1. Startseite
  2. Sport
  3. Eishockey
  4. SC Riessersee

SC Riessersee: 2:4-Niederlage in Peiting

Erstellt:

Von: Andreas Mayr

Kommentare

Hitzköpfe unter sich: SCR-Akteur Michael Knaub (r.) und Peitings Florian Stauder tauschen Nettigkeiten aus – der Schiedsrichter muss dazwischengehen.
Hitzköpfe unter sich: SCR-Akteur Michael Knaub (r.) und Peitings Florian Stauder tauschen Nettigkeiten aus – der Schiedsrichter muss dazwischengehen. © andreas mayr

Rückschlag für den SC Riessersee: Das Team von Coach Pat Cortina unterliegt am Sonntagabend mit 2:4 beim EC Peiting.

Peiting – Die kleine Gemeinheit kurz vor dem Ende verteilten die Peitinger ohne Absicht. Als sich Benjamin Kronawitter vom SC Riessersee zur Strafbank aufmachte, drehte der Stadion-DJ „Sweet Caroline“ auf – die ehemalige Tormusik des SCR, welch’ schmerzhafte Ironie. Die Zuschauer klatschten halb aus Häme für Kronawitter und seine dämliche Aktion, halb aus Vorfreude auf das nächste Überzahlspiel. Mit drei Powerplay-Toren entschieden die Peitinger auch das zweite Derby in der Eishockey-Oberliga Süd und gewannen 4:2.

Natürlich könnte man an dieser Stelle über die Strafzeiten motzen oder über die Aktion von Michael Knaub, der sich im Duell der bösen Buben ausgerechnet von Florian Stauder zu einem Revanchefoul verleiten ließ. Wo Stauder das doch gerne einmal selbst macht. Aber: Das Derby legte viel Grundsätzliches offen. Es wirkte wie ein Spiegel, aus dem die harte Realität zurückblickte. Der SC Riessersee der Oberligasaison 2021/22 stellt ein biederes Eishockeyteam, das Spiele ausschließlich über Kampf und läuferische Elemente gewinnen kann. An zu vielen Tagen fehlt dieser Mannschaft das Feuer, noch mehr aber gehen kreative Elemente ab. Profis mit Spielwitz, die für erfrischende Abwechslung sorgen in diesem methodischen wie tristen Zweiklang: Scheibe tief spielen, Scheibe jagen. Der einzig verlässliche in diesem Sektor, Florian Vollmer, fehlt den Riesserseern bedauerlicherweise verletzt.

Zu oft spielen und kämpfen wir nicht für 60 Minuten

SCR-Coach Pat Cortina

Früher stachen Derbys gegen Peiting heraus, weil sie besonders umkämpft waren. In diesem Jahr schweben beide Teams in unterschiedlichen Umlaufbahnen. Der SCR, so hart sich das anhören mag, führt das untere Mittelfeld an, das den Glanz der Spitzengruppe bewundern darf, aber sie praktisch nie schlägt. In 19 Partien hat Riessersee nur zweimal gegen ein Team gewonnen, das derzeit vor ihm in der Tabelle steht: am ersten Spieltag gegen Rosenheim und vor ein paar Wochen in Höchstadt, beim Siebten. SCR-Coach Pat Cortina wollte sich nicht auf eine kleine Zwischenbilanz nach deutlich mehr als einem Drittel einlassen. Aber seine Worte sagten genug: „Zu oft spielen und kämpfen wir nicht für 60 Minuten.“ Für diesen Satz braucht es keinen Decodierkurs, um die Tragweite zu fassen. Wenn das mit dem Kampf nicht durchgehend stimmt, wie will man dann überhaupt gegen die Top-Teams der Liga bestehen?

Die Wahrheit dieses zweiten Derbys war, dass der SCR nicht auf dem Peitinger Level agiert. Das wollte natürlich beim ECP keiner so formulieren. Doch schwer zu erkennen war das nicht. Bei der Analyse zum ersten Drittel waren sich beide Coaches einig, dass es mindestens 2:0 oder 3:0 für Peiting hätte stehen müssen. „Wir waren nicht bereit“, hielt Cortina fest. Ein missglückter Befreiungsschlag landete über Umwege bei Lukas Gohlke. Zwei weitere Szenen, in denen Peitinger ein halb-leeres Tor vor sich hatten, entschärfte Goalie Daniel Allavena, der so viele klare Chancen zu vereiteln hatte, dass man nicht sicher war, ob er im Training zuletzt zu wenig Schüsse abbekommen hatte. Anders war die mangelhafte Abwehrarbeit seiner Vorderleute kaum zu erklären.

SC Riessersee: Robin Soudek betreibt Ergebniskosmetik

In Abschnitt zwei besserte sich die Leistung der Weiß-Blauen. Zumindest, bis das Strafenfestival begann. Knaub, der schon in Heilbronner Zeiten für über 100 Strafminuten pro Saison gut war, attestierte Cortina „nicht seine beste Leistung“, ergänzte aber flott: „Er war nicht der Einzige.“ Kronawitter und Christopher Chyzwoski leisteten sich ebenfalls Fouls, die zu Toren führten, sodass Peiting nach 37 Minuten 4:1 führte und die Partie für sich entschieden hatte. Robin Soudek schoss den SCR zwar nochmals heran, half aber nichts. Im Schlussabschnitt vergaben die Gäste selbst vier Überzahl-Chancen. Aber das Powerplay gehört derzeit noch zu den kleineren Problemen der Riesserseer.

Auch interessant

Kommentare