Ein Eishockeyspieler vergibt eine Torchance
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Riesen-Chance zum 3:3-Ausgleich: SCR-Angreifer Anton Radu (l.) scheitert an der Fanghand von Deggendorfs Goalie Timo Pielmeier. Am Ende verlieren die Riesserseer 4:7.

SCR unterliegt nach bärenstarkem ersten Drittel 4:7 in Deggendorf

SC Riessersee: Auswärtsmisere hält an

  • VonMarco Blanco-Ucles
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Der SC Riessersee hat auch das dritte Auswärtsspiel in dieser Saison in der Eishockey-Oberliga Süd verloren. Mit 4:7 unterlag der SCR in Deggendorf.

Deggendorf – Auf den ersten Blick war alles wie immer in dieser Saison: Wenn der SC Riessersee auswärts in der Eishockey-Oberliga Süd antritt, haben die mitgereisten Fans aus Garmisch-Partenkirchen nicht viel zu feiern. Wieder liefen die Weiß-Blauen früh einem Rückstand hinterher. Wieder musste der Goalie des SCR – dieses Mal stand Hannes Kiefer zwischen den Pfosten – eine Menge an Gegentoren schlucken, sieben an der Zahl um genau zu sein. Wieder halfen die Riesserseer bei den Treffern des Gegners kräftig mit. Wieder fuhr das Team von Coach Pat Cortina ohne etwas Zählbares zurück in die Marktgemeinde. Und dennoch: So chancenlos wie beispielsweise neun Tage zuvor in Weiden (0:5) waren die Weiß-Blauen bei der 4:7-Niederlage beim Deggendorfer SC keineswegs.

Immer wenn wir einen Fehler gemacht haben, haben sie getroffen

SCR-Coach Pat Cortina

Den frühen Rückstand musste sich der SCR selbst ankreiden: Fehlpass Luca Allavena, Leon Zitzer gedankenschnell auf Yannic Bauer, der Kiefer keine Chance ließ. Einladungen wie diese darf man sich gegen Deggendorf nicht erlauben, weiß auch Cortina: „Immer wenn wir einen Fehler gemacht haben, haben sie getroffen.“ Sein Team war jedoch nicht geschockt – im Gegenteil: Die Weiß-Blauen erarbeiteten sich Chance um Chance, zeigten phasenweise Eishockey vom Feinsten. Das 1:1 aber war ein Geschenk eines alten Bekannten. Silvan Heiß, vor der Saison erst von den Riesserseern nach Deggendorf gewechselt, servierte seinem alten Kapitän Florian Vollmer die Scheibe pfannenfertig auf den Schläger. Und es kam noch besser für die Weiß-Blauen: Robin Soudek tanzte Alex Grossrubatscher an der Bande aus, zog zum Tor und brachte seine Farben erstmals in dieser Saison auswärts in Führung. Anstatt die Chancen zu einem höheren Vorsprung zu nutzen, mussten die Werdenfelser kurz vor der ersten Pause das 2:2 durch Lukas Miculka schlucken. Dennoch zeigte sich Cortina nach der Partie mit der Anfangsphase zufrieden: „Ein gutes erstes Drittel war wichtig für uns. In den anderen Auswärtsspielen hatten wir das nicht geschafft.“

Abschnitt zwei war ein gebrauchter aus SCR-Sicht: Zunächst Bauer mit seinem zweiten Treffer des Abends – Kiefer reagierte zu langsam. Anton Radu vergab alleine vor Goalie Timo Pielmeier die gute Möglichkeit zum 3:3. Stattdessen klingelte es wenig später im Riesserseer Kasten. Grossrubatscher erhöhte per Schlagschuss auf 4:2.

Der fünfte Treffer der Niederbayern dann wieder mit SCR-Beteiligung: Scheibenverlust Vollmer, Bauer umkurvte Kiefer, spielte den Puck von hinter dem Tor an den Schlittschuh von Felix Linden, von wo er ins Gehäuse trudelte. Beim sechsten Heimtor konnte Aziz Ehliz den Pass von Thomas Greilinger auf Miculka nicht entscheidend blocken.

SCR-Goalie Hannes Kiefer nicht immer sattelfest

DSC-Coach Chris Heid betonte nach der Partie, dass angesichts junger Goalies im SCR-Aufgebot viele Torschüsse zum Matchplan gehörten. Auch wenn Kiefer sich einige Male auszeichnen konnte, das 7:2 war unglücklich aus seiner Schicht. Die Scheibe – von Grossrabutscher abgefeuert – prallte ihm zunächst an das Gitter, dann an den Schläger und abschließend an die Schulter – Tor. Cortina nahm den jungen Goalie in Schutz: „Hannes arbeitet hart. Ich wusste, dass es ein schwieriges Spiel für ihn werden wird.“ Für Ergebniskosmetik sorgten noch Serienschütze Simon Mayr sowie Luca Allavena.

Die Special Teams sollten an diesem Sonntagabend keine entscheidende Rolle spielen – alle elf Treffer fielen mit zehn Feldspielern auf dem Eis. Kein Wunder, handelten sich die Teams auch nur jeweils vier Strafminuten ein. Ein weiterer Punkt, in dem sich der SCR stark verbessert zeigte.

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