der der vierten SCR-Reihe einen Schimmer von spielerischem Glanz verlieh, zieht es zu einem Club, bei dem er seine Fähigkeiten besser einbringen kann. Thomas, vor zwei Jahren vom EC Peiting gekommen, wird mit seinem Heimatclub in Verbindung gebracht. Eine Alternative soll auch der ESV Kaufbeuren sein, wo sein Mentor Michael Kreitl unter Vertrag steht. „Wir werden kein Problem haben, ihn zu ersetzen“, meint Bader.

Anders ist der Fall bei Peter Baumgartner gelagert. Ihn zu ersetzten wir außerordentlich schwierig werden. Bader und Krinner hätten den besten SCR-Verteidiger der abgelaufen Saison gerne gehalten („Wir haben seit Dezember verhandelt.“), doch führten die Gespräche zu keinem Ende, das beide Parteien zufrieden stellte. Bader hat Baumgartner, der auch über ein Karriereende als Profi-Spieler nachdenkt – als Alternative steht ein Wechsel zum EV Landshut oder den Löwen Frankfurt im Raum –, abgeschrieben. „Wir sehen keine Chance mehr, dass er bei uns bleibt.“

Peter Reinbold

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