Er tüftelt noch: Pat Cortina gibt derzeit allen Spielern die Chance, sich für die Special Teams zu empfehlen.
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Er tüftelt noch: Pat Cortina gibt derzeit allen Spielern die Chance, sich für die Special Teams zu empfehlen.

SCR-Trainer sucht noch Idealbesetzungen für die Special Teams

SC Riessersee: Cortina auf Formationssuche

  • VonPatrick Hilmes
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Zwei Punkte stehen für den SC Riessersee nach zwei Partien in der Eishockey-Oberliga Süd zu Buche. Besonders die Special Teams der Weiß-Blauen haben noch viel Luft nach oben.

Garmisch-Partenkirchen – Es sind gerade mal zwei Spiele in der Eishockey-Oberliga Süd absolviert. Die Tabelle sagt entsprechend noch wenig aus, dasselbe gilt für die weiteren Statistiken. Aber dennoch sticht beim SC Riessersee bereits jetzt ein Punkt hervor: Die Special Teams funktionieren nicht.

16 Strafminuten haben die Weiß-Blauen in den Partien gegen Rosenheim und Memmingen verkraften müssen. Ein Wert, der sich im Ligavergleich durchaus sehen lassen kann. Lediglich die Passauer (zwölf Minuten) und Lindauer (14) saßen weniger Zeit auf der Strafbank ab. Und dennoch teilt sich der SCR mit dem EV Füssen in der Unterzahl-Statistik den letzten Platz. Beide Teams kassierten im Vier-gegen-Fünf bereits vier Gegentore. Auch in der Offensive läuft es noch nicht rund. Achtmal hatte die Mannschaft von Pat Cortina die Chance, eine Überzahl in einen Torerfolg umzumünzen, lediglich einmal gegen Rosenheim gelang das. In Memmingen agierten die Riesserseer zehn Minuten mit einem Mann mehr auf dem Eis. Wirklich sichtbar wurde das aber selten. „In Unterzahl haben wir schon besser als gegen Rosenheim agiert. Aber im Powerplay haben wir zu wenig kreiert, waren unsauber mit der Scheibe und zu langsam“, moniert auch Cortina.

Ich kenne die Spieler noch nicht gut genug. Daher bekommt gerade jeder seine Chance.

Pat Cortina

Die Erklärung ist eine einfache wie plausible: Zwar sind die Special Teams auch immer wieder Bestandteil des Trainings, doch der Fokus liegt auf dem Spiel mit voller Personenanzahl. „Über- oder Unterzahl ist nicht unser größtes Problem. Wir sind im Fünf-gegen-fünf noch nicht gut genug“, betont Cortina. Zudem ist er weiter auf der Suche nach den Idealbesetzungen in den Special Teams. „Ich kenne die Spieler noch nicht gut genug. Daher bekommt gerade jeder seine Chance.“

Anschauungsunterricht, wie es in Unterzahl funktionieren kann, gab es am Sonntagabend in Memmingen. Die Indians führen diese Statistik an, haben bereits zwölf derartige Situationen unbeschadet überstanden und sie einmal – gegen den SCR – sogar zum eigenen Torerfolg genutzt. Genau dieser Punkt wurmt Cortina besonders. „Das passiert uns im Powerplay zu oft, das war auch schon in den Testspielen so.“ Diesen Makel führt der 57-Jährige weniger darauf zurück, dass er noch auf Formationssuche ist, sondern auf mangelnde Konzentration.

Wir haben zu viele unkonzentrierte Momente in unserem Spiel.

Pat Cortina

Dieser Punkt sei auch für die gesamte Leistung gegen Memmingen ausschlaggebend gewesen. „Daran müssen wir noch arbeiten, wir haben zu viele unkonzentrierte Momente in unserem Spiel.“ Ein Moment dürfte zudem den einen oder anderen Zuschauer verwundert haben. 15 Sekunden vor Schluss, nachdem Robin Soudek auf 4:5 verkürzt hatte, trat zum entscheidenden Anspiel nicht Florian Vollmer an, sondern Förderlizenzspieler Elias Lindner – und verlor das Duell mit Sergei Topol. Die Scheibe rutschte direkt ins leere SCR-Tor. Die Entscheidung. Also warum diese Wahl? „Elias hatte zuvor viele Faceoffs gewonnen.“ Aber auch diesen Punkt macht Cortina nicht als Problem aus, ehe schon die Tatsache, dass er Goalie Daniel Allavena gegen einen sechsten Feldspieler eingetauscht hatte. Doch es war ein Alles-oder-Nichts-Situation. Und diesmal musste der SCR halt das Nichts verbuchen.

Genug des Negativen. Der Trainer sah auch vieles, was ihm gefiel, worauf er aufbauen und womit er arbeiten kann. Und ein ganz wichtiger Faktor, an dem ansonsten schwer zu werkeln wäre, ist die Moral. „Ich muss den Jungs ein Lob aussprechen. Wir haben nie aufgegeben und im Schlussdrittel drei Tore erzielt.“ Wie gegen Rosenheim kämpfte sich der SCR zurück ins Spiel, nur diesmal blieb das Happy End aus.

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