DEB erhöht Druck auf Vereine

Ein Riss in der Mauer

Garmisch-Partenkirchen - Die unnachgiebige Haltung des DEB zeigt Wirkung: Der SB Rosenheim gibt nach, schließt einen Start in der DEL II aber aus.

Zum Ende der vergangenen Woche hatten sich Alfred Prey und Hauke Hasselbring, zwei Hardliner im Kampf um eine Deutsche Eishockey-Liga II und im Streit mit dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB), in einem Interview mit Pinguins-TV unnachgiebig gezeigt. Der Teammanager der Fischtown Pinguins und der Geschäftsführer des Eishockey-Zweitligisten aus Bremerhaven hatten von einer geschlossenen Front von neun Zweitligisten gesprochen, die unter allen Umständen eine DEL II, auch gegen den Willen des Verbandes, durchsetzen wollen. Doch die Mauer scheint zu bröckeln. Der erste Club, der sich eines Besseren besonnnen hat, sind die Starbulls Rosenheim. „Es wird so kommen, dass wir nächste Saison auf alle Fälle Eishockey spielen werden: Entweder unter dem DEB oder wir spielen in der ESBG weiter“, teilte in einem Gespräch mit dem Oberbayerischen Volksblatt Karl Aicher, der Zweite Vorsitzende der Starbulls, mit. Der Zeitung sagte er auch, dass die neugegründete DEL II nicht an den Start gehen werde. Man werde die Starbulls nicht in einer „wilden Liga“ spielen lassen, „weil die Folgen für den Verein katastrophal wären“.

Viel deutet darauf hin, dass dem Rosenheimer Beispiel weitere Clubs folgen werden, da der DEB den Druck noch einmal erhöht hat. Drohen und locken lautete die Taktik. Das Zuckerbrot: Die Aufnahme in die vom DEB geführte Liga wird bis 7. Juni verlängert. Zudem bietet der Verband die Anstellung einer Person an, die sich um Ligenleitung, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit der 2. Bundesliga kümmert. Außerdem soll aus den Reihen der Zweitligisten bis zu den Präsidiumswahlen 2014 ein kommissarischer DEB-Vizepräsident kommen.

Die Peitsche: Es gibt keinen neuen Kooperationsvertrag mit der ESBG oder einer neuen Gesellschaft. Zudem werden noch einmal die Konsequenzen deutlich gemacht, die bei einer wilden Liga Vereinen, Trainern und Spielern drohen. So könnte die spätere Rückkehr in den nationalen und internationalen Bereich verweigert werden.

Den Lizenzvertrag für eine DEL II hat Ralph Bader, der Geschäftsführer des SC Riessersee und auf DEB-Seiten stehend, in seine Einzelteile zerlegt. Er ist dabei auf viele Schwachstellen gestoßen. So werde das angestrebte Konstrukt wie die DEL eine „geschlossene Liga, die sich ihre Teilnehmer aussuchen kann. Sie wird sich ohne Rücksicht auf den Unterbau und ohne sportliche Qualifikation die Clubs aussuchen, bis sie 14 Teilnehmer in ihrem Kreis hat“. Die finanziellen Hürden für einen Aufsteiger aus der Oberliga werden so groß, „dass sie in Praxis nicht zu bewältigen sind“, glaubt Bader. Sinken wird auch der sportliche Wert der Liga. So sieht das Konzept zehn U23-Spieler vor, innerhalb von fünf Jahren soll die Zahl der ausländischen Profis von heute fünf auf drei sinken. Die Mannschaftsstärke pro Partie wird auf 20 begrenzt. „Wir würden zu einer reinen Ausbildungsliga verkommen. Das kann man den Zuschauern doch nicht vermitteln“, sagt Bader.

Peter Reinbold

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