Training, Training, Training: Eine intensive Woche liegt hinter den Spielern des SC Riessersee – hier Marlon Wolf (l.) und Anton Radu. Die Resultate will der SCR gegen Bad Tölz und Rosenheim zeigen.
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Training, Training, Training: Eine intensive Woche liegt hinter den Spielern des SC Riessersee – hier Marlon Wolf (l.) und Anton Radu. Die Resultate will der SCR gegen Bad Tölz und Rosenheim zeigen.

Testspiele in Bad Tölz und gegen Rosenheim

SC Riessersee: Arbeiten an der Feinjustierung

  • VonMarco Blanco-Ucles
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Testspiele zwei und drei für den SC Riessersee. In der Vorbereitung auf die Eishockey-Oberliga Süd trifft der SCR auf die Tölzer Löwen und die Starbulls Rosenheim.

Garmisch-Partenkirchen – Klar, hier und da hakt es noch ein wenig. Kleinigkeiten müssen angepasst, Abläufe verbessert werden. Das sind die Erkenntnisse für den SC Riessersee nach dem ersten Testspiel am vergangenen Freitag gegen die Tölzer Löwen (2:3 n. P.). Das gilt sowohl auf als auch neben dem Eis. Denn wenngleich die Rückkehr der Zuschauer bei Eishockey-Spielern, Trainerstab und Fans gleichermaßen für Begeisterung sorgte: Ganz rund lief noch nicht alles.

Hauptkritikpunkt dabei war, dass nicht alle Anhänger – sowohl auf Seiten der Weiß-Blauen als auch auf Seiten der Tölzer – rechtzeitig zu Spielbeginn auf ihren Plätzen saßen. Grund dafür waren die intensivierten Einlasskontrollen, was die 3G-Regel – geimpft, genesen oder getestet – betrifft. Der SCR bedauert dies, nimmt allerdings gleichzeitig die Besucher im Olympia-Eissportzentrum (OEZ) in die Pflicht. „Die Zeiten, in denen man zehn Minuten vor Spielbeginn ins Eisstadion geht, sind leider vorbei“, erklärt Pana Christakakis. Der Riesserseer Geschäftsführer und sein Team arbeiteten die Woche über daran, die Abläufe rund um das Stadion weiter zu optimieren. An den Eingängen wird es zum Heimspiel gegen Rosenheim am Sonntag (18 Uhr) pro Eingang drei Einlassschleusen geben. „Wir haben beim Security-Personal nochmals nachgerüstet“, betont Christakakis. Eine dieser Schleusen wird eine so genannte „Fast Lane“ sein. Bedeutet: Zwischen 16 und 17.30 Uhr haben Zuschauer die Möglichkeit, an einem separaten Kontrollpunkt vor der Geschäftsstelle ihren 3G-Nachweis prüfen zu lassen. Ist damit alles in Ordnung, erhalten sie ein Bändchen, mit dem sie durch die „Fast Lane“ schneller ins Stadion gelangen, da der 3G-Nachweis nicht mehr überprüft werden muss. Zeit- und Nervensparend für Fans und Personal.

Ja, es gab Härtefalle, besonders bei den Gästefans. Diese konnten wir dann nicht ins Stadion lassen ohne die erforderlichen Dokumente. Wir haben dabei null Spielraum

Pana Christakakis

Dass ein 3G-Nachweis sowie ein Lichtbildausweis – alle Tickets sind personalisiert – erforderlich ist, hatten vor dem Tölz-Spiel offensichtlich nicht alle mitbekommen beziehungsweise verstanden, berichtet Christakakis: „Ja, es gab Härtefalle, besonders bei den Gästefans. Diese konnten wir dann nicht ins Stadion lassen ohne die erforderlichen Dokumente. Wir haben dabei null Spielraum.“

Zusammengefasst: 3G-Nachweis, Ticket sowie Lichtbildausweis. Das sind die drei Voraussetzungen. Christakakis betont zudem: „Wir bitten die Fans, frühzeitig am Stadion zu erscheinen. Erstens entzerrt es die Massen, und zweitens freut sich das Team, bereits beim Warmup Zuschauer auf den Tribünen zu sehen. Bitte nicht erst zehn Minuten vor Spielbeginn erscheinen und sich dann wundern, dass man es nicht rechtzeitig schafft.“ Schließlich dauert es pro Kontrolle zirka 20 Sekunden, das sei nicht zu verhindern.

Das ganze Thema um die Einlasskontrollen soll aber keinen falschen Eindruck des vergangenen Freitags hervorrufen. Alles in allem war es eine mehr als gelungene Rückkehr der Fans – fast 900 von ihnen fanden den Weg ins OEZ. Und dazu trug die Mannschaft des SCR eine ganze Menge bei, hatte das DEL2-Team aus Bad Tölz am Rande einer Niederlage.

„Das war Werbung für das Eishockey“, betont Christakakis geradezu euphorisch. Heute Abend um 19.30 Uhr steht das „Rückspiel“ in Bad Tölz an. Auch dort erwarten die Fans übrigens die in Garmisch-Partenkirchen praktizierten Regeln am Eingang.

Eine volle Trainingswoche liegt hinter Coach Pat Cortina und dem Team. „Wir haben extrem viel taktisch gearbeitet in den vergangenen Tagen, das Spiel ohne Scheibe verbessert“, erklärt der Trainer. Leidenschaft und Wille seiner Mannschaft haben Cortina im ersten Testspiel bereits „perfekt“ gefallen. Nun gelte es, „die richtige Balance zu finden“.

Nicolas Appendino und Daniel Allavena vom EHC München dabei

Fehlen wird dabei Christoph Eckl, der die komplette Woche verletzungsbedingt nicht trainieren konnte. Kurzfristig entschieden wird über einen Einsatz von Kapitän Florian Vollmer – er kränkelt. „Wir schauen bei ihm von Tag zu Tag. Gegen Bad Tölz wird er wahrscheinlich fehlen, für Rosenheim besteht noch Hoffnung.“ Vom EHC München werden heute Abend Nicolas Appendino und Daniel Allavena dabei sein – sie trainierten die Woche mit dem SCR. Gegen die Starbulls am Sonntag könnten weitere Förderlizenzspieler folgen.

Der SCR wird demnächst noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlagen – so viel ist sicher. Wann und wie oft, steht bislang aber in den Sternen. Die zweite Ausländerstelle im Kader ist weiterhin verwaist. Geht es nach Cortina, wird sie von einem Verteidiger gefüllt. Christakakis hält derzeit Augen und Ohren offen: „Ich bin täglich in Kontakt mit Spielerberatern. In Corona-Zeiten überlegen es sich Spieler allerdings zweimal, ins Ausland zu wechseln.“

Auch deutschen Neuzugängen gegenüber sind sie bei den Weiß-Blauen alles andere als abgeneigt. „Wir brauchen Spieler, die uns sofort weiterhelfen“, betont Christakakis und schließt damit panisch getätigte Einkäufe kategorisch aus. Der Geschäftsführer ist trotz des vorhandenen Handlungsbedarfs mit dem bisherigen Kader zufrieden: „Auch wenn wir auf dem Papier nicht zu den Top drei der Oberliga Süd gehören, haben wir ein gutes Team mit starken Charakteren zusammengestellt.“

Ergebnisse in der Vorbereitung – beide Testspiele am Wochenende laufen im Übrigen live auf SpradeTV – seien nicht entscheidend, erklärt Christakakis. Wichtig wird es ab dem 7. Oktober. Dann gastieren die Starbulls aus Rosenheim zum Eröffnungsspiel der Oberliga Süd in Garmisch-Partenkirchen. Bis dahin wird weiter fleißig an der Feinjustierung gearbeitet – auf und neben dem Eis.

SCR-Vorbereitungsplan

Freitag, 17. September

19:30 Bad Tölz - SC Riessersee

Sonntag, 19. September

18:00 SC Riessersee - Rosenheim

Freitag, 24. September

19:30 Rosenheim - SC Riessersee

Samstag, 2. Oktober

19:30 Riessersee - Memmingen

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