Ein Eishockeyspieler erzielt ein Tor
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Eiskalt: Eetu-Ville Arkiomaa (M.) erzielt mit seinem zweiten von insgesamt drei Toren den 2:2-Ausgleich.

Eiskalt und voller Siegeswillen

Leidenschaftliche Riesserseer ringen Spitzenreiter aus Regensburg nieder

  • vonMarco Blanco-Ucles
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In einem mitreißenden Spiel bezwang der SC Riessersee in der Eishockey-Oberliga Süd die zuvor ungeschlagenen Eisbären aus Regensburg mit 4:3. Mann des Abends beim SCR war Dreifach-Torschütze Eetu-Ville Arkiomaa.

Tom Horschel boxt mit der Faust gegen die Plexiglasscheibe im Olympia-Eissportzentrum. Horschel ist sauer. Der Verteidiger des SC Riessersee kann nicht mehr eingreifen, da er kurz vor dem Ende eine Zwei-Minuten-Strafe kassiert. Er feuert seine Teamkollegen an. Noch 65 Sekunden müssen sie überstehen – in Unterzahl. 4:3 führen sie gegen die Eisbären aus Regensburg, den bis dato ungeschlagenen Tabellenführer. Der hat seinen Goalie vom Eis genommen, agiert demnach in zweifacher Überzahl, geht volles Risiko, stemmt sich gegen die drohende erste Pleite. Die Riesserseer werfen sich leidenschaftlich in jeden Schuss, sie kämpfen, sie beißen, geben alles. Und am Ende, als die Schlusssirene ertönt, reißen sie die Arme nach oben. Heimsieg für die Weiß-Blauen im Spitzenspiel der Eishockey-Oberliga Süd.

Keine Minute war gespielt, als spätestens jeder Riesserseer merkte, dass die Gäste aus der Domstadt eine andere Qualität als die bisherigen Gegner mitbrachten. Zwei Chancen der Eisbären, die SCR-Goalie Daniel Allavena parieren musste. Und vorne? Da konnten sich die Riesserseer wieder auf Eetu-Ville Arkiomaa verlassen, der später zum Matchwinner avancieren sollte. In der zehnten Minute sein erster Streich: platzierter Handgelenkschuss zum 1:0. Die Freude beim Team von Trainer George Kink währte aber nur kurz. Denn die Regensburger schlugen im Stile eines Tabellenführers durch Richard Divis und Peter Flache doppelt zurück – 1:2.

Dramatische Schlussphase im Olympia-Eissportzentrum

Die Geschichte des zweiten Drittels ist schnell erzählt. Wenig Torchancen auf beiden Seiten. Den einzigen Höhepunkt lieferte der SCR. Scheibenverlust Regensburg, Traumpass Uli Maurer und Arkiomaa zum Zweiten. 2:2. Zu Beginn des Schlussabschnitts überschlugen sich die Ereignisse. In der Sekunde, als Arkiomaa von einer Zwei-Minuten-Strafe auf das Eis zurückkehrte, eroberte Maurer die Scheibe und steckte gedankenschnell auf den Finnen durch. Der blieb gemäß seines skandinavischen Naturells eiskalt und brachte den SCR in Front. 47 Sekunden später folgte der nächste geniale Umschaltmoment der Weiß-Blauen. Diesmal bediente Christopher Chyzowski den durchstartenden Robin Soudek. Der nächste Alleingang, der nächste eiskalte Abschluss. Doch wer an eine Vorentscheidung glaubte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Lukas Heger brachte mit einem Schuss durch die Hosenträger von Allavena die Hoffnung der Eisbären zurück. Nur noch 4:3 aus SCR-Sicht.

Die Schlussphase dieser hochklassigen Partie war zunächst geprägt von Hektik und einigen strittigen Entscheidungen des Schiedsrichter-Gespanns rund um Christopher Schadewaldt. Viel Redebedarf war nötig, um die Emotionen wieder herunterzukühlen, was nicht wirklich gelang. Regensburg rannte an, der SCR verteidigte mit Mann und Maus. Dann die Zwei-Minuten-Strafe wegen Beinstellens gegen Horschel. Eine zweifelhafte Entscheidung. Allavena, Leidenschaft und der unbedingte Siegeswille verhinderten in den letzten Sekunden den Einschlag im Tor der Riesserseer. Die Schlusssirene ging bei den Siegesschreien der SCR-Spieler und Funktionäre beinahe unter. Nicht auszumalen, was mit Zuschauern in der Halle los gewesen wäre. Die konnten diesen denkwürdigen Abend immerhin vor dem Fernseher genießen.

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