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War beim Termin in Weilheim dabei: Udo Weisenburger.

Breiter: Der erste Schritt in Richtung Rettung

SCR-Anwältin reicht Insolvenzantrag ein

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Es ist getan: Anwältin Birgitt Breiter reichte beim Amtsgericht Weilheim einen ganzen Ordner mit Dokumenten ein. Zum Beispiel eine Vermögensübersicht. Ein erstes positives Signal hat sie schon. Das Gericht hat einen Gutachter bestellt.

Garmisch-Partenkirchen – Dieser Gang ist nie ein leichter. Auch wenn er für Birgitt Breiter zur Gewohnheit geworden ist. Sie hat sich als Anwältin auf Insolvenzrecht spezialisiert. Somit kennt sie die Amtsgerichte der Region bestens. Am Dienstagvormittag hatte sie einen Termin in Weilheim. Ihr aktueller Mandant: die Vermarktungs-GmbH des SC Riessersee.

Um 9.30 Uhr wurde das Trio empfangen. Breiter, Stefan Endraß und – Udo Weisenburger. Ja, der Geschäftsführer der GmbH stellte sich dieser Aufgabe. Er war dabei, als Breiter den Antrag auf Planinsolvenz beim Gericht einreichte. Ein ganzer Ordner mit Dokumenten. „Alle wesentlichen Unterlagen“, sagt Breiter und präzisiert: Eine Vermögensübersicht, die Liste aller Gläubiger, bestehende und ehemalige Verträge mit Arbeitnehmern, eine Satzung, die Planung für die kommende Saison, und vieles mehr – „da kommt einiges zusammen.“

Genau das ist der Anwältin wichtig. „Je umfangreicher, desto besser ist das Bild, das man abgibt, desto mehr Fragen werden gleich beantwortet.“ Offenbar lag sie mit ihrer Einschätzung nicht so schlecht. Bereits am frühen Nachmittag erhielt sie eine Nachricht eines Kollegen. Er sei als Gutachter vom Gericht eingesetzt und wolle mit ihr den Fall durchgehen. „Genau so, wie wir es beantragt hatten“, sagt Breiter. Für sie ein positives Signal: „Wenn das Gericht der Meinung wäre, dass es keinen Sinn hat, hätte es keinen Gutachter bestellt.“ Somit steht das grüne Licht für die Planinsolvenz des SC Riessersee zwar noch aus, Breiter ist aber zuversichtlich, dass dies nur eine Formsache darstellt. Sie rechnet mit der Eröffnung des Verfahrens Anfang nächster Woche.

Drei zentrale Fragen stehen im Raum

Das Okay des Gerichts hängt nun vom Gutachten des Anwaltskollegen ab. Am Dienstagnachmittag trafen sich die Juristen zum Austausch. Es geht um drei zentrale Fragen: Liegt ein Grund für eine Insolvenz vor, ist ausreichend Masse vorhanden, und ist es möglich, den Betrieb der GmbH fortzuführen? Breiter urteilt eindeutig: Dreimal ein klares Ja.

Für Stefan Endraß, der am Mittwoch als Interims-Geschäftsführer installiert werden soll, und die Anwältin geht es nun auf Hochtouren weiter. „Der Zeitplan ist und bleibt sportlich“, betont sie. Bis Mitte September will sie das Verfahren beendet haben. Dann darf aber nichts schief gehen.

Es gibt einige Unwägbarkeiten. Das Gericht beispielsweise: „Es hat einen gewissen Spielraum.“ Vor allem, was die Ansetzung notwendiger Termine betrifft. „Es sind bis zu drei möglich, aber wir würden gerne alles in einem machen“, klärt sie auf. Zunächst geht es um eine genaue Darlegung des Falles, dann steht die Prüfung des Insolvenzplanes an, als letztes müssen die Gläubiger dem Verfahren zustimmen.

Phase der Ungewissheit wird sich ziehen

Jene Geschäftsleute oder Behörden will Breiter von Beginn an ins Boot holen. Am Montagabend lud sie Vertreter jeder Gläubiger-Gruppe ein, um einen Ausschuss zu gründen. „Wir brauchen diesen nicht unbedingt aufgrund der Größe des Verfahrens“, klärt sie auf. Dennoch möchte Breiter die Beteiligten jederzeit informieren und deren Meinung einholen. Das Treffen verlief positiv. „Der Ausschuss hat uns bestätigt, dass er den Weg mitgehen will.“ Ein wichtiges Signal: „Sonst wären wir gar nicht zum Gericht marschiert.“

Angeleiert ist die Planinsolvenz nun, der Gutachter ist bestellt. „Das ist ein erster Schritt in Richtung Rettung“, sagt Breiter. Die Phase der Ungewissheit aber wird sich ziehen. Denn selbst wenn ihr ehrgeiziger Zeitplan aufgeht, sind es noch einige Wochen bis zur Gläubigerversammlung vor Gericht. Dann entscheidet sich endgültig das Schicksal der SCR-GmbH – und ob es eine Zukunft in der Oberliga geben kann. 

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