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Bastelt schon am Kader: Trainer Toni Söderholm

DEB hat entschieden

SCR erhält Oberliga-Lizenz - unter zwei Auflagen

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Die Saisonplanung kann beginnen: Der Verband hat den SC Riessersee für die Oberliga zugelassen. In der Meisterrunde darf er aber nicht antreten.

Garmisch-Partenkirchen– Keiner kann es dem SC Riessersee übel nehmen, dass er ausnahmsweise schneller als der Deutsche Eishockeybund handelte. Die frohe Kunde musste raus in die Welt: Der SCR erhält die Lizenz, verkündete der Club am Mittwochabend. Erst eineinhalb Stunden später folgte die Bestätigung des Verbands samt Erklärstück. Interims-Geschäftsführer Stefan Endraß sagt: „Jetzt wissen wir, dass sich die Anstrengungen gelohnt haben.“ Ein Gefühl der Erleichterung habe sich am Vormittag – zu diesem Zeitpunkt verkündete der Verband intern seinen Entschluss – aber noch nicht breit gemacht. Vielmehr gab der DEB den offiziellen Startschuss für die Saison, die Endraß im Hintergrund bereits seit Langem konstruiert. „Jetzt können wir unsere Planungen umsetzen und fertigstellen.“

Allerdings verhängt der Eishockeybund zwei Auflagen, die alle beim SCR erwartet hatten. Zum einen muss das Planinsolvenz-Verfahren erfolgreich abgeschlossen werden. Bis Ende August soll der Neustart geschafft sein, wenn es nach Endraß und Rechtsanwältin Birgitt Breiter geht. Zum anderen darf Riessersee nicht an der Meisterrunde teilnehmen, egal wie gut die Mannschaft in der Vorrunde abschneidet. Sie nimmt automatisch an der Verzahnungsrunde mit den Bayernligisten teil und spielt gegen Abstieg in die Vierte Liga. „Das überrascht uns nicht“, betont der Geschäftsführer. In diesem Punkt blieb der DEB hart, obwohl SCR-Sympathisanten beim Verband für eine Ausnahme (und damit verbunden eine Änderung der Spielordnung) plädiert hatten. „An den Regularien hat sich nichts geändert“, stellt Endraß klar. Er wertet den Erhalt der Lizenz als riesigen Erfolg. „Das ist mehr, als viele nach den Aufs und Abs erwartet hatten.“

Ob die – im Endeffekt sportlich bedeutungslose Vorrunde – Zuschauer anlockt, möchte der GmbH-Chef nicht einschätzen. Er hofft, dass Garmisch-Partenkirchen und die Region hinter dem Standort steht, der nun doch weiterlebt. „Ansonsten wäre ich enttäuscht. Ohne die Zuschauer funktioniert der Sport nicht.“ Er empfiehlt einen pragmatischen Blick. Schafft es der SCR, mit „bescheidenen Mitteln“ die Großen zu ärgern, zeige das doch den Charakter der Mannschaft. Man werde die Vorrunde auf jeden Fall nicht abschenken, sondern „alles geben“. „Für uns ist jedes Spiel wichtig.“ Außerdem müsse sich das Team für das Saisonfinale einstimmen. Im schlimmsten Fall bedeutet die Abstiegsrunde Nervenkrieg. „Die ist alles andere als ein Selbstläufer“, betont Endraß. Nur die ersten Beiden qualifizieren sich für die Oberliga 2019/20 – das offizielle Ziel des SC Riessersee. Der Geschäftsführer garantiert „eine spannende Saison“.

Ob er sie als Erster Mann der Chefetage komplett miterlebt, ließ er offen. Bislang habe man nur besprochen, dass er die Übergangsphase begleitet, den Insolvenzplan durchzieht und den SCR in ruhiges Fahrwasser lenkt. Was danach passiert, sei „ein Stück weit offen“. Zusagen möchte er keine treffen. Zu Kader und Vorbereitung gibt’s auch noch nichts Konkretes. Endraß beruhigt aber die Fans. Der SCR, speziell das Trainerteam, habe mit vielen Spielern gesprochen und Zusagen erhalten. Die Testspiele sind bereits organisiert. Er betont: „Es wird in den nächsten Tagen jede Menge Neuigkeiten geben.“

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