Eishockeyspieler kämpfen um den Puck.
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Überzahl: Uli Maurer (l.), Florian Vollmer und Co. können das gut, die Füssener um Marco Deubler noch besser.

Die Weiß-Blauen treffen heute auf das beste Team der Liga in Überzahl, das aber in der Tabelle Vorletzter ist

SC Riessersee: Duell der Altmeister in Füssen

  • vonPatrick Hilmes
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Keine Verschnaufpause gibt es für den SC Riessersee in der Eishockey-Oberliga Süd. Bereits heute Abend um 19.30 Uhr treten die Weiß-Blauen auswärts beim EV Füssen an.

Geht es nach Sänger Michael Holm, dann lügen Tränen nicht. Doch das Nomen in dieser Phrase ist beinahe beliebig austauschbar. Eine bekannte Fernsehserie ersetzt die „Tränen“ mit „tote Mädchen“. Und laut Otto Waalkes lügen auch die Dänen nicht. Bekannt ist ebenso, dass Zahlen nicht lügen. Ob nun die toten Mädchen, die Tränen oder die Dänen allesamt nur die Wahrheit erzählen, bleibt an dieser Stelle unbeantwortet. Die Zahlen aber, die sprechen nicht immer so ganz die Wahrheit. Sie können durchaus einen trügerischen Schein erzeugen. Bestes Beispiel ist derzeit eine Statistik der Eishockey-Oberliga Süd. Geht es nach der Powerplay-Tabelle reist der SC Riessersee heute Abend zu einem absoluten Spitzenteam der Liga. Und das sind weder die Selber Wölfe, noch die Eisbären Regensburg, noch die Starbulls Rosenheim. Sondern der EV Füssen.

Die Allgäuer stehen in dieser besagten Statistik ganz oben, noch vor dem Ligaprimus aus Selb. In 25 Spielen verbrachte Füssen 186 Minuten in Überzahl und erzielte dabei 27 Tore. Kein anderes Team kommt auf eine solche Quote. Nicht mal Selb – 24 Spiele, 188 Minuten im Powerplay, 25 erzielte Treffer. Gänzlich anders schaut das in der entscheidenden Tabelle aus. Die, in der es nach dem Punktequotienten geht. Denn dort ist der EVF auf dem vorletzten Rang zu finden. Fällt der Blick auf die weiteren Teams im oberen Drittel der Powerplay-Statistik, wird einem schnell klar, dass Zahlen wirklich nicht die ganze Wahrheit erzählen. Auf den Plätzen drei bis fünf folgen Weiden, Peiting und Lindau. Der SCR ist Sechster, Regensburg und Rosenheim lediglich Neunter und Zehnter. Dabei heißt es doch so oft, dass gerade das Spiel in Überzahl immens wichtig ist. Ein Trugschluss? „Es kann mitentscheidend sein“, betont SCR-Coach George Kink. „Gerade gegen die Top-Teams bekommt man nicht viele Chancen im Fünf-gegen-fünf. Da kann dann das Powerplay den Ausschlag geben, wie das Spiel ausgeht.“ Doch es ist eben nicht alles, wie das Beispiel Füssen zeigt, und wie auch Kink weiß. Das Gesamtpaket muss stimmen.

Verletzungssorgen bei den Weiß-Blauen

Apropos Gesamtpaket: In personeller Hinsicht ist das des SCR wieder arg geschrumpft. Beim Duell mit den Füssenern am Freitag der Vorwoche konnte der Coach erstmals in dieser Saison vier komplette Reihen aufbieten. „Da waren wir kurzzeitig verwöhnt“, sagt Kink. Doch das wird heute nicht der Fall sein. Zudem ist so schnell keine Besserung in Sicht. Tobias Kircher wird auf unbestimmte Zeit fehlen. Wann Tobias Möller und Anton Radu zurückkehren, ist nicht abzusehen. Christian Schneider soll nächste Woche wieder langsam aufs Eis zurückkehren. Der angeschlagene Daniel Allavena wird auch in Füssen nicht mit von der Partie sein. Ebenso wenig Eetu-Ville Arkiomaa. „Für ihn besteht nur eine minimale Chance, am Sonntag gegen Peiting dabei zu sein“, erzählt SCR-Geschäftsführer Pana Christakakis. Zudem muss Louis Anders heute passen. Er hatte im Dienstagsspiel in Lindau nach einem Zusammenprall benommen das Eis verlassen müssen.

Und schon können die Weiß-Blauen nicht mal mehr drei komplette Reihen stellen. Die Hoffnungen ruhen auf die Förderlizenzspieler vom EHC München. Christakakis ist guter Dinge, das Verstärkung kommt. Zudem plant er, noch weitere Verstärkungen zu verpflichten.

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